Archiv vom Dezember 2015

ins neue Jahr hineinschlittern auf diesen Worten…

Samstag, 26. Dezember 2015

ANTWORTEN

Manchmal hat man zu antworten, in unvorhersehbaren und unaufschiebbar schicksalhaften Augenblicken des Lebens: hat zu antworten auf alles.
Wer bin ich? Was habe ich vor? Gegen wen, für wen will ich sein im Leben? Warum? Mit welchen Fähigkeiten, Instrumentarien, Mitteln, mit welchem geistigen Rüstzeug? Und was das Wichtigste ist: mit welchem Ziel? …
Und, antworten, auf alles: Wie weit bin ich? Habe ich noch Reserven an Opferbereitschaft, Selbstlosigkeit, oder will ich nur noch Restbestände bewahren und retten? Das ist der Augenblick im Leben, da man zu antworten hat. In dem eine Antwort erwartet wird, die Stille ist groß, dramatisch.
Doch dann erfährst du, wirst du gewahr, dass man auf solche Fragen nicht mit Worten, sondern nur mit dem Leben antworten kann.

– Sándor Márai  (aus „ohne Anfang und Ende“)

 

und hineintanzen auf diesem Groove! Auch die ganze Nacht. Könnte ich hundertmalhintereinanderdurchlaufenlassen! Yeah!

Verstandsaufnahme

Freitag, 25. Dezember 2015

Erich Fried spricht mir mit diesen Wortverdrehungen aus der Seele.

Kommt meinem Herzen doch so Vieles, das dieser Tage auf unserer Welt geschieht, vollkommen verdreht und seiner Natürlichkeit beraubt vor.

So wie wir die Früchte erbeuten, die uns nähren könnten, Existenzen ihres Lebens berauben, verdrehen wir unsere Wahrnehmung und beugen ein Richtig zu einem unbeschreiblich-undichtbaren, sinnlosen Falschleben. Dieses „Wir“ steht für ein Volk, das seine Regierenden gewähren lässt.

Die Dualität der Gegenwart täuscht sich selbst durch die Sehnsucht des Menschen, seiner Angst Herr zu werden, gefühllos hin und her. Das Lot ist längst kopfüber und nimmt das Gefühl des kollektiven Fallens nicht mehr wahr.

Im Innen darf nichts sein, dass der Produktivität des blutdurstigen Wirtschaftsegels entgegenstünde, und wird öffentlich medial gewollt übergangen. Solange es das Blut anderer ist, wollen die wenigsten unter uns etwas davon wissen. Ich bin traurig und erkenne, Freundschaften zu pflegen, macht am meisten Sinn. Auch jene zu mir selbst. Damit das Herz wieder geeicht wird. Perfektion ist Illusion. Ich freue mich auf das Unperfekte.

So werde ich 2016 der Freundschaft widmen und Freundin der Menschen sein. Wir brauchen Gegengewichte aus bedingungsloser Liebe, damit die Waage der Dualität wieder ins Gleichgewicht kommt.

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geschenkte Töne auf Vinyl

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Eine Ikeatüte voll Rupfpapier, Kinderschätze auf einem Haufen und Puppenwagen an seinem neu gefundenen Platz. Mama vor dem kleinen aber feinen Baum starrt ihr Geschenk an und mag die Folie nicht reißen – so groß ist die Vorfreude. Kennt ihr das, wenn man Hemmungen hat, ein wertvolles Geschenk zu öffnen? Zuerst eine Kanne Tee kochen, Kopfhörer holen, Kerzen und Duftlampe anmachen, Wärmflasche füllen (neue Platten werden nämlich auf dem Boden gehört – seit meiner Kindheit ist und bleibt das so) Es könnte auf dem Kelim vor dem Plattenspieler etwas frisch werden 😃 dann steh ich nicht mehr auf, bis sie durchgelaufen ist.

Und da ist es, mein neues Zauberschatzlied:

https://www.youtube.com/watch?v=PFJgv__OF6w

frohe Weihnachten

Dienstag, 22. Dezember 2015

Eben hab ich mir nochmal die Weihnachtsfotos vom letzten Jahr angesehen. Damals hab ich nachts einen Weihnachtswichtel bei seiner Zigarettenpause erwischt.

