Archiv vom Januar 2016

Kapital und dann?

Samstag, 30. Januar 2016

Blütengemüt unterwegs

Donnerstag, 28. Januar 2016

In der Eile, woran denkst Du?

Was es mit der Skulptur auf sich hat: http://linahawk.com/?page_id=1946

Absurde-Abschiebe-Debatte

Mittwoch, 27. Januar 2016

Verallgemeinerung ist Gift und führt zu rassistischen Vourteilen.

Vertuschung von real existierenden Problemen ist aber fahrlässig.
Es gibt nicht nur DEN Islam. Die Länder, in denen der Islam gesellschaftsformend praktiziert wird, sind unterschiedlich.
Wenn das Problem der Übergriffe von links geleugnet, von rechts wahlpolitisch ausgeschlachtet wird, der Herr der Misere die Polizei anweist, nicht offen über kriminelle Tendenzen zu sprechen – sprich verschleiert wird, kann man kein Geld in die Hand nehmen, um das Problem anzugehen. Von Abschiebung zu sprechen, ist vollkommen absurd, wenn man gar nicht weiß, wen man denn abschieben soll.
Hier müssen Fachleute ran und ihre Arbeit machen. Anstatt nur populistisch über Schuld von XY zu reden, sollte man endlich fragen: „Ok, es gibt hier ein Problem? Wo genau ist es zu lokalisieren? Differenzialdiagnose. Nicht jeder Muslim ist kulturell frauenfeindlich geprägt. Aber zu behaupten, es gäbe dieses Problem grundsätzlich im Islam nicht, ist widerlegt worden.
Anstatt man die Experten (wie z.B. den Professor Heinsohn im Interview unten) in dieser Sache mal an einen Tisch holt und Konzepte erarbeitet, die JETZT eine Analyse und daraus abgeleitet einen Fahrplan zur Integration bzw. kulturellen Einwirkens möglich machen könnte, wird polarisiert und todgeschwiegen. Traumatherapeuten, Sozialarbeiter, lehrende Männer aus der eigenen Kultur, die sich hier ein Leben aufgebaut haben und den Jugendlichen, denen eine Vaterfigur fehlt, unsere Werte vermitteln, Kunsttherapeuten, Beschäftigungsideen für junge Männer, die tatenlos auf Klappbetten sitzen: All das könnte man jetzt in Unterkünften in die Wege leiten. Doch das kostet Geld. Integration und sofortige Reaktion auf die Ereignisse von Sylvester können nur dann stattfinden, wenn Kulturunterschiede, Bildungsmangel, seelische Not und fehlende Perspektiven angegangen werden.
Aber erst einmal müsste man öffentlich darüber reden dürfen!!!!
Man sollte sich nicht einen Orden anhängen, weil man diese Menschen aufnimmt.

„Refugees welcome“ alleine reicht nämlich nicht. Man darf nicht nur jene sehen, die es an unsere Tore geschafft haben.

Es geht vor allem um die Millionen, die noch ausharren in Lagern, wo die Essensmarken nicht ausreichen, die Jugendlichen vollkommen perspektivlos zum Nichtstun verdonnert sind, Kinder nicht mehr zur Schule gehen.
Wenn man wirklich für die Flüchtlinge sprechen möchte, muss man für ALLE sprechen und realistische Modelle entwickeln, kollektive Hilfe für Millionen bereitzustellen. Und daran arbeiten, dass diese Menschen wieder nach Hause gehen können. Und den Zustrom schon vorher steuern, verfeindete Gruppen getrennt unterbringen. Alleinreisende junge Männer separieren und beschäftigen, Frauen und Kinder bekommen eigene Unterkünfte, um sie vor Übergriffen zu schützen, Familien nachholen, aber eben auch nur Leute reinlassen, die man einordnen kann. Helfen ja. Ohne Papiere nur Frauen Kinder und Familien. Alleinflüchtende sollten in Lagern untergrebracht werden, die vor unserren Außengrenzen Schutz bieten und die Kids durchleuchten. Dazu braucht man Leute, die ihr Leben dafür nicht brachliegen lassen können. Das heißt, man müsste sie bezahlen. Und wenn sie als ungefährlich gelten, nicht radikalisiert oder kulturverachtend, dürfen auch sie einreisen mit Papieren.
Die wahre Aufgabe beginnt erst dann, wenn die Flüchtlinge hier sind… Ein Hollywoodfilm endet meist mit dem Happyend der Hochzeit. Doch die wahre Geschichte finge erst an, wo der Film zu Ende geht… Dass diese Menschen Hilfe bekommen, ist das Mindeste: betrachtet man die Ursprünge der lebensbedrohlichen Lebensumstände in den Ländern, aus denen die Menschen flüchten. Die Ursachen sind komplex. Doch mitverantwortlich sind die westliche Wirtschaftsentwicklung inkl. Börsenspekulationen ohne Rücksicht auf Menschen, Waffenexporte und kriegstreiberische Politik. Wenn man die Profite der Waffenlobby, der Lebensmittelspekulation, der industriellen Ausbeutung der Dritteweltländer einmal errechnen würde: sagen wir einmal nur aus den letzten zehn Jahren: wäre das nicht eigentlich die Summe, die man den Kosten der Flüchtlingshilfe gegenüberstellen müsste? Ich wüsste gern, wie viel Zehntel von diesen Profiten nun einmal für jene anfallen, die all diese Sauereien nun ausbaden müssen. Wie hoch wäre die Summe, die man nun auf den Tisch legen müsste, um die Konsequenzen aus verantwortungslosen Entscheidungen für Profite und Milliarden-Staatshaushalte nun auch zumindest anzugehen?

http://www.welt.de/vermischtes/article151043934/Es-gibt-in-der-islamischen-Welt-keine-girl-friends.html

Bewusstwerdung als Mensch, als Gemeinschaft, als Individuum

Montag, 18. Januar 2016

Da draußen gibt es einige Lehrer für ein neues Bewusstsein (ich nenne das jetzt einmal abgekürzt so).

