Archiv vom September 2015

herzlich Willkommen…

Freitag, 11. September 2015

… im Linaland! Ich poste hier dreidimensionale innere Wirklichkeiten und bringe sie so ein Stück weit nach draußen und in die Welt.

Klänge, Worte, Bilder sprechen viele Sinne und Synapsen an und sind so manches Mal vielleicht nicht ganz alltäglich, ja , gar ungewohnt.

Man kann stöbern, lauschen, sich in Wortbilder hineinträumen und sich, vor allem, wieder einmal ein bisschen wundern.

Ich freu mich sehr, dass Du hier gelandet bist!!!

Lina

Ich möchte zuerst gern vom Wolkenraten erzählen. Denn das ist es, womit meist alles beginnt – hier auf meinem Blog in meinem Land.

Dieses unsichtbare Land ist es, was mich antreibt, zu schreiben – da sind innere Bewegungen, die wie Wolken in mir ziehen und leise flüstern.

Diese Wolken sind alles andere als grau. Sie sind bunt und wirbelig. Sie wabern auf und werden flüchtig, kitzeln mich frech am kleinen Zeh und ziehen manchmal im Rücken – genau da, wo die Schulterblätter meine unsichtbaren Flügel halten. Wenn ich dann ganz tief einatme und eine kleine Pause mache, knackt es.

Meine Flügel sind so groß, daß sie nicht durch menschliche Türen passen. Ich vergesse sie ganz oft, um durch ebendiese zu gehen.

Doch ich werde traurig, wenn ich sie zu lang vergessen habe.

Meine Flügel sind sehr, sehr stark und mächtig. So sehr, daß sie mir manchmal Angst machen.  Aber es sieht sie ja keiner. Dann beruhigt es mich. Sie sollen mich ja schließlich durch mein ganzes Leben tragen. Und ich möchte gern Urgroßmutter werden, also ist es nur gut, dass sie so groß sind. SIe helfen mir dabei, weiter zu gehen. Selbst wenn es Momente gibt, in denen ich lieber stehenbliebe.

Wenn ich mir ihrer bewusst bin, schauen mich manche Leute so komisch an, wenn ich spazieren gehe. Aber das ist mir egal.

Ich glaube nämlich, dass wir alle solche Flügel haben. Aber erst einmal zurück zu den Wolken.

Auf dem Bild kannst Du sie in den Augen erkennen, die Wolken, wenn Du es groß-klickst.

Wolkenraten

Wolkenraten

Die Wolken sprechen eine Sprache, die nur mein Herz aber nicht mein Kopf verstehen kann. Drum öffne ich den Kanal und lausche den Tasten, während meine Fingerkuppen hin- und hersausen, feine Klick-Geräusche fabrizieren und mir ein kurzzeitiges Festhalten ermöglichen. Dieses Klicken gibt mir eine tiefe Geborgenheit. Ich fühle mich zuhause, wenn ich dieses Klicken höre und gleichzeitig mit meinen Händen fühle. Sie halten nicht fest, sie tippen nur ganz sanft an. So als würde ich vielen kleinen Fliegen, die auf den Tasten sitzen und alle neugierig auf den Bildschirm starren, einen kleinen Klaps auf den Po geben.

Ich halte beim Schreiben die inneren Wolken fest und rate ihre Form.

Auch Worte wie diese stoßen die Wolken an:

„Jeder kann wütend werden, das ist einfach.

Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß,

zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art,

das ist schwer.“             Aristoteles

So lang ist das her und doch so aktuell und klug. Das Interessante an festgehaltenen Wolken ist, daß sie stehen bleiben. Ein Mensch wie Aristoteles kann vielleicht nicht mein Großvater sein, auf dessen Schoß ich sitze und mir Weisheiten erzählen lasse. Aber seine festgehaltenen Wolken können über meine Lese-Synapsen in mich eindringen und sich mit meinen zusammentun. So kommen sie wieder in Bewegung. Wie auch jetzt:

ich beschreibe, was ich sehe, worauf mich diese Wolken hinweisen möchten:
Die Wut ist ein guter Indikator für den Schmerz dahinter, der gesehen werden möchte. Und der Schmerz ist ein guter Ratgeber, wenn es darum geht, was man gern verändern möchte, damit man friedvoller leben kann.
Jeder für sich selbst im Kleinen. Und daraufhin alle zusammen im Großen. Die Wut zu verteufeln oder nicht sehen zu wollen führt zu Unfrieden. Denn früher oder später wird sie sich entladen. Es gibt in unserem inneren Land keinen Wutspeicher, der daraus kleine freundliche Elfenkinder macht. Nein. Sie würde unseren Körper früher oder später aus dem Gleichgewicht bringen. Sie ist ja aus einem bestimmten Grunde da.