Mal schauen, ob er dieses Jahr irgendwo ein Kaugummi hinklebt. 🙂

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Goldklumpen

Samstag, 19. Dezember 2015

Engel werfen keine Schatten.

Menschen aber schon.

Deshalb sollte man gerade zu Weihnachten die Erwartungen an die anderen nicht zu hoch ansetzen und sich einander die Schatten nicht übelnehmen. Dann ist ein Klumpen Gold in jedem kleinen Winkel zu entdecken.

Habt einen schönen vierten Advent morgen!

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über den achten Sinn…

Montag, 14. Dezember 2015

Also, mir liegt echt etwas auf dem Herzen. Dieser Tage, egal wo man geht oder steht (zum Beispiel im Bus) hört man Kommentare von ängstlichen Menschen, die oft selbst nicht viel haben und ums Überleben kämpfen (doch das Überleben im Luxus ist etwas vollkommen anderes als das, was Fliehende damit meinen, wenn sie diesen Begriff in den Mund nehmen):

„Ja die Obdachlosen werden jetzt im Stich gelassen. Und die Leute, die eine Wohnung brauchen, bekommen keine mehr. Und wenn man zukünftig eine Ausbildungsstelle sucht, wird man sich hinten anstellen müssen. Und Jobs, ohooooo, ja die Jobs, die sowieso rar gesäht sind, die nehmen uns bald die Leute weg, die weniger Geld wollen und besser qualifiziert sind. Hilfe, wir werden überrannt, und die Merkel, ja die Merkel ist an allem Schuld.“

Dazu, liebe deutsche Mitbürger, lasst Euch sagen: Glaubt Ihr wirklich, der Staat hätte mehr für die ohnehin schon gebrandmarkten Hartz 4 Empfänger und ausgedienten Rentner übrig, wenn die Flüchtlinge nicht wären? Ihr macht Witze, ich denke nicht.

Was wirklich im Interesse der oberen Reicheleute-Schicht ist, können wir nur erahnen. Nicht einmal unsere Poltiker wissen noch irgendetwas. Über TTIP entscheiden nicht einmal vierzig ausgewählte (wahrscheinlich gut dafür bezahlte) Staatsvertreter an zwei Tagen in der Woche von 10 bis 12 Uhr mittags in einem bewachten Raum in Washington DC. Die anderen dürfen nur mit „Ja“ stimmen und tun es allesamt. SPD und CDU dürften ihren Namen nicht mehr tragen.

Mit „christlich“, „demokratisch“ und „sozial“ hat diese Politik nichts mehr am Hut.

Waffen-Exporte bringen viel Geld. Das Ausbeuten der Dritteweltländer bringt viel Geld, und das Spekulieren auf Nahrungsmittel. Die Pflanzen, die alle Kinder satt machen könnten, werden genverseucht und an die Rinder verfüttert, die keiner gefragt hat, ob sie so leben wollen. Und all die Profite, die mit TTIP noch mehr aus uns herausgepresst werden sollen, haben ein unfassbares Ungleichgewicht auf diesem Planeten erschaffen.

Ihr solltet Euch fragen, warum die Regierungen nicht schon vor vier Jahren oder früher anfingen, diese Völkerwanderungen zu verhindern. Sie wurden von vielen Experten deutlich darauf hingewiesen, dass dies kommen würde. Unsere Geheimdienste wussten das. Es gibt Dokumente aus den USA, die belegen, dass der IS so stark werden würde und ein Kalifat droht.

Statt auf offene Grenzen zu schimpfen, solltet ihr fragen, warum unser Sozialsystem überhaupt finanzierbar war… Munition, Zahpasta-Zutaten für Syrien (Giftgas), Handfeuerwaffen, Panzer… Und das nicht nur ein Mal im Jahr sondern über Jahrzehnte hinweg. Wo sind jetzt all die Waffen? Ja, das ist die große Frage. Die lösen sich ja nicht in Luft auf. Die Rüstungsindustrie hat Deutschland Milliardengewinne eingebracht. Die Folgen? „Wieso, welche Folgen?“ sagte man sich in den obersten Reihen, „Ist doch alles weit weg. Das sehen unsere Wähler ja nicht.“

http://www.welt.de/politik/deutschland/article142972724/An-diese-Staaten-liefert-Deutschland-Kriegswaffen.html