Viele haben mich sehr überrascht, sprachlos staunen lassen, auf jeden Fall aber meine Hirnzellen angeregt, in neue Richtungen zu denken.

Was mich aber immer stutzig macht, ist, wenn die Vermittlung einer beeindruckenden neuen Formel oder energetischen Heilmethode zu einem Imperium heranwächst, welches massenhaft Gelder von Jüngern abkassiert. Grundsätzlich ist eine logistisch organisierte Verbreitung von einer guten, hilfreichen Lehre super, und dazu gehört dann halt auch ein Team von Mitarbeitern, die alle leben müssen, keine Frage.

Doch wenn die Profite in die Millionen gehen, große Hörscharen den Redner anhimmeln und immer wieder süffisant gelacht wird, der Redner sich in der ganzen Aufmerksamkeit ahlt, dann hat er mich nicht überzeugt.

Ich höre mir dann vielleicht Cds an oder lese auch einmal etwas für mich allein, denn die Lehre hat ja an sich nichts mit dem Ego des Lehrenden zu tun.  Aber irgendwie habe ich eine innere Alarmlampe bei Großveranstaltungen dieser Art. Motivationstraining für Suchende ist nicht mein Ding.Die Gefahr, als Zuhörer zu sehr meinen inneren Bezug zu verlieren und meine Selbstverantwortichkeit in die Hände dieses Gurus zu legen, ist für mich spürbar.

Wenn Massen einen Einzelnen anhimmeln und der das sichtbar genießt, empfinde ich Unbehagen, selbst wenn ich dabei viel Lachen kann, weil der Redner sehr witzig ist.

Ganz anders ist das bei Eckhart Tolle. So eine Bescheidenheit! Sicher, er ist in Sachen Selbstdarstellung nicht der Versierteste. Aber genau DAS lässt mich vertrauen. Es geht nicht um ihn, es geht um die Lehre. Und genau so sollte es sein.

Danke.

 

wie entscheide ich richtig?

Und was wäre, wenn wir schon bei den Kindern anfingen?

Was wenn die leitenden Instanzen im Bildungssystem es sich zur Aufgabe machten, den Kindern eine Bewusstheit über das eigene Bewusstsein zu vermitteln?

Ich finde, nichts würde so sehr Sinn machen! Wenn Kinder stark und in ihrer Individualität gefördert würden, könnten wir eine neue Gesellschaft kreieren, die aufblühen und lebendig pulsieren würde.Aus so einer Gesellschaft heraus könnten neue, lebensnahe, erlebbare innovative Konzepte entstehen. Fehler aus der Vergangenheit kann man nur angehen, wenn man einmal die Perspektive und das eigene Denkmuster, die eigene Struktur überdenkt und in Frage stellt. Die Gesellschaft funktioniert auch so. Wenn die Welt auch für unsere Enkel und Urenkel ein lebensfreundlicher Raum sein soll, müssen wir dringend damit anfangen, die Fehler unserer Vorfahren aber auch das Fehlverhalten der Gegenwart zu revidieren.

Das System muss aus sich selbst heraus reformiert werden. Und wo fängt man da am besten an, wenn man es nachhaltig gestalten möchte? In der Schule!!!

Die Realität sieht leider ganz anders aus. Der Hirnforscher Gerald Hüter hat in diesem kleinen Filmchen sehr gut benannt, warum unser Schulsystem dafür sorgt, dass das gesamte System ein Zusammenleben von Objekten ist, statt von interagierenden Individuen.

Karnismus – was ist das denn?

Sonntag, 17. Januar 2016

Das ist mehr als sehenswert!!!! Es sollte eines der größten Anliegen des Menschen sein, zumindest einmal darüber nachzudenken. Nur Mut!

http://karnismus-erkennen.de/

Friedensmeditation in Massen

Samstag, 16. Januar 2016

In immer kürzen Abständen gibt es weltweit organisierte Friedensmeditationen (geteilt auf Facebook und anderen Netzwerken, also zeitgleich und global), an denen sehr, sehr viele Menschen teilnehmen.

So auch ich. Das letzte Mal war es um acht Uhr abends. Davor bin ich mitten in der Nacht nochmal aufgestanden.

Wenn ich mich hinsetze und meine Aufmerksamkeit auf meine tiefe Sehnsucht nach Verbundenheit und Frieden richte, sie umwandle in eine Gewissheit, dass ich mit diesem tiefen Herzenswunsch nicht allein bin, ja sogar tausende von Menschen auf der ganzen Welt mit mir zusammen gerade JETZT daran denken und heute zur Primetime sogar all ihre guten Wünsche dafür hergeben… Was kann ich dann im Kleinen tun, um zu dem erwünschten Weltfrieden einen Teil beizutragen?

So eso-erleuchtet eine halbe Stunde auf dem Kissen zu hocken ist zwar nett, aber Liebe zeigt sich in der praktischen Umsetzung, wobei natürlich das Hinsetzen ein wunderbarer Anfang ist, keine Frage!

Und da fallen mir nur das Mitgefühl und die gewaltfreie Kommunikation ein, die ich in eigener Verantwortung (denn da fängt alles wirklich erst an, lebendig zu werden) üben und praktizieren kann.

ein sehr sehr lesenswerter Artikel darüber, warum Dir niemand etwas anhaben kann:

http://www.radicalnow.de/2015/11/27/3-ueberraschende-einsichten-warum-dir-niemand-etwas-anhaben-kann/
Ich habe das, was in dem Artikel angesprochen wird, in Beziehungen oft erlebt.

Es ist toll, wenn man diese Lern-Chance in Konfliktsituationen zusätzlich mit gewaltfreier Kommunikation verbindet, also versucht, bei sich zu bleiben und Du-Botschaften zu verringern, bis sie automatisch irgendwann nicht mehr aus dem Mund kommen.

Nun kommt ein sehr dominantes Medium der Kommunikation dazu: Das Smartphone – dieser Begriff ist schon einen eigenen Artikel wert 😉 . Doch den verschiebe ich auf eine andere Nacht.

Per SMS ist es fast unmöglich, gewaltfrei zu kommunizieren.