Nur die Aufmerksamkeit ist das Licht, das die Wut und den Schmerz erhellen und verwandeln kann.
Gestern Abend lief ich durch die regnerische Dämmerung auf einer langen Straße mit mehreren Straßenlaternen. Ich hatte Kopfhörer auf und hörte ein Lied, das meiner Traurigkeit viel Raum gab.
Da waren auf einmal drei Schatten um mich. Drei große Lichter erhellten einen anderen Anteil in mir. Und der Schatten, der vorweg ging, war mir der tröstlichste. Es geht nicht darum, die Schatten wegzumachen. Es geht darum, ihnen zuzuhören.
Jeder innere Anteil hat einen Schatten und ein Licht.
Jede Wut ist ein inneres Wesen, das Trost braucht. Und der Schmerz ist ein guter Ratgeber, wenn es darum geht, was man gern verändern möchte, damit man friedvoller leben und die Traurigkeit spüren kann. Wenn ich meine Traurigkeit wiederfinde, kann ich mich auch wieder daran erinnern, dass ich mächtige, kraftvolle Flügel habe.
Jeder für sich selbst im Kleinen kann das. Und daraufhin alle zusammen im Großen. Das ist mit dem Himmel auf Erden gemeint.

Mit dieser liebevollen Aufmerksamkeit können wir erst dann andere betrachten und Frieden erschaffen in der Welt, wenn wir diese Fähigkeit bereits für uns selbst erlernt haben. Weil wir uns selbst als wertvoll erachten. Und weil wir dann keine künstlichen äußeren Werte und keine manipulative Röhre mehr brauchen, die unsere Langeweile vertreibt. Wenn wir es schaffen, uns selbst zu genügen wird es keine kleinen Kinder mehr geben die anderswo verhungern oder direkt vor unserer Küste ertrinken müssen. Es bricht mir das Herz, daran zu denken, doch ich weiß, wenn ich mir mein Herz lähmen lasse und zulasse, nur ein Rädchen im Maschinenraum zu sein, wird der Frieden nicht den Raum bekommen, den ich ihm geben möchte.

Aufmerksamkeit.

Die Skulptur unten ist mein letztes Mitbringsel aus dem Kunstuniversum und berichtet von dieser Aufmerksamkeit. Mehr dazu findest Du hier All.

Lina 01_DSC5010

„All“ Stofflichkeit zum Lied

 

die weisen Clowns

Freitag, 11. September 2015

Gerade denke ich an meinen lieben Freund Marvi. Heute am elften September, als sich die Welt veränderte und die Fratze des Hasses aufblitzte und allen Angst machte, da hat sich was verändert. Gerade jetzt ist diese Rede aktueller denn je. Denn der Hass ist eine Antwort. Ihm ging etwas voraus. Heute werde ich nicht ausholen mit den Gedankengängen, die nun folgen könnten. Ich höre Charlie zu, besser kann man es eh nicht sagen!

Um nun aber vom Großen ins Kleine überzuleiten, dem kleinen Leben einer Lina Hawk, erzähle ich Euch, was diese Rede, nebst der Tränen, in mir auslöste.

Charlie Chaplins große Rede an die Menschheit hat mich an meinen alten Freund Marvi erinnert, von dem ich Euch gleich ein wenig erzählen werde, denn er war ein sehr besonderer, feiner Mensch.
Mir wird etwas klar. Ich gehöre zu den Menschen, auf die Erich Kästner vielleicht stolz gewesen wäre.

Ich hätte gern einen Großvater wie ihn gehabt.
Ich hab mir meine Kinderseele nie kaputt machen lassen. Von niemandem.

