Archiv vom August 2015

POL-itik

Dienstag, 18. August 2015

„Der Planet braucht keine
erfolgreichen Menschen mehr.
Der Planet braucht dringend
Friedensstifter,
Heiler, Erneuerer,
Geschichten-Erzähler
und Liebende aller Art.“

*Dalai Lama

Herz Kontakt

Die Frage, die sich mir dieser Tage immer wieder stellt „warum und vor allem wann und wie lange interveniert der „Westen“ in Krisenregionen oder auch nicht endlich?“ Und sicher ist auch: alle Menschen sind in ihren Grundstrukturen Angst versus Liebe gleich. Die Unterschiede liegen in den Möglichkeiten und der Geschichte von Völkern und den Ländern. Der „Westen“ sollte differenziert werden. Ich sehe einen Unterschied zwischen den Völkern des Westens und der Krake Kapitalismus und dem Machtgier-Lobbyismus. Es gibt Strukturen an der Spitze des westlichen Systems, die den Rest der Welt seit Jahrzehnten gnadenlos aussaugen. Da fließt kein Blut, keine hässliche Fratze des Hasses zu sehen. Es geschieht im Verborgenen. Die Aktien sind nicht schmutzig. Das Spekulieren mit Lebensmitteln ist nicht blutverschmiert. Es gibt tausende Bildschirme, auf denen tagtäglich Zahlen rattern. Sie sind digitalisiert und steril. Wenn man es nicht sehen will, kann man unwissend und dumm im Herzen bleiben. Aber die Folgen erzeugen Armut, Mangel, Not, Kinderarbeit, Gewalt, Fanatismus… Die Liste ist endlos und alles darauf wurzelt in der Angst. Und weil alles miteinander verbunden ist, ist die kollektive Angst unbewusst auch dort zu spüren, wo es Menschen scheinbar besser geht. Die Profitgierigen sind auch Menschen. Sie arbeiten in Firmenkomplexen und haben auch Angst. Sie leiden an innerem Mangel, sie denken nicht im Sinne allen Lebens. Jeder denkt an SEIN Haus, SEINE Familie, SEINE Kinder, SEINE Karriere. Die westliche Politik ist dem Bankensystem verfallen. Alle haben Angst um die Stabilität des Systems. Mitgefühl ist Liebe und das Gegenteil von Angst. Wer seinem Mitgefühl Rechnung trägt, muss mutig sein und sich der Angst stellen. Wenn die menschliche Spezies das nicht bald begreift, leidet das duale Gleichgewicht aus Angst und Liebe auf diesem Planeten immer mehr. Die Angst gehört zur Liebe. Wir brauchen einander. Wer vertraut, muss mit der Angst umgehen lernen. Und auch damit, enttäuschte Erwartungen anzusehen. Wir müssen einander verstehen lernen, egal wie verschieden wir zu sein scheinen. Ich glaube, nein, ich weiß in meinem Herzen, dass all diese furchtbaren Dinge, die Menschen zur Flucht zwingen, nicht unabhängig vom „Westen“ geschehen. In der Entstehung von diesen Ungleichgewichten hing alles miteinander zusammen. Also kann man auch nur gemeinsam wieder ein Gleichgewicht herstellen. Für mich ist es eine physikalische Logik von Ursache und Wirkung, dass die Flüchtlinge Hilfe bei uns finden müssen. Und dann komme ich zum Begriff POLITIK. Das Entscheidene darin ist für mich der Begriff „Pol“ – es gibt zwei Pole in der Dualität. Angst und Liebe zeigen sich in allem, was aus Handlungen erwächst. Nicht die Masse an Menschen entscheidet in der Demokratie. Es sind einzelne gewählte Vertreter. Sie müssen informiert, vom Leben gebildet und klug im Herzen sein, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sie müssen das Gleichgewicht auf dem GESAMTEN Planeten im Auge behalten. Sie sollten nicht nur parteipolitisch denken und auf die nächste Wahl ausgerichtet entscheiden. Sie müssen zusammenarbeiten und die vermeintlichen Unterschiede der Völker runterkochen auf das Gemeinsame, das ein Gleichgewicht braucht. Ich erfahre dieser Tage selbst, wie leicht Wut in mir entstehen kann. Aus Hilflosigkeit, Traurigkeit, Ungerechtigkeitsempfinden und Machtlosigkeit. Ich bin wütend, weil die Idee von der Demokratie, an die ich glaube, verkommen ist. Wen soll man noch wählen? Wer spricht für mich im Sinne der Liebe und des Mutes aus, was kluge Herzen aussprechen müssten? Wer animiert die Menschen dazu, mutig zu teilen und wer gibt klugen Köpfen die mit klugen Herzen im Einklang sind, die Möglichkeit, alternative Systeme umzusetzen? So wie es war und ist, darf es einfach nicht weiter gehen. Es gibt diese klugen Menschen. Es gibt Alternativen. Sie sind schon durchdacht. Wer sagt, dass man sie nicht mutig ausleben könnte. Wir sind global vernetzt wie nie zuvor. Es wäre machbar, BEVOR erst alles kollabiert. Es gibt genug, um alle auf diesem Planeten zu versorgen und jedem Einzelnen seinen Platz zuzusprechen. Natürlich muss man das Gleichgewicht auch in Zukunft halten und es wird nicht leicht. All diese guten Ausrichtungen auf den gescheiterten Sozialismus-Scheiterhaufen zu werfen, wäre meines Erachtens feige und suizidal. Natürlich wird das kein leichtes Unterfangen. Wir denken heutzutage global wie nie zuvor. Eine neue Gesellschaftsform zu kreieren wird nicht ohne Widerstand von statten gehen. Die Grenzen werden neu definiert werden müssen. Aber die Schwere dieser Augabe zeigt doch nur auf, wie wertvoll wir sind. Wir können so viel Gutes tun mit unserem Intellekt, solange wir nur im Herzen verbunden bleiben. Die Wut in jedem Einzelnen von uns wird das nicht erreichen. Sie ist aber ein guter Indikator und eine große Hilfe. Durch ihr Auflodern erkennen wir, wo dringend Veränderung im Kleinen stattfinden muss. Die Sprachrohre der Demokratie versagen. So können wir alle im Kleinen der Angst in die Augen sehen und uns der Liebe zuwenden. Bei allen noch so kleinen Entscheidungen zuerst in unsere Herzen hinein lauschen. Wir sollten die POL-itik übernehmen und das Gleichgewicht wieder herstellen. In unseren täglichen Begegnungen. Die Völkerwanderung ist eine riesengroße Chance für die Völker, einander neu zu begegnen und die Pole zu eichen.

Als der Irak-Krieg ausbrach, brach ich in Tränen aus und konnte mich erst beruhigen, nachdem ich mich für dieses Lied geöffnet und es aufgeschrieben habe. Ich hörte den Wind der Liebe und ließ mich von ihm trösten. Das ist lange her und doch so aktuell. Wer bin ich denn schon, irgendwem zu sagen, der Liebe die höchste Priorität einzuräumen?

John Lennon sang es schon: Vielleicht bin ich eine Träumerin, ja. Aber ich bin nicht die Einzige. Und ich hoffe, wir werden jeden Tag mehr.

Ich bin ein Sandkorn im Universum. Aber ich kann die Liebe im Wind flüstern hören. Sie tröstet mich. Vielleicht können wir alle lernen, noch öfter hinzuhören, wenn sie uns über die Wange streichelt. Und vielleicht kann das Lied Dir auch wenig Trost spenden…