Die Nuancen, die Betonungen, die Mimik, die stille aber machtvolle Aussendung der eigenen Geruchs-(Gefühls-)hormone, sprich die unbewusste Kommunikation des Instinktes… All das ist in einer SMS nicht zu übertragen.

Der Mensch, der Dich tippend angreift, aber nicht persönlich mit Dir reden kann, interpretiert selbst liebevolle Worte negativ – einfach weil er gerade einen Film der Angst und Vermeidungsstrategie fährt, um nicht seine Trigger ansehen zu müssen, es auf das Außen projezieren zu können.

Aber damit umgehen zu lernen und immer wieder in das gute Gefühl zurückzugehen, das man eigentlich zu diesem Menschen hat, das ist erhellend.

Ist denn ein Mensch der Schmerz, der in ihm wohnt? Nein.

Ist denn ein Mensch die Wut, die den Schmerz verteitigt? Nein.

Ist denn ein Mensch der  Unbekannte, der Dich verletzen möchte? Nein.

Ist denn ein Mensch der Attentäter mit dem Herzpfahl in der geballten Faust am angespannten Arm mit pochenden Adern – kurz vor dem Wurf? Nein.

Ist denn ein Mensch nur auf der Welt um MICH zu verteufeln und unglücklich zu machen? Nein.

Aber was ist denn der Mensch, der mir das gerade schreibt?

Meine liebe Freundin, die manchmal so verunsichert und wütend ist über all den Mist, den sie bereits erfahren hat, dass sie all die Backersteine in dem Rucksack auf ihrem Rücken gerade vor sich meint, zu sehen: mich.Und dann setzt sie eine Maske auf, die Wunden reißen kann, ohne es zu wollen.

Dabei hab ich mit der Mauer um ihr Herz nix am Hut. Wir kannten uns noch nicht einmal, als diese Mauer entstand.

Aber ich hab sie sehr gern. Ja.

Doch ich hab auch Angst vor dieser Aggression. Ich fühle mich jetzt auch unvorbereitet angerempelt und auch bedroht. Na klar!!! Zu Recht. Es ist nicht meine Verantwortung. Ich trag das nicht. Das ist nicht in meiner Macht. Das überfordert mich auch. Ok, verstanden. Irgendwie muss ich es schaffen, mich abzugrenzen, ohne mein Herz zu übergehen. Taumel taumel… Stille Stille… Piepston Piepston… Grrrr… und Mmmh…

Das Herz verschrumpelt, wenn man sich provozieren und in diesen negativen Strudel mit hineinziehen lässt. Aber was ist denn eigentlich meiner Realität? Die hör ich ja kaum bei all den in digitalen Buchstaben verpackten Schreien. Was fühle ich, wenn ich diesen Buchstaben nicht vertraue? Was sagt mir mein Herz? Atmen. Puh.

Die Wirklichkeit in meinem Herzen ist die Achtung vor diesem Menschen.

So lange kenne ich sie schon. Doch so vieles weiß ich nicht von ihr. So viele bedrohliche Unsicherheiten und so viele schöne Momente. So ein trauriger und sanfter, schüchterner Mensch. Und in regelmäßigen Intervallen so heftige Erdbeben.

Und trotzdem… ich hab sie sehr gern. Ja. Ja. Das stimmt. Abwarten. Zwischendrin mit anderen Menschen Verbindung herstellen, mich versichern, dass ich gerade richtig bin, wie ich bin. Kurzes Vergessen. Loslassen.

Ich bin real und standhaft bei dieser Achtung geblieben, auch wenn die hilflose Angreiferin sich nicht gerade nett verhalten und mir Vorwürfe gemacht hat, für Dinge, die nicht in meiner Verantwortung lagen sondern in ihrer eigenen.

Reflektion:

Wenn böse Worte im Nachrichtenspeicher landen, nicht in den Selbstverteidigungsreflex zu gehen, ist gar nicht leicht.

Mein großes Thema ist, dass ich verstanden werden möchte.

Also ist diese spezielle Erfahrung doch eine super Lernaufgabe.

Kein Mensch MUSS mich verstehen. Warum auch? Wäre doch schon super, wenn sich jeder Mensch selbst verstünde!

Aber mein Hirn weiß das nicht, wenn ich in Not gerate, weil ich mich ungerecht behandelt fühle.

Einen Schritt zurück und „MOMENT; was ist hier eigentlich gerade los?“

Es ist Übungssache und lohnt sich sehr. Es befreit das Herz dafür, sogar Menschen, die dich angreifen, mit annehmendem Blick zu betrachten.

Doch dazu braucht es einen Abstand, den die Sms bereitwillig schenkt.

So erkenne ich auch hier: alles hat zwei Seiten. Zwar ist die Kurzmitteilung extrem beschränkt, birgt Missverständnis-Potential in Primzahlen, doch gibt sie auch Pausen zwischen den Sätzen. Sie schenkt Dir die Macht, selbst die Pause und den Denk-Spür-Raum bestimmen zu können. Nicht übel! Besonders für jemanden wie mich, die Schlagfertigkeit definitiv nicht im Blut hat :-).

Irgendwann passiert es dann automatisch, dass das Mitgefühl angeht. Ich verstehe fühlend gerade durch den Abstand und die Chance, bei mir zu bleiben, dass dieser Mensch nur ein Ventil braucht, weil er mit seinen Gefühlen gerade nicht klar kommt und sich allein fühlt.

SICH ALLEIN FÜHLT.

Kennen wir das nicht alle? Ja natürlich!

Wir geben es nur nicht gern zu, oder? Aber nichts auf der Welt könnte uns so verbinden und milde machen, wie es diese Gemeinsamkeit vermag.

Die Hilflosigkeit, allein vor diesem inneren Wirrwarr zu stehen, macht den Angreifer so wütend, und er sucht einen Grund im Außen, der an diesen Gefühlen Schuld sein soll.Stammhirn agiert. Herz ist taub.

