Archiv vom Juni 2016

Singer- Paintwriter

Samstag, 18. Juni 2016

Berührung

diese Zeichnung entstand, während ich bei einem Glas Wein ein Konzert von Lizz Wright genoß.

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Zum Fotografieren der Zeichnung schaltete ich die Lampe über meinem Schreibtisch ein. Dazu musste ich meinen Palettenhut abnehmen, der stets über dem Lampenschirm als Teil einer Installation (Grandma´s stitching a rainbow http://linahawk.com/?page_id=1981) hängt.

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und so grüße ich Dich mit Hut, erlaube Dir einen Blick in mein rechtes Seelenfenster und zeige Dir…

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den Platz, den die Berührung nun gefunden hat.

Berührung

Berührung

Deine offene Hand
geborgen unter meiner
an meinem offenen Herzen

Dein offenes Herz
die Kraft in meinem Rücken

Fingerkuppenlinien
gezeichnet auf mir

Dein siebter Sinn
berührt mein Kinn

Kampfgeist ist umsorgt
Freigeist ist angekommen

Du bist ein König
und ich seh Dich

den Diamanten, roh und echt

ich trage den Schleier unter meiner Berufung
geadelt durch das Leben
für niemanden sichtbar

nur wir
wir erfühlen
berühren
und lassen uns sein

hier

jetzt

in Schatten und lichtberührt
verführt
berührt die Kraft meiner Seele meine Angst

hochsensibilisiert

elektrisiert

schwarze Erde

ich wachse in mir
Du bei mir
mein Löwe

ich darf brüllen
ich darf weinen
ich darf lachen wie ein Kind

ich darf alles sein und…

… eigen

sein

in Zweifeln, stürmischen Wirbeln und Wut
lieb ich, wie Du bist

ein Hut aus unser letzter Leben
Deiner Krone eine Würde schenkt

einfach und bescheiden
reich an Phantasie und Glauben

unbenannt
mir so verwandt

Du, Du, Du…
ich kenn Dich

lieb Dich unendlich

bei mir, bei Dir, immer hier in mir

Horizont und tanzende Lüfte

nährende Düfte

Bewegung ohne Regung

hier bei mir

Du und ich

wichtiger als das Individuum…

Samstag, 11. Juni 2016

Ob Handwerker, Promovierter oder Künstler, alt oder jung, arm oder reich – jeder Mensch, der Teil dieses Systems ist, sollte sich bewusst darüber sein, dass die Uhr weitertickt, jetzt. Ich bin dankbar für kluge, erfahrene und mutige Menschen wie diesen, die trotz der allgemein um sich greifenden Apathie versuchen, die trägen, konsumgelähmten Deutschen aufzuwecken. Alles Andere ist in diesen Zeiten zweitrangig, egal wie wichtig für das Individuum das Andere auch sein möge.

Singer- Paintwriter

Freitag, 10. Juni 2016

Alltagskomik:

Heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit mal ohne Oldierad:
ich bin spät dran, Sojamilchkaffee im Becher und bereit, das letzte Mal abzubiegen. Es stehen ein Paar Tische vor einem Eck-Café.

Da kommt mir ein Mann entgegen, möchte eilend in die Richtung, aus der ich komme. Ein Laternenpfahl und ein hölzerner Tisch wollen aber nur eine Person passieren lassen.

Sein schon etwas schütteres, schulterlanges Haar weht im Winde, wie auch sein wallendes Oberhemd. Er blickt mir nicht in die Augen, hebt aber den rechten Arm in einer halbkreisenden Bewegung und gestikuliert mit der offenen Handfläche, so als könne er mich wegwischen wie einen Anrufer auf dem Schlautelefon.
Wie schade, dass da niemand mitgefilmt hat. Das hättest Du sehen müssen.

Es war sowas von brüllend komisch. Ich habe jedenfalls dann von der Ecke bis zum Rolltor am Laden schallend gelacht. Herrlich.

Es gibt Leute, die gibt´s nicht

Fahrradfahren im Sommerregen:

heute las ich eine Ankündigung aus 2013, dass ein afrikanischer Sommer herangerollt käme. Meine Augen hatten wohl regenblinde Flecken beim Lesen der Stelle im Text, die von 2013 kündete. Ich hielt die Meldung begeistert für aktuell und schrieb folgende Zeilen dazu:

„das wird aber auch Zeit! Bin gestern und heute klitschnass geworden auf dem Rad. Ich habe eben meine Socken über der Dusche ausgewrungen, weil mir die Pladdertropfen in die Stiefel hineingelaufen waren.

Auf dem Weg nach Hause freue ich mich aber über den Sommerregen. Eben gerade habe ich mehrere Glücksschreie rausgelassen… Ein Fussgänger hat mich angelacht, und ich konnte fasst nichts mehr sehen, weil der Regen von schräg vorne kam…

Waschbärin Lina musste erst einmal einen Zwischenstop einlegen und die Wimperntuschseen um die Augen trockenlegen. Das Einzige, was ich nochmal tragen konnte, war mein Friesennerz. Gummistiefel mit Snürsenkelin an und dann ging es wieder raus. Lizz Wright auf die Ohren