Ich weiß, dass mich viele für eine Träumerin oder eine naive Verrückte halten. Aber in Wahrheit bin ich revolutionär.
Ich breche allgemeingültige Verhaltensregeln. Ich mache das nicht `für´ oder `gegen´ irgendwen. Ich mache das, weil mir mein Herz das so sagt.
Ich trage zum Beispiel die quietschbunte Decke von der Oma mit dem Häkeltick als Weste, weil mir mein Herz aufgeht, wenn ich sie betrachte, mit meinen Fingern durch die Löcher steche und mich in sie einhülle. Ich nehme sie mit und finde einen Näh-Trick, damit das geht. Nicht einen Moment lang habe ich Angst davor, was die Leute davon halten könnten. Im Gegenteil, ich denke, daß, wenn es mich erfreut, es ja nicht schlecht sein kann, sie anzuziehen.

Oder ich male mir den Fahrradhelm an. Ein Friedens-Liebesfisch schwimmt jetzt auf dem Kopf mit mir durch den Verkehr.

Man kann mich nicht so richtig einordnen im meist ordentlich zurecht gemachten Hamburg.

Ich setze dann und wann einen Hut auf und halte ihn beim Spazierengehen fest, wenn die Hamburger Brise weht.

Und hier bechreibe ich nur äußere Merkmale für das Nicht-Einzuordnende an mir.
Mein lieber Freund Marvi war mir da ganz ähnlich. Er hatte immer eine weiße Mütze auf und Wanderstiefel an. Sogar bei 32 Grad im Schatten.

Es war ihm schnurz, was die Leute dachten. Er hat die Menschen geliebt aber sich nicht verbiegen lassen. Ich weiß noch, wie wir in der Schanze saßen und er sagte: „sieh nur, all diese Leute sind Gott in Verkleidung. Sie wissen es nur nicht.“

Mit ihm erfand ich an diesem Tag den Begriff „Demutanten“. Ich hab ein Lied darüber geschrieben, wie wir alle unser Herz demutaminieren müssen.

Ein anderes Mal saßen in der alten Konditorei am Schulterblatt. Gegenüber parkte so ein Mann sein dickes Auto mit fetten Reifen ohne Dach und ging mit stolz-breitem Gang davon.

Marvi überquerte die Straße und stellte sich vor das Auto, als wäre es seines. Eine wortlose, feine Persiflage lieferte er da ab. Ich habe selten so gelacht. Auch deshalb, weil sein Äußeres ja nun so gar nicht zu dem Auto passte.

Ich glaub, Marvi hat sich geweigert, sich anzupassen.

Jetzt ist er nicht mehr hier, weil er die Ungerechtigkeiten in dieser Welt nicht mehr bezeugen wollte.

Aber ich bin noch hier. Ich geh nicht weg. Hatte ich nie vor.
Doch wie oft habe ich Leuten vertraut, die mich nicht ansatzweise so verstanden haben wie Marvi.
Wie dumm ich war, Versprechen zu glauben von Menschen, die mir im Herzen nicht verwandt waren.
Ich bin naiv. Ich seh den leuchtenden Kern in jedem. Ja.
Aber einmal zu oft war ich das – naiv, und es musste so kommen. Das ist Teil der Reise.
Ich habe dafür geblutet und wurde zugleich doch so sehr für meinen Mut belohnt, wie ich es mir niemals hätte ausmalen können.
Ich bin nun schon eine ganze Weile lang im Inneren erschüttert und zugleich still und dankbar dabei. Ich kann nur kleine Dosen Mut aufbringen.

Ich hab mir eine Zauberwohnung erschaffen, in die ich mich zurückziehe, wenn der Alltag es zuläßt.

Ich hab die beste Ausrede der Welt dafür, abends zuhause zu bleiben. Nur mein bester Freund ermahnt mich in letzter Zeit immer öfter, wieder egoistischer zu sein.

Aber er weiß nicht, wie das ist. Wie was ist? Na, die Belohnung dafür, konsequent vertraut zu haben.
Ich habe einen Schatz geschenkt bekommen.

Ein heller Stern fiel in mein Leben und hat mir millionenmal mehr zurückgegeben, als das, was ich in die Welt hinausgetragen habe an Vertrauen und Zutrauen. Auch wenn ich tausendfach enttäuscht und, Gott sei Dank, mich wieder gelöst hab aus Beziehungen und Erwartungen an das Leben, die oberflächlich oder schädlich für mich gewesen sind, weil sie nicht konsequent tiefer werden konnten – ich bin jetzt hier. Meine Vorstellungskraft ist noch nicht am Ende. Doch dieses Mal wähle ich mit Bedacht.

Das Fest der Liebe steht bald wieder vor der Tür. Alle Bäume lassen ihre Blätter wieder los.