Doch Schuld ist für mich eine Illusion. Es gibt nur Ursache und Wirkung. Eigentlich sind Angriffe oft unbewusste Schreie nach Aufmerksamkeit und Liebe. Es gibt dann drei Modi, auf einen Angriff zu reagieren:

den Angriff selbst: der Mensch hält seine Gefühle nicht aus und sucht den Grund im Außen, entlädt seine ungemütlichen Gefühle in diese Richtung.

die Flucht: ein reflexartig flüchtender Mensch, lässt Dich einfach allein und die Situation unaufgelöst so stehen.

Oder es gibt Leute, die stellen sich tod und ignorieren Dich vollkommen.

All diese Stammhirn-Reflex-Verhaltensweisen in der Kommunikation bergen die Gefahr, dass das Gegenüber dann auch wieder in die Falle tappt, die das eigene Reflexverhalten aktiviert, weil sie ungemütliche Gefühle wecken, die überfordernd sein können, weil nicht erwartet oder situationsunangemessen oder oder oder. UND WAS HABEN WIR DANN? Genau – Krieg! Dann passiert meist nichts mehr bewusst und hinterlässt nur noch verbrannte Erde.


Ich möchte lernen, mich in solchen Momenten liebevoll abzugrenzen, weil ich hochsensibel bin und mir der Umgang mit Aggression extrem viel Kraft raubt.

Schließlich ist mein Terminkalender und auch mein Seelenleben nicht gerade auf diese Uneinigkeit verbereitet gewesen!!!

Damit möchte ich nicht sagen, dass Aggression nicht da sein dürfte. Ich glaube nur, dass sie eine Botin ist für unaufgelösten Schmerz, der Aufmerksamkeit braucht. Eine Botin für den Empfindenden, nicht für den Auslösenden der Gefühle.

Dieser Schmerz wohnt in uns selbst, nicht im Gegenüber.

Es ist so wichtig, immer wieder zu mir selbst zurückzugehen und in meinem Herzen zu bleiben.

JEDES Gefühl darf da sein. Aber nicht jeder Mensch darf dann als Protagonist für dieses Gefühl bespielt werden.

Ich bin der Regisseur für mein Leben. Ich entscheide, ob ich Statist für jemand anderes´ Drehbuch sein oder mein eigenes Drehbuch schreiben möchte. Nicht aus dem Affekt heraus sondern in Liebe und Bewusstheit.

Ganz schön hoch angesetzt klingt das, wer ist schon immer bewusst, nicht wahr? Vollkommen richtig. Niemand.

Aber die Liebe in meinem Herzen sieht das, erkennt das achtsam an und verzeiht, weil sie selbst sich wünscht, milde angenommen zu werden.

Ich Du Er Sie Es.

Sind wir grammatische Körper oder sind wir lebendig?

Sind wir Roboter oder sind wir lernende Wesen, die mit so unglaublig vielen parallel existierenden Ebenen zurecht kommen müssen?

Also, ich erkenne die Wirklichkeit an und übe mich in Verständnis für mich selbst und andere. Verständnis dafür aufzubringen, Verständnis dafür in mir zu etablieren, eben NICHT immer alles „richtig“ machen zu können. Fehler sind die tollsten Lehrer! Warum sollte man denn darauf verzichten? Warum sich selbst geißeln, stehen zu bleiben, aber perfekt zu erscheinen und es anderen Leuten Recht zu machen?

Mmmhh, nö.

Es ist so wichtig, immer wieder zu mir selbst zurückzugehen und in meinem Herzen zu bleiben. Dort ist die Wahrheit. Zumindest meine eigene.

Und nur in ihr kann ich selbst Verantwortung übernehmen. Und nur aus ihr kann ich jedem Menschen gönnen, seine eigenen Lernringe abzulaufen. Niemand muss meinen Zyklen entsprechen. Manchmal lässt man sich los in Akzeptanz und Respekt. Doch mit etwas Glück kreuzen sich die Wege wieder. In dieser speziellen Situation dauerte es nicht einmal zwei Tage. Da durfte ich sie umarmen und wurde mit Vertrauen belohnt, das heilsame Tränen löste.

Schön.

 