So und nun liebe besorgte Bürger mit der `NachunsdieSintflut-Konsumanspruchshaltung´, erlaubt mir meine Empörung auszusprechen, denn „noch“ leben wir offiziell in einer Demokratie, obwohl das natürlich begründet diskutiert werden kann: Es ist Zeit, das ewige Wachstum als Lüge zu enttarnen und von unseren Regierungen zu verlangen, ein weltweit neues System einzuführen, das den Bürgern und nicht den Konzernen dient. Und die Bankengeschäfte sollten auf reale Werte heruntergeschraubt werden.

Es fliegt uns bald alles um die Ohren, aber da können die Ärmsten der Armen doch nichts dafür. Die baden nämlich mit Leib, Hab und Gut und Leben all diese Schweinereien aus. Und wir gucken einfach zu, sitzen mit unseren wohlgenährten Hintern die gepolsterten Stühle platt und beschweren uns über die Heizkosten und die offenen Grenzen.

Die Sicherheitsfrage, die ist meines Erachtens begründet, aber das Wissen um diese Gefahr ist nicht erst ein Paar Wochen alt. Unsere Geheimdienste haben unsere Regierungen schon vor Jahren gewarnt, dass dies so kommen würde. Ich glaube, dass das gewollt ist. Offiziell tut man überrascht und prügelt auf die Merkel ein. Inoffiziell aber ist es doch nur günstig für die Heuschreckvertreter unserer Wirtschaftsform, die asozial und räuberisch über diesen Planeten herfällt und ihn gnadenlos aussaugt, wenn die Konsumenten Angst haben und sich freiwillig ausspähen und kontrollieren lassen.

Klar, dieses Spiel geht nicht ewig so weiter, aber solange man sich noch bereichern kann, ist der Speckgürtel um das eigene Imperium immer robuster geworden, bis es knallt. Und dann haben die Oberreichen genügend Mittel, sich vor den bürgerkriegsähnlichen Zuständen abzuschotten und zuzuschauen, wie sich die Population der Menschheit dezimiert.

Ich denke, wir alle, die Konsumenten sollten diesem Fahrplan einen Strich durch die Prognosenkurve machen.

Mitgefühl, Reichtum im Herzen, Miteinander, Freude, Singen, Tanzen, Beten, Meditieren, Basteln, sich gegenseitig Beschenken, Geben, das eigene Bewusstsein schulen und trainieren auf VERTRAUEN und GEMEINSCHAFT… Wenn ich mit jemandem aus einer anderen Kultur Tee trinken kann, brauche ich nicht die Glotze einzuschalten. Wenn ich mit der Rentnerin von nebenan und meinem Kind ein Mandala ausmalen kann, braucht mein Kind kein Fernsehen mehr. Wenn die Fremde auf der Straße mich neugierig betrachtet, kann ich einfach lächeln und ihr zeigen, dass sie willkommen ist und ich ihr nur das Beste wünsche. Ein Lächeln zurückzubekommen ist mehr wert als ein neues Smartphone, mit dem ich angeben könnte.

Wir werden so oder so bald auf den ganzen Luxus verzichten müssen, die Frage ist doch, tun wir es unfreiwillig und im Chaos, oder machen wir es strukturiert und mit Fahrplan, bereitwillig und Stück für Stück, um uns an weniger Luxus und mehr Inhalt gewöhnen zu können? Machen wir uns klar, was wir durch den Verzicht gewinnen könnten, oder gehen wir unter in Angst und Hass?

Ich glaube, nur ein radikales Umdenken und Öffnen der Herzen wird uns wieder versöhnen und klar im Kopf machen. Das ist radikal und nicht naiv gemeint. Wir müssen die Angstmaschine anhalten und uns auf ethische Werte zurückbesinnen, die eine weltweite Gerechtigkeit ermöglichen. Wir alle brauchen nicht diese Masse. Wir alle brauchen nicht viel Materie, um zu überleben. Was wir wirklich brauchen, ist eine bewusste Anbindung an unsere Erde und eine gefühlte Verbindung unserer Spezies, die bunt und verschieden sein darf, solange sie ihre eigene Vielfalt begrüßt und sich daran erfreut.