Ich denk an das eine Weihnachten, das ich mit Marvi in meinem goldenen Wohnzimmer verbrachte, das nun ein Kinderzimmer ist. An meiner Wohnungs-Tür hing ein Engel mit Clownsnase. Du kamst an mit Deiner weißen Mütze, den weißen Anziehsachen und hattest eine rote Kugel auf der Nase. Diesen Moment werde ich niemals vergessen. Du unter dem Engelsclown an der Tür, als ich Dich willkommen hieß. Ein Bild für die Traumgötter. So skuril könnte kein Regisseur denken. Und Du warst zu Lebzeiten sogar Schauspieler. Für mich warst Du ein wahrer Schauspieler. Ein echter. Du hast mich immer Lina Hawk genannt – so in Englisch ausgesprochen. Du wusstest, dass dieser Name mehr ist, als ein Pseudonym. Er trägt die Freiheit in sich. Und dass ich mir diese Freiheit genommen habe, eine PErson, eine egobezogene Identität, eine Geschichte loszulassen, mitsamt den Konsequenzen.

So wie Du, Marvi. Du hast das auch so gemacht. Die Leute aus der Seelenfamilie verstehen Dich. Sie brauchen eigentlich auch keinen Namen, um Dich vor Augen zu haben. Sie kennen Dich auch ohne Namen.

Du hast diesen alten NAmen auch mal abgelegt. ich hab ihn erst in Deiner Traueranzeige erfahren. So wie die Welt von Dir Abschied nahm, war es, als sei da von einem Fremden die Rede gewesen. Das war nicht mein lieber Freund Marvi. Die Vergangenheit im Fernsehen und so. Das war echt abgefahren. Ich konnte es nicht mehr mit Dir besprechen, aber es war auch unwichtig. Ich hab verstanden, warum Du das zurückgelassen hast, bevor wir uns kennengelernt haben.
Der Gedanke an den Engel mit der roten Nase über dem Guckloch in der Tür über dem Engel mit der roten Nase, der in der Tür stand, hat mir heut schlagartig eines bewusst gemacht.
Ich vertraue nur noch meiner Tochter, und ich verstehe mich selbst. Ich tue das, weil sie mein Herz versteht, ohne dass ich nur einen Mucks machen muss.

Ich muss mich nicht erklären. Vielleicht wird das irgendwann wieder weiter auffächern mit dem Vertrauen. Für den Augenblick ist es so.

Ihre wunderbare Seele blickt in meine Augen, und es ist ihr egal, wie viel Geld auf meinem Konto ist, wie viel Urkunden an meiner Wand hängen oder wie viel Anerkennung für meine Leistungen im Außen dokumentiert wurde. Und mir ist all das auch egal. Es ist sowas von unwichtig. Das Einzige, was für mich noch zählt, ist, da zu sein. Hier zu sein. Und einen Weg zu finden, mein Herz wieder mehr zu öffnen und mich zugleich liebevoll abzugrenzen. Jeden Tag ein Stückchen mehr.

Und wenn ich sie ansehe, weiß ich, dass ich es besser nicht machen könnte.

Als ich den Jakobsweg gelaufen bin und mir auf dem Gipfel der Berge ein Lied einfiel, das ich stundenlang beim Herabsteigen vor mich hinsang, kamen diese Zeilen zu mir: „Komm geh nur ins alte Land und such dort den Lebensbaum. Komm schau nur ins Morgenrot und folg nicht dem fernen Traum.“

Ich glaub, ich versteh jetzt, was der liebe Gott mir damit sagen wollte. Es geht nicht um irgendwelche Ziele im Leben, die Dich zu einem besseren Menschen machen könnten, wenn Du sie erreichst. Es geht darum, das Leben zu begreifen, während Du es lebst.

Auch mich hier auf meinem Blog zu offenbahren und davon zu erzählen, was mich bewegt, ist Teil dieser Entscheidung. Ich hab mal Musik gemacht. Ich denke, dass dieses Album vor seiner Zeit entstand. Es wird irgendwann einmal seinen Sinn erfüllen, und wenn es nur der Soundtrack zu meiner Kunst wird.

„Man kann mit dieser Musik kein Geld verdienen.“ hat man mir gesagt.