Lava Erde

Freitag, 15. Januar 2016

Ich habe heute wunderschöne Begegnungen gehabt, einen Schritt durch eine ungewisse Tür gemacht und mich Fremden geöffnet, in der Annahme, dass mir dies ein Geschenk bringen könnte.
Und wieder einmal bewahrheitete sich: die zielgerichtete und offene Ausrichtung ist schon die halbe Miete. Ich wurde belohnt.
Eine Welle voll Achtsamkeit, Wohlwollen und Annahme kam mir entgegen und brachte mich an das Ufer einer altbekannten und doch vollkommen unerforschten Lagune.
Ich gehe ganz vertrauensvoll in ein neues Sein hinein, spüre wie schnell und wann ich den nächsten Schritt gehen soll. Ich höre auf Impulse von außen, wo mir mein Herz die Ohren und Augen öffnen kann. Und es gibt eine Sache, die ich immer mehr erkenne:
Es geht nicht darum, ein Ziel zu erreichen, um vor sich selbst eine Prüfung zu bestehen.
Es ist eine lebenslange Reise. Wenn man das versteht, kann man sich alle Zeit der Welt lassen, für die wirklich wichtigen Erkenntnisse.
Denn die nur geistig zu „erkennen“, wäre, als würde man einen Regenbogen nur in Grauspektren erfassen.
Ohne das Erfühlen in dem eigenen Zentrum haben all diese Lebenslehren nur eine oberflächliche Ballettstange zu bieten, an der man sich selbst grazil und stocksteif festhalten und im Spiegel betrachten kann. Diese so oft benannte Arbeit an sich selbst sollte kein fussverbiegender Spitzentanz und auch kein disziplinarisches Wettrennen gegen das parallel existierende Leben in der materiell orientierten Gesellschaft sein. Dafür braucht man nämlich verdammt stabile und gesunde Füße!
Diese weiche, sanfte, geduldige und annehmende Liebe, die Dich hält, wenn Du Dich verletzlich und lebendig fühlst, die kannst Du Dir so nicht schenken.
Dieses Sein ist eine innere Verbindungshaltung zwischen meinem äußeren und inneren Erleben.
Eine bejahende Weise ohne Alter, die jedem inneren Teil die Hand geben und still halten kann, inne halten kann.
Sie ist die Kraft in mir, die Verantwortung übernimmt für alle Bedürfnisse, selbst die verbotenen, und sich inneren Türen zuwendet, die noch geschlossen sind.
Es werden sich immer wieder neue Türen finden, das soll so sein. Es ist eine Illusion, zu glauben, man sei irgendwann einmal „erleuchtet“ und fehlerfrei. Der Mensch ist Mensch. So ist das nun einmal. Aber darin liegt ein Schatz.
Manchmal brauche ich Zeit, die alterslose Weise zu finden. Es braucht Stille um mich herum, zu der ich zur Zeit meist nur nachts einen Zugang habe. Tagsüber prasseln oft so viele Eindrücke auf mich ein, dass ich mich durch den Tag hindurch bewege, und trotzdem innerlich dabei starr und unbeweglich bin wie an einer Ballettstange. Natürlich ist es gut, Instrumente aus Holz zu haben, an denen ich mich entlang-hangeln kann. Doch ist diese Person nur ein kleiner Teil von mir, der irgendwie gelernt hat, zu funktionieren. Das können andere wesentlich besser als ich, doch ich beginne, zu erkennen, dass es mir in diesem Leben nicht darum geht, besser im Funktionieren zu werden. Nur vergesse ich diese Gewissheit leider noch zu oft. Presslufthammer Industrienation.
Das Radfahren hilft mir, die frische Luft, das Licht, das Zurücklächeln von Unbekannten und Bekannten. Und doch ist es meistens nachts, wo eine Blüte in mir aufgeht.
Den Zustand am Tag, wenn die lineare Zeit an all unseren äußeren und inneren Uhrrädern dreht, empfinde ich oft als eine Art stumpfen Traum. Es ist wie ein Nebel aus eckigen Wolken, scharfkantigen Geräuschen, abgehackten Sequenzen, der mich in seine Klauen zwingt und mich erschrickt, ohne dass ich es rechtzeitig merke.
Wie oft erwische ich mich dabei, in Gedanken schon vollkommen woanders zu sein und nicht hier und jetzt lebendig.
Dann helfen Anker. Menschen, die sich an mich erinnern. Orte, an denen ich mich wohl oder sicher fühle. Gedanken an die Fliegen auf dem Jakobsweg, die mir ins Ohr summten: „Linaaaaaahhhh, vergiss nicht die Leichtigkeit!!!!“

Und doch schaffe ich es immer mehr, mein Herz zu öffnen und beide Seinszustände parallel in mir da sein zu lassen.
Ich schaue immer wohlwollender auf die Menschen, lasse mich nicht mehr so leicht irritieren, glaube mehr als je zuvor an den guten Kern in jenen, denen ich begegne, möge er vielleicht zu dem jeweiligen Zeitpunkt noch so verborgen und unsichtbar für mein interpretierendes Denken sein.
Dann passieren kleine Wunder, kurze Begegnungen, Blicke, die mein Herz still lächeln lassen.
Greifbare Straßenkarten für die städtische Anordnung dieses Nebels zu finden, ist nicht leicht. Doch aus ihm heraus schießen manchmal die wundervollsten Regenbogen direkt in meine Mitte und hinterlassen dort einen Schein, den ich nur in meine Venen verteilen, sich in mir ausbreiten lassen kann, wenn ich mich ab und an hinsetze und darüber schreibe.

Wenn ich schreibe, füge ich die Puzzleteile zusammen. Es ist wie Magie. Die harten scharfkantigen Nebelwolken beginnen, sich zu bewegen und durchlässig zu werden. Am Ende weiß ich immer, dass mein Gefühl und meine Intuition nie irren. Egal, was man mir auch erzählen mag. Ich möchte lernen, sie klarer im Nebel auszumachen, sie zu hören und ernst zu nehmen. Egal ob zu dieser Zeit ein Mensch auszumachen ist, der den Nebel als das empfindet, als was ich ihn erspüre, oder ob ich allein unter vielen gut funktionierenden Mitmenschen bin.
Nun muss ich aber auch den Umgang mit diesen beiden Welten finden, denn fließt es einmal beim Schreiben, ist es, als würde die Zeit verfliegen. Schwups sind vier Stunden dahin, und trotzdem klingelt ja morgens der Wecker. Sehr oft wache ich aber nachts auch auf und kann nicht mehr einschlafen. Schmetterlinge schwirren herum zwischen meinen Ohren. Ideen aber auch schwere Falter, die sich Sorgen machen. So viele Pflichten. So viele Pläne. So viel Liebe für mein Kind. So viel Politik und Schreie von Mutter Erde und unbekannten Erden-Geschwistern, die in meinem Herzen erklingen und in mir den Wunsch gebähren, zu handeln, zu erfassen, zu wirken und mich selbst in all diesem Kuddelmuddel auszumachen und festzuhalten, mich selbst zu verstehen und Frieden damit zu schließen, was sich zeigt.
Wäre dies ein Naturvolk-Stamm, wäre ich vielleicht die Frau, die nachts, in einer Mischung aus Wüsten- und Bergbachkräutern, die Sorgen der Stammes-Mitglieder verbrennt und aus dem Feuer den Rauch der guten Kraftsätze herausliest. Sie erkennt die Worte im Schwarz, das nicht verweilt, und dann geht sie im Dorf herum. Unter dem Licht der Sterne huscht sie auf Samtfüßen über still knackende Moos-Äste, bis über jeder Lebenstür ein heilsames Aschezeichen gemalt und auf jede Fussmatte ein leuchtender Satz gelegt ist. In sanften streichelnden Klangsilben, die schwer zu Boden gleiten und einen Teppich für den Schwellenherr bilden, summt sie die guten Wünsche nach innen, lässt ihre Resonanz nach außen gleiten, bis sie an ihrem Ziel ankommen. Eine Liebes-Schamanin.
Ich wünschte, ich könnte das sein – übertragen auf unsere Parallelgesellschaft, die sich so weit von ihrem Ursprung entfernt hat. Nichts fällt mehr von allein an seine Stelle, wie fallende Blätter im Herbst es tun oder fliegende Blumensamen, die ein halbes Jahr später eine ganze Wiese neu bemalen können. Immer schnell schnell, immer in Kästen angelegt, von Forderungen getrieben, dem Wohlstand verfallen, fällen wir die Bäume, verschmutzen die Meere und fischen sie leer, definieren uns über Glauben oder Prestige, spielen Spielchen und verbergen unsere Schwächen voreinander, oder nutzen sie, um uns hinter Fremdbildern von uns selbst zu verstecken.