Für mich ist der achte Sinn das Teilen. Denn ohne das Teilen kann die Liebe nicht fließen. Ohne das Teilen verstopfen die Herzen und die Köpfe produzieren Ängste, die die Massen überwachbar machen und lenken.

Wollt Ihr das wirklich? Unfrei leben aber Hauptsache nen dicken Benz vor der Tür?

Ich nehme traurig wahr, wie es derzeit ist. Jeder denkt: „meine Familie, mein Haus, meine Wohnung, mein Auto, mein Telefon, mein Garten, meine Steuern, mein Briefkasten, meine Gesundheit, meine Abrechnung, meine Rente, meine Zukunft, meine Kinder, meine Weihnachtsgeschenke. Doch die fünfziger Jahre sind vergangen. Unbewusst haben alle längst gemerkt, dass eine Veränderung ansteht, die den Menschen Angst macht, weil sie Bewährtes und Vertrautes ins Wanken bringt.

Ein Raunen geht um.

Ich spüre aber zeitgleich ein Sehnen nach einer Freiheit in mir. Eine Freiheit, die für alle gilt und nicht nur für uns Deutsche.

Wenn ich sie einlade, diese Freiheit, in mir Raum einzunehmen und sich mitzuteilen, muss ich automatisch lächeln.

Ich glaube, dass es für uns alle möglich ist, sie zu erleben, wenn jene, die wir wählen, sich auch zur Aufgabe machen würden, den Völkern zu dienen und nicht den Bossen. Wenn wir nicht zum Mediamarkt rennen, um den nächsten Flat Screen für Weihnachten zu kaufen, sondern uns zugestehen, vielleicht einmal weniger zu konsumieren und statt dessen die eigene Zeit zu spenden, das würde einen ersten Wertewandel mit sich bringen.

Wir könnten unsere Konsumstarrheit überschreiben: mit gefühlten Begegnungen mit Menschen, die weniger haben als wir selbst. Denn es ist kostbar, wenn ein fremdes Augenpaar Dich in einer Unterhaltung beginnt, anzulächeln. Und dafür ist es doch gar nicht wichtig, welchen Status diese Person hat. Selbst ein gesellschaftlich „gefallener“ Mensch mit Alkoholproblem und Tätowierungen im Gesicht hat eine Seele und friert da draußen vor der Tür des Supermarktes. Es ist wichtig, ihm ein Lächeln zu schenken, auch wenn man keinen Euro übrig hat, ihm von Herzen alles Gute zu wünschen und ihn direkt anzusehen. Jeder möchte gesehen werden. Niemand ist umsonst hier.

Es sind Millionen Menschen wie wir, die nun in kalten Zelten an der Grenze zu dem Land ausharren, in dem sie einmal zuhause waren. Das darf uns einfach nicht egal sein!

Auch deutsche Waffen wurden gegen sie gerichtet und sie flohen von allem, was sie einst besaßen, nur um zu überleben. Sollen sie alle im Winter an der Grenze erfrieren? Soll das in unserem Namen geschehen, weil die Politiker, die die meisten von uns gewählt haben, die Macht besitzen, das so zu entscheiden? Also!

Sicher kann ein Land nicht alle Millionen aufnehmen, aber gar nichts tun und darauf warten, dass niemand mehr kommt, wenn nur genug Stacheldraht an der Grenze liegt, kann ja wohl nicht die Lösung sein. Das Ungleichgewicht, das seit Jahrhunderten auf der Welt entstand, klopft nun an unsere Tür. Da ist es nicht damit getan, die Tür abzuschließen. Wie heißt es so schön? Die fetten Jahre sind vorbei.

Wir sollten die Heimat dieser Menschen befreien von korrupten Regimenten, Terrorismus und bitterer Armut. Solange es noch Waffen gibt auf diesem Planeten, sollte man sie nutzen, um die Waffen einzusammeln und zu zerstören, die jetzt in Händen sind, durch deren Adern nichts als wütender Hass pulsiert.