Dieser Tage sage ich: „Gut so. Juchuuuuuhh! Danke, dass dieser Kelch an mir vorbei gezogen ist.“
Ich glaube, dieser kapitalistische Grundgedanke vom ewigen Wachstum und der andauernden Optimierung ist lebensfeindlich für das Leben. Für mich bedeutet Leben – Kunst. Ich bin Künstlerin, durch und durch. Auf allen Ebenen. Klang, Wort, Strich, Form, Farbe, Gefühl.

Der Begriff `von der Kunst leben können´verdient eine genauere Betrachtung. Das, was in Dir lebt, kann nur leben, wenn Du Kunst machst. Die Kunst ist Dein Beitrag für die Gesellschaft. Ohne Quittungsblock und Ruhm. Einfach weil es Leben ist.

Das ist keine Unterhaltung. Es hatte nie den Anspruch, Unterhaltung zu sein. Es ist Leben. Punkt.
Ich muss nicht verstanden werden. Es reicht, wenn ich selbst mich versteh. Und das, was aus meinem Herzen so rauskommt, wenn ich es öffne, hat die Kraft, in den Rezeptoren anderer aufzublühen und sie zu berühren. So lebt es dann weiter und verändert sich. Mehr nicht.

Das ist mein Geschenk. Das ist meine Gabe von Gott. Ich werd sie nicht brach liegen lassen, um dem marktwirtschaftlichen Anspruch gerecht zu werden.

Ich werde mich nicht selbst optimieren und meinen Profitwert steigern.

Es reicht, wenn ich selbst nur dann handle, wenn mein Herz „ja“ dazu sagt. Und wenn es „nein“ sagt, werde ich in Zukunft auch weiterhin innehalten.

Egal was der Zahn der Zeit dazu sagt.

Leben folgt keinen linearen Zeitgesetzen. Leben ist nicht nur eine Aneinanderreihung von Ereignissen. Es ist ein allumfassendes Wahrnehmen von Zusammenhängen und Momenten.
Ich möchte die kostbaren Momente nicht versäumen, in denen der helle Stern, der meine Hand hält, wächst und immer mehr Leuchtkraft entwickelt.

Ich möchte da sein. Hier sein.
Wenn meine Leistungen im Außen darunter leiden, dann ist das so. Der Tag hat 24 Stunden und mehr nicht. Na und? Wimpernschlag im Universum.

Seitdem ich das entschlossen habe, geht es mir gut mit Diskrepanzen.

Der Kapitalismus will, dass Du Dich von Deinem Herzen und den wirklich wichtigen unbezahlbaren Dingen abwendest und funktionierst.

Ich funktioniere nur in Farbe und in Multi-dimensional. Wenn ich nicht die Zeit dafür bekomme, funktioniere ich gar nicht mehr.

Und wenn man mir diese Zeit nicht gönnt, nehme ich sie mir trotzdem. Meine Lebenszeit. Meine Lebensblume.

Wer das Buch „Momo“ kennt, hat die selbe Assoziation wie ich. Die rosa Lebensblüte eines jeden Menschen kann nur zur vertrockneten Zigarre im Munde eines grauen Herren werden, wenn der Mensch es zulässt.

Ich hab es oft versucht, aber ich kann es nicht ändern. Ich bin absolut unfunktional auf die Welt gekommen. Es ist, wie es ist. Ich bin.

Wem das nicht passt, der hat ein Recht auf seine Meinung aber keinen Einfluß auf meine Entscheidungen.
Marvi. Danke, dass Du heute Abend bei mir bist und mir das in mein Ohr geflüstert hast.
Wie oft sind die Clowns die wahren Weisen unter uns.

Hey, Du da oben mit der roten Nase. Dein Bild hängt über meinem Herd. Ich denk an Dich und lächle.
Ich hoffe, Deine Entscheidung war richtig. Ich hoffe, es stimmt, und Du bist jetzt dort, wo Deine sanfte Komik, Deine weiße Mütze und Dein liebes Lächeln perfekt in die Gesellschaft passen. Für mich war Dein Brief kein Abschiedsbrief. Ich hab ihn nie so verstanden. Du bist immernoch hier in meinem Herzen.
Gestern haben Emilia und ich geschrien, als wir mit dem Rad durch den Taubentunnel fuhren. So wie wir damals. Haste das gesehn, Marvi?
Grüß mir Charlie, ja? Sag ihm, danke für seine Rede. Sie gibt mir Kraft.

Bis jetzt, Marvi.

Ich lieb Dich!