Ich wäre gern nicht nur für mich selbst das Bindeglied zwischen innen und außen. Ich hätte gern eine hochgradig ansteckende Bindegliedkrankheit, die auf alle Menschen übergreift und ihnen Selbstwert und schützende Stille schenkt. Denn wären wir am Anfang unserer Leben innerlich befriedigt worden in unserem Grundbedürfnis von bedingungsloser Liebe und Versorgtwerden, wir hätten eine andere Zivilisation.
Wenn im Kleinen ein jeder Mensch in sich zuhause ist, wird die Welt als Ganzes ein Zuhause sein, in dem alle sorgsam mit Mutter Gaia sind. Denn die Erde ist unser Blut.
Und wir werden nicht mit Raumschiffen die Festigkeit der Sterne überprüfen müssen, wenn alle den Klang der Sterne vernehmen, in uns selbst.
Und wir werden nicht mehr Ruhm und Macht und Anerkennung im Außen suchen sondern das schlichte Bedürfnis haben, die Quellen unserer Freuden mit anderen zu teilen, weil es uns glücklich macht, wenn ALLE sich freuen, und JEDER daran teilhat.
Und man wird interessiert und haltend wahrnehmen, wenn die Angst anklopft, bevor eine Tür sich öffnet und dann die Leere hinter dem Schmerz neues Leben bringt.

Lava-Erde ist die fruchtbarste aller Erden.

So stelle ich mir heut beim Einschlafen vor, wie unter all der verbrannten Erde, die wir Menschen schon hinterlassen haben, ein unermesslicher Drang nach Leben beginnt, zu wachsen. Ich stelle mir vor, das genügend Menschen daran glauben und ihre Herzen öffnen, damit es möglich wird. Ich stelle mir vor, wie der Glanz und der Klang der Sterne herabfällt und sich im Tau des Morgens auf alles legt, was reglos war. Und ich stelle mir vor, wie die pulsierende, ebenfalls klingende Liebe der Erde uns unbemerkt in die Ohren und Poren kriecht und bewusst macht, wie sinnlos all diese Kämpfe waren und was die eigentliche Sehnsucht dahinter war: bedingungslose Liebe.

Ich stelle mir vor, dass es bald genügend Menschen angesteckt hat, so dass sie handeln und anderen das Mögliche vermitteln können, bis alle wieder gesund sind im Herzen und die Seelen erkennen, dass sie zuhause sind.

industrielle Revolution

Sonntag, 10. Januar 2016

das ist ein sehr sehr lesenswerter Artikel!!!! Also wenn das mal nicht endlich eine positive Ausrichtung ist!!!

http://www.sonntagszeitung.ch/read/sz_04_01_2015/gesellschaft/Menschheit-steht-vor-dem-groessten-Umbruch-seit-der-industriellen-Revolution-23180

Ablenkungsaufhängerthematiken

Sonntag, 10. Januar 2016

Momentan hat mich die Politik im Griff. Ich kann oft nicht schlafen und brauche das Schreiben, um die Gedanken aus dem Kopf zu bekommen, damit ich, zwar spät aber dann doch irgendwann in den Schlaf finde. Ich mache mir Sorgen. Aber ich mache mir eben auch Gedanken, die mir teils zumindest den Nebel im Kopf zu lichten verhelfen.

Köln zu Silvester. In aller Munde.

Sexueller Übergriffe. Flüchtlinge. Muslimische Säufer (eigentlich in sich schon ein Widerspruch), enthemmt und gewalttätig gegen Frauen. Spießrutenlaufen. Das sind die Begriffe, die gerade aufgebauscht werden und kleckerhaft wie Sandburgen langsam das Ausmaß des Überbaus erkennbar machen. Wärend das große Rauschen des Meeres aus Informationen so nebenher läuft.

So, sexuelle Übergriffe, also. Mmh.

Dazu fallen mir sofort die Priester ein. Christliche Priester. Nicht wahr? Mir fällt der Bruder vom Papst ein, der die kleinen Sängerknaben weiterleiden ließ. Er wusste davon. Mir fällt der Papa Huxtable ein, der in der Bill Cosby Show uns allen ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Wie war der doch charmant. Und da gab es doch noch diesen Star in England, da haben ja sogar die Ermittler mitgemacht. Mir fällt Whoody Allen ein, den wir verehren. Ach ja, der Verrückte, wie hieß er noch gleich? Na der mit dem Erdbeermund. Ach, Sie wissen schon. Mir fällt der Bekannte meiner Mutter ein, der mir seine Hand auf das Knie legte, als wir allein auf seiner Jacht waren. Mir fällt, Xavier Naidoo ein, dessen Singsang ich schlagartig verstand, als ich die Hintergründe seiner Leidensgeschichte erfuhr. Lass mal weiter graben. Mir fällt der Artikel über eine Frau ein, die in der Werbebranche einen Job suchte und fast ausschließlich sexuelle Angebote erhielt, die an den Job gekoppelt waren. Mir fällt eine liebe Freundin ein, die als Kleinkind von Vater und Großvater missbraucht wurde und nun an einer psychischen Krankheit leidet und medikamentös eingestellt durch das Leben existiert. Mir fällt ein, dass ich als Kind einmal von einem Mann im beigen Anzug in der S-Bahn angesprochen und bis vor die Haustür „gebracht“ wurde. Das berüchtigte Eis hat er mir angeboten. Ich hatte Glück. Und ich hatte eine Mutter, die mit mir zur Polizei ging, die NICHTS machte. Dann liefen wir zu zweit zum Bahnhof. Er stand in einer offenen Bahn und schaute auf die Karte an der Decke. Sie tippte ihm auf die Schulter und brüllte ihn vor allen Leuten an, was er denn mit ihrer Tochter vorgehabt habe. Er murmelte nur ein leises „Entschuldigung“. Alle Anwesenden in der Bahn schauten meine Mutter an, als seie sie verrückt geworden. Soviel zum Thema Schutz vor sexuellen Übergriffen in der westlichen Gesellschaft. Ich hatte jahrelang noch Angst, nachmittags nach der Schule nach Hause zu fahren, allein in der Bahn. Vor allem im Winter, wenn es schon früh dunkel wurde.