Wir haben in der westlichen Welt Soldaten, die gut dafür bezahlt wurden, Soldaten zu werden und zu sein. Sie haben sich dazu entschieden, einen Beruf gewählt, der den Umgang mit Waffen lehrt und der Verteidigung dient. Sie müssen jetzt gefragt werden, ob sie bereit sind, ihr Versprechen einzulösen und die Waffen einzusammeln, die jetzt Millionen Menschen bedrohen. Unschuldige Menschen. Die Linken sind gegen den Krieg. Das bin ich auch, doch leider ist eine große Gefahr ignoriert worden. Und die Fanatiker sind leider nicht zu besänftigen. Sie müssen überwältigt und weggesperrt werden. Vielleicht gibt es dann auch Möglichkeiten, ihnen das Gift aus den Adern zu holen, doch erst einmal brauchen Millionen von Menschen wieder ein Zuhause. Das wird nicht friedlich ablaufen können. Aber es muss geschehen. Je länger wir warten, desto mehr Fanatiker werden heimlich in der Nachbarschaft einziehen und an Bomben basteln. Und das ist Realität.

Die Zerschlagung von Terrormilizen (ob durch die USA initiiert oder nicht, sie sind jetzt existent) erreicht man nicht damit, indem man Bomben auf Zivilisten schmeist, sondern nur mit Menschen, die in der Lage sind, direkt zu sehen, wer ihnen gegenübersteht und nur zu schießen, wenn es aus Notwehr geschieht. Da differenzieren mir die „Linken“ zu wenig. Es ist ein Unterschied, ob ich Bomben auf Unschuldige schmeiße oder Menschen aus Notwehr erschieße, weil sie Unschuldige mit Waffen bedrohen.

Der kapitale Westen muss, parallel zur direkten Terrorismusbekämpfung, sofort aufhören, arme Länder auszubeuten und hohe Strafen verhängen für jene, die mit Nahrungsmitteln jonglieren und Billiglöhne zahlen, Kinderarbeit auf Kakaoplantagen initiieren, Regenwaldabholzung befehlen, Ölbohrungen im Eis vornehmen, Sojaplanzen an die Tiere verfüttern, statt an hungernde Kinder… you name it. Das ist nicht in Ordnung, das raubt allen Lebewesen den Lebensraum. Um die Ausbeutung der Erde zu beenden, müssen aber alle Leutchen hier, wo wir das Glück hatten, von der Ungerechtigkeit zu profitieren, ihren Überfluß hergeben. Der Trost könnte sein, sich bewusst zu machen, dass ein materieller Überfluß, wenn man ihn aufgäbe, Raum für seelische Nahrung machen würde. Der Kapitalismus hat die Seelen ausgesaugt, ihnen den Raum genommen, gepflegt und verwöhnt zu werden.

Burnout ist ein Begriff, der erst durch diese Wirtschaftsform Leben eingehaucht bekommen hat.

Die Sicherheit, wie sie uns eingetrichtert wurde, aufzugeben, wird uns nicht gefallen und natürlich macht es Angst, aber wenn die Kinder unserer Kinder noch einen Planeten bewohnen wollen, müssen diese Veränderungen sein. Wir brauchen eine 35 Stunden Woche, damit jeder eine Anstellung findet und sich gesellschaftlich gebraucht fühlt. Wir brauchen reale Löhne und weniger Bürokratie. Ich wäre ja für das Grundeinkommen, doch das kriegen wir erst hin, wenn die Flüchtlingskrise gemeistert ist. Wir brauchen eine Prioritätenliste. Erdogan mit Milliarden zu füttern, damit er die Flüchtlinge an Al Kaida ausliefert und untätig zuzusehen, wie er Öl vom IS bezieht, ist kein gutes, zu Ende gedachtes Konzept. Und unsere Nationalhelden in die arabischen Imirate fahren zu lassen, um dort ein Fussballspiel in Freundschaft auszutragen, ist der blanke Hohn.

Wer unterstützt den IS? Und wer hat gerade deutsche Waffen erhalten?