Wenn ein Mann auch sexuellen Missbrauch erlebt hat, sollte er darüber sprechen und andere darauf aufmerksam machen. Und wir sollten nicht verschämt weghören. Genau das nenne ich: aus der Opferrolle heraustreten.
Es geht um die sexuelle Gewalt, die offen angesprochen werden muss. Aktuell sind es aber vermehrt Frauen gewesen.
Es wurde in Köln kein Mann vergewaltigt. Sexuell missbrauchte Männer könnten sich nun übersehen fühlen.
Aber diese Differenzierung bzw. das Einbeziehen dieses zusätzlichen Aspektes, zu erreichen, wird für die Masse noch lange brauchen. Und die Frauen sollten sich selbst auch ehrlich dabei betrachten. Wenn man sich als Frau ganz selbstkritisch fragt, in wieweit man selbst sich noch nicht emanzipiert hat, inwieweit man seine körperlichen Vorzüge (Dank medialer Gehirnwäsche) immer noch einsetzt, um zu gefallen, den Männern zu gefallen, welche Antwort findet man?
Die Burka, ja da regen sich alle drüber auf.
Aber was ist mit diktatorischen Schönheitsidealen und dem Werten von Vielfalt unter Frauen und Männern? In wieweit Sexualität auch immernoch mit Macht zu tun hat, sollten sich die Deutschen fragen…
Ich würde auch das nicht auslassen. Es ist schön leicht, als westlicher Mensch das Thema auf den Islam abzuschieben.
Das ist alles Teil der Dynamik von patriarchaischen Machtmustern in der Berichterstattung. Irgendwie entwickelt sich in meinem Kopf gerade ein neuer Begriff:
Ablenkungsaufhängerthematiken
Unser System ist alles andere als gleichgeschlechtlich geprägt. Wir Frauen haben nach außen hin viel mehr Freiheiten als früher. Wir bekommen aber immernoch weniger Geld für die selbe Arbeit, kommen in einigen Berufen gar nicht erst nach oben, wenn wir uns nicht auf sexuell anzügliche Dinge einlassen oder zumindest extrem männliche Züge annehmen.
Und wenn wir eine Familie gründen, ein neues Mitglied der Gesellschaft nähren und liebevoll beim Großwerden begleiten wollen, legt uns Vater Kapitalismus Steine in den Weg und wertschätzt die gesellschaftliche Leistung der Frau überhaupt nicht.
Männern wird es auch noch lange nicht bedingungslos ermöglicht, Auszeiten für die Familie zu nehmen.
Und das gute Überleben in diesem Wahnsinn ist nur möglich, wenn soziale Strukturen brachliegen, weil beide arbeiten gehen müssen. Ganztagskitas. Ganztagsschulen.  Na suuuuuuper! Ist das Fortschritt und Gleichberechtigung von männlichen und weiblichen Anteilen?
Und natürlich sind viele muslimische Gesellschaften weiß Gott auch keine Vorreiter in Sachen Gleichberechtigung. Ich sage aber auch, dass das westliche Frauenbild nicht nur kraftvoll und frei ist.
Es ist sehr bigott, unser Verständnis von Gleichberechtigung. Und es ist definitv auch überarbeitbar. Die Rollenverteilungen sind ein totaler Kauderwelsch, und Unsicherheiten dominieren das neue Verständnis von Mann und Frau.
Es verändert sich viel, und da ruckelt es auch schon mal. Das ist in Ordnung. Aber das Tabuiesieren ist es nicht.
Diese überspielte Verwirrung trägt nicht dazu bei, dass die Würde des Menschen unantastbar bleibt, egal ob Mann oder Frau.
Es geht nur noch um Wachstum und Produktivität. Wen kümmern noch die Schwachen, die Leidtragenden von diesem System?
Und: wäre das Homosexuellsein nicht immer noch so tabuisiert (siehe Fußball), könnte man auch in diesem Bereich potentiellen Tätern viel bessere Hilfsangebote anbieten. „Kein Täter werden“ z.B. bekommen Gelder gekürzt, wo sie aufgestockt gehörten. Redet da einer drüber? Nein. Missbrauch ist ein verborgenes Thema, und gerade deshalb ist die Gesellschaft oft nicht fähig, es aufzubrechen und zu verhindern, dass es immer mehr Opfer gibt.Wer hat denn Steuern für Feuerwerkskörper abkassiert? Wer nimmt mit Alkohol Milliarden Steuergelder ein? Ist doch verlogen. Wieviele besoffene Familieväter prügeln auf ihre Familie ein? Wieviele Frauen werden in der Ehe noch vergewaltigt. Ach ja, Herr Seehofer. Gruß an Sie. Vor ein Paar Jahren haben sie noch dagegen gestimmt, dass Vergewaltigung in der Ehe illegal sein sollte. Darauf ein Moaß Bier, gell?
Die Geschehnisse in Köln zeigen ganz deutlich auf, das männliche Machtstrukturen (und die Polizei ist ganz klar auch so eine Pyramide) nicht in der Lage sind, die Frauen zu beschützen. Ganz einfach, weil sie nicht einmal die Natur – die simple Existenz – der Frauen von vornherein mit einkalkuliert und sieht. Man fiel aus allen Wolken. Oh Mann, wo sind wir da nur hingekommen?
Jeder Mensch, der logisch denken kann, wird doch im Zusammenhang Flüchtlingslager darauf kommen, dass da gewaltgeprägte junge Menschen auch sexuellen Druck aufbauen. Diese Menschen kommen aus einer vollkommen anderen Gesellschaft, wo heimlich Pornos geguckt werden, nach außen hin aber alles Weibliche versteckt wird.
Die treffen auf einmal auf deutsche Frauen. Klasse.
Und da denkt seit Monaten kein Politiker drüber nach? Entschuldigung, wofür sind die eigentlich da?
Wenn man diese jungen Männer nicht psychologisch betreut und (das geht an sie, Frau Merkel) keine Gelder für Traumatherapeuten, Kunsttherapeuten, Gewaltprävention, Sozialarbeiter etc. pp freimacht, ja dann ist es doch logisch, dass das knallt. Da ist das Knallen von Böllern doch schon fast eine humoristische Konsequenz.
Viele junge Männer, denen Mann als Vorbild nicht beigebracht hat, Frauen zu achten, wollen über die sexuelle Entladung ihren Frust loswerden. Übrigens auch in Deutschland und anderen Gesellschaften, die nicht muslimisch sind, ist das so.
Aber im Lager bekommt keiner dieser Männer die Möglichkeit dazu (abgesehen davon, dass auch in Lagern missbraucht wird. Da hat Deutschland gegen EU Recht verstoßen, indem es die Frauen und Kinder mit Alleinreisenden zusammengepfercht hat. Es wird nicht darüber gesprochen. Das ist ein Skandal! Was ist mit all den missbrauchten Frauen und Kindern, die diesem Horror entkommen sind und nun auf Feldbetten vergewaltigt werden? Über die regt sich keine Frau Merkel auf. DAS ist beschämend.)
Wieviele Deutsche gehen, um ihren Frust loszuwerden, zu Prostituierten?
Alles sehr interessante Fragen, nicht? Wir sollten über das Thema Mann und Frau schon in der Schulbildung Einfluß auf unsere Gesellschaft nehmen. Familiestrukturen können dies viel weniger schaffen als ein demokratisch organisierter Einfluß auf den Nachwuchs. Aber wenn das kein Entscheider anstößt, wird auch nix passieren. Lieber über Abschiebeprozederes labern, da kann man schön vom eigenen Versäumnis ablenken.