Hört auf zu jammern und schreibt Briefe an die Kanzlerin. Beschwert Euch nicht über ihre bigotte Hilfsbereitschaft, die eine bipolare Persönlichkeit vermuten lässt, angesichts der Verbrechen an der Menschlichkeit, die diese Frau mitzuverantworten hat. Beschwert Euch über TTIP und Waffengeschäfte. Beschwert Euch über mangelnde demokratische Gesprächsversuche mit unterschiedlichsten Regierungen im nahen Osten. Beschwert Euch, dass man nicht ernsthaft jene Menschen um Rat bittet, Entscheidungen zu treffen, die den Menschen dienen und eine neue Wirtschaftsform entstehen lassen könnten, die alle Menschen auf der Welt gleich behandelt und Lebensgrundlagen sichert. Es gibt so viele kluge Köpfe, die das bereits durchdacht haben und an einem großen Tisch sitzen könnten, um revolutionäre Gedanken in die Wirklichkeit zu transportieren. Sie sollte man gut bezahlen und für ihr Engagement belohnen. Da wäre ich sehr dafür. Nicht die raffgierigen Gängster sollten die Profite der Produktivität eines Landes einstreichen. Die Bürger bringen durch ihren Fleiß und ihren demütigen Beitrag das Geld in die Kassen. Sie geben jeden Tag ihre Zeit, ihre wertvolle Lebenszeit, damit wir alle zusammen hier leben können und das Prinzip „Geld“ vereinfachen kann, was früher das „Tauschen“ war. Die Idee ist doch gut gewesen, doch die Entwicklung dieser Idee muss heute dringend korrigiert werden. Jene, die das Geld arbeiten lassen, anstatt den Menschen Arbeit zu geben, sollten nicht auch noch Millionen-Abfindungen bekommen, wenn sie die Allgemeinheit um ihr Schatzkästchen betrogen haben. Wir sind hier nicht bei Pinoccio.

Und dann guckt dort hin, wo wir helfen können, wo es Menschen schlechter geht als uns. Das muss nicht immer Geld sein. Es kann schon ein freundliches Lächeln Hoffnung spenden.

Die wunderbare Alin Coen hat es in diesem kleinen Film bewiesen. Es ist fühlbar. Es ist singbar. Es macht frei. Und es macht Spaß.

Ich glaube, dass dieses Gefühl nicht nur einem Partner gelten muss. Denn wenn jeder mit jedem teilt, was er zu geben hat, statt immer davon zu reden, was er haben möchte, haben wir immer weniger Not in der Welt.

Teilen!!!!!!!

Singer- Paintwriter

Donnerstag, 10. Dezember 2015
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Ausschnitt aus dem Bildadventskalender in der Kita. Meine Tochter hat Maria gemalt. Stolzebrustquell-Grinsemama Lina

Advent, Advent…

Freitag, 4. Dezember 2015

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http://www.mimikama.at/allgemein/islamischer-kalender-von-lindt-erregt-die-gemter/

In den kleinen alltäglichen Dingen (hier ist es ein Adventskalender) entscheidet sich, ob Menschen das Vebindende – also den Frieden – anstreben und leben oder auf Unterschiede und Schubladen pochen, die sie dann wiederum mit Bibel, Koran, Tora oder marktwirtschaftlichen Grundprinzipien erklären. Und das wird ewigen Krieg nach sich ziehen. Dieser Krieg verneint, dass wir alle Individuen der selben Spezies sind und in den Grundstrukturen gleich, egal wie wir uns etikettieren, egal mit welcher Kultur oder Religion wir uns identifizieren. Jede Identifikation wird dem Sein letztlich übergestülpt und kann niemals existenziell wahrhaftig sein. Warum? Weil der Grundgedanke der Trennung das Leben verneint. Es gibt nicht nur EINEN Gott irgendeiner Religionszugehörigkeit. Es gibt den Gott, der sich uns allen so zeigt, wie wir es vermögen, ihn zu sehen. Und wir sehen nur, worauf unser Denken ausgerichtet ist.

Nicht der Gedanke, nicht die Idee eines Ideals kann der Anker der Existenz sein, das Sein, das sich nicht erklärt sondern einfach ist, ist dieser Anker.

Das Denken eines Ideals, die gefühlte Identifikation damit, schneidet den einzelnen Menschen vom Fühlen – der Ankerkette seines Seins, ab.

Die Welt wird zuplackatiert zu Grunde gehen, wenn wir nicht endlich begreifen, dass wir alle im Innersten verwandt sind. Einfach weil wir sind. Das ist doch das eigentliche Wunder. So einfach, dass keine Theorie diese Schlichtheit in ihrer allumfassenden Wirklichkeit ergründen könnte. Das hat Platon damit gemeint. „ich weiß, dass ich nichts weiß.“

Noch eine kleine Anmerkung zu den Kritikern des „islamischen“ Adventskalenders: Jesus wurde nicht in Bayern geboren, wo Leute Lederhosen trugen und Geranien am Stall hingen. So einige Krippen, die hierzulande hergestellt werden, verfälschen die Geschichte. Krippefiguren in orientalischen Gewändern sind näher an der Geschichte als die Gewandschneiderei des Mittelalters, die unsere Heiligenbilder ziert. Und jaaaa, auch Christinnen trugen einst ein Kopftuch 🙂 und man sollte auch nicht unterschlagen: auch die Kreuzzüge terrorisierten einst die Menschen anderer Kulturen. Gemessen an der Existenz der Welt, ist seitdem gerade einmal ein Wimpernschlag vergangen.

Drum seht, wo wir heute stehen. Wo könnten wir sein? Was ist möglich? Nur das zählt. Nur das, was wir jetzt denken, können wir auch in Zukunft sehenden Auges und fühlenden Herzens erleben.

Um vielleicht sogar einmal radikal in die andere Richtung zu denken, wenn es um den angstbesetzten Islam geht:

Mouhanad Khorchide, „Islam ist Barmherzigkeit“

(Mouhanad Khorchide, geb. 1971 in Beirut, aufgewachsen in Saudi-Arabien, studierte islamische Theologie und Soziologie in Beirut und Wien, wo er mit einer Studie über islamische Religionslehrer promovierte. Seit 2010 Professor für Islamische Religionspädagogik an der Uni Münster.)

Dieses Buch wurde mir heut von einem sehr geschätzten und arg belesenen Geist und einem riesigen, demütigen Herz sehr warm empfohlen. Er sprach davon in höchsten Tönen. Nebenbei bemerkt ist dieser liebe Freund von mir Christ. Vielleicht kennen ja einige von Euch den Laternenmann, der weise Zitate an die hamburger Nachtfalter verteilt. Da allein schon der Titel so einen wundervollen Gegenpol zu unserer gehetzten Zeit mit Hang zur Verhetzung aufzeigt, dachte ich, es wäre nicht verkehrt, dies mit anderen zu teilen. Lasst uns gemeinsam das Gute anvisieren und geistig nähren!!!

 

Fenster auf

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Nun ist das Jesuskind auf dem Weg in unser Bewusstsein, wächst im Leib der Mutter heran, um uns die Geschichte des göttlichen Seins zu erzählen, das sich die Materie einverleibt.

Und in allen Herzen ist er, der Gott in jedem von uns.

Es gibt ein Fenster in jedem Herzen.

Und zu jeder Zeit ist eine Chance da, die Möglichkeit, den Riegel anzuheben und das Fenster zu öffnen.

Davon handelt dieses gesungene Gebet.

Jesus ist für mich keine Religion. Die Kirche sagt, Gott sei sein Vater.

Für mich ist Gott die bedingungslose Liebe im Raum, die alles durchdringt. Er ist unser aller Vater aber auch in uns.

Jesus war ein Mensch wie wir. Er hat nachempfunden, wie es ist, zugleich Gott und Mensch zu sein.

Wenn also ein Gott uns verstehen kann, dann ist er es.

Diese verletzliche Live-Version sang ich in der Kirche des Gefängnisses Santa Fu in Hamburg, wo die „Sünder“ unserer Gesellschaft ein paralleles Leben führen. Eine eigene Welt, eine eigene Sprache, eine stille Enge in den Gängen. Ganz schön aufregend war das 🙂

Egal, wie ausweglos es manchmal zu sein scheint, es gibt immer dieses innere Fenster, das man öffnen kann.

Und es gibt eine bedingungslose Liebe im Raum, die Dir hilft, den nächsten Schritt zu tun.

ich wünsche Euch allen eine gesegnete Adventszeit. Egal an welchen Gott Ihr glaubt, oder ob überhaupt. Ich sende Euch einen lieben Gruß von Fenster zu Fenster. Macht die Tore auf und heißt die Liebe willkommen. Nichts brauchen wir mehr in diesen Zeiten!