Remember Dr.King?

Sonntag, 10. Januar 2016

kleines Rätsel. Wer ist Dr. King? Antwort:

DIE PALÄSTINENSISCH AUSTRALISCHE SCHRIFTSTELLERIN SAMAH SABAWI:

„Es ist ein Gedicht, von dem ich wünschte, dass ich es hätte nie schreiben müssen für einen Jungen,
dem ich wünsche, er hätte nicht ertrinken müssen …
Das Gedicht gehört nicht mir, sondern Aylan und allen Flüchtlingen, deren Namen wir nie wissen
werden.
Rotes Hemd Blue Jeans ist nun draußen für jeden und jede, die es lesen möchten, weitergeben möchten und dadurch hoffentlich angeregt werden zu handeln.“
Rotes Hemd. Blue Jeans. Kleine Turnschuhe.
Nicht auf einem Boot von Asylsuchenden.
Nicht an der Hand einer Mutter, die ein Kopftuch trägt.
Nicht auf dem Arm eines braunhäutigen Vaters.
Von niemandem begleitet, den die Welt verteufeln kann.
Das Gesicht im Sand,
öffnet er uns mit seinen für alle Zeiten geschlossenen Augen die Augen.
Er kommt einem so vertraut vor, wie ein Sohn, ein Enkel, ein Neffe,
ein kleines Kind auf dem Spielplatz.
Wie das im Laden nebenan,
das uns immer mit großen Augen mustert.
Rotes Hemd. Blue Jeans. Kleine Turnschuhe.
Keine Papiere. Kein Visum. Kein Ausweis.
Ein Opfer unserer Politik. D
ie Kriege, die wir dort angezettelt haben, lassen uns hier nicht mehr los. Die Stimmen, die wir so lange stumm geschaltet haben, sind auf einmal laut und deutlich zu vernehmen. Ein Bild wiegt tausend Wörter auf, doch wie vieler Wörter bedarf es, damit wir uns nicht mehr fürchten …
vor dem anderen?
Wie viele Wörter sind nötig, damit wir zu unserer Menschlichkeit stehen?
In der Ferienanlage hatte man mit so etwas am wenigsten gerechnet.
Die Touristen waren schockiert.
Sie wollten doch nur den Sonnenuntergang betrachten und auf dem Strand miteinander schlafen.
„Er hätte auch an eine andere Küste gespült werden können.“
Rotes Hemd. Blue Jeans. Kleine Turnschuhe.
Gedankenloser Flüchtling. Warum musste er gerade in unserem Meer ertrinken?
Erinnern wir uns:
Die Palästinenser stellten die erste Welle der Entrechteten in der arabischen Welt dar,
inzwischen sind sie nur noch ein Tropfen im grenzenlosen Ozean von Exil und Leid.
Wir lernen daraus:
wenn man das Unrecht gären lässt, breitet es sich ins Unermessliche aus.
Jeder wird zum Flüchtling.
Rotes Hemd. Blue Jeans. Kleine Turnschuhe.
Sie trieben auf den Wellen vor der Küste Haifas, auf der Flucht vor dem Irgun. Das Gesicht im Sand.
Die Nakba ist ansteckend.
Wenn sie nicht behandelt und bekämpft wird, breitet sie sich jenseits der Grenzübergänge und des Gazastreifens aus,
bis hin nach Syrien … in den Irak … nach Afghanistan … in den Jemen …
Ihr Gift verpestet die Gewässer des Mittelmeers.
Rotes Hemd. Blue Jeans. Kleine Turnschuhe.
Er ist schön und unversehrt. Das Gesicht im Sand.
Die Haie haben ihn nicht gefressen.
Sie überließen ihn den größeren Bestien.
Den Waffenhändlern, Kriegstreibern
und Ölscheichs.
Den Neokonservativen im Westen und den Tyrannen im Osten.
Er ist eine Opfergabe für ihr großes Festgelage