Zeigt Eure Verletzlichkeit und Euer Mitgefühl. Keiner braucht perfekte Menschen. Ich zeige Euch absichtlich diese Aufnahme. Sie ist nicht professionell. Ich habe den Anspruch losgelassen, die Bühnenmulmigkeit (erst Recht als Hochsensible im Gefängnis) zu besiegen. Es ist ein Paar Jahre her. Damals kämpfte ich noch gegen die Bühnenangst an. Ich dachte, sie sei verkehrt. Ich hielt mich mit dieser Angst für ungeeignet für den Beruf als Sängerin, würde ich sie nicht endlich überwinden.

Heute weiß ich, dass sie gesund und richtig für mich war. Eine Bühne entspricht nicht meinen inneren Gleichheitsgefühlen zu allen Menschen. Die schwindende Gleichheit nahm mir mein Gleichgewicht. HEute weiß ich, warum. Denn ich sehe mich auf einer Ebene mit anderen Menschen, ganz egal ob Mitmusiker oder Zuhörer. Es gibt die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum, mit der ich nie genug trainieren konnte, umzugehen. Ich konnte ihn nicht in meinem Leben stehen lassen, diesen Bühnenrand. Er ist für mich eine Illusion, denn wir sind alle gleich. Wenn ich mein Inneres teile, dann auf der selben Ebene. Ich denke, es gibt Musiker, die dazu einen wundervollen anderen Zugang haben.Für sie ist es eine Freude, im Mittelpunkt zu stehen. Diese Freude zu teilen macht großen Sinn. Ich hatte diese Freude immer erst NACH dem Auftritt 🙂

Mein Weg ist eher der des Schreibens und der Kunst. Womit ich nicht sagen möchte, dass ich die Musik in Zukunft außen vorließe. Es ist alles ein Weg, aber meiner ist definitiv nicht der Weg der professionellen Musikerin, die besser sein muß als andere, um zu überleben. Ich kann nur ich selbst sein. Und ich werde immer älter und blicke mehr und mehr nach innen. Erfolg hat für mich mehr mit dem Innen als mit dem Außen zu tun.

Der Wettbewerb ist nicht das, an was ich im tiefstem Herzen glaube. Ich weiß, dass mein Herz nicht verglichen werden muss, um zu wachsen.

Im Gegenteil. Die Selbstoptimierung ist zwar allgegenwärtig, doch gehe ich ihr immer seltener auf den Leim. Wenn überhaupt in Sachen geistige Entwicklung. Da erwische ich mich öfter noch dabei, ein besserer Mensch werden zu wollen. Doch…

Es gibt genug Illusion und Perfektion. Digitale Zahlen, Computernullen, die die Welt steuern. Leute starren auf ihre Handys und laufen wie die Zombies durch die Stadt. Ich habe eine laute neue DINGDONG Glocke an meinem Fahrrad, um täglich mindestens drei Smartphone-Unfälle zu umgehen… Die Menschen verlieren ihr Gespür in digitalen Welten. Das Gespür in sich und andere. Wir vergessen digital, was wir wirklich brauchen.

Wir alle brauchen die echten Menschen ineinander, damit wir lernen können, einander zu begegnen, miteinander zu leben, wie unterschiedlich wir auch sein mögen. Denn eigentlich sind wir alle verbunden. Metaphysisch gesprochen ist es absurd, zu behaupten, wir wären so verschieden. Islam, Judentum, Christentum, Atheist, Buddhist, Kurde, Türke, Italiener, Schwede, Indianer, Afrikaner… Anstatt zu sagen: „Wow, was für eine Vielfalt!“, werden Ängste geschürt. Aber aus einer göttlichen Perspektive heraus betrachtet, sind wir alle miteinander verbunden – eine Spezies. Darauf sollten wir uns besinnen und unsere Fenster füreinander öffnen. Denn wenn der Gott in uns allen wohnt, können auch wir alle diese Perspektive einnehmen.

Fenster

das wünsche ich mir.

Liebe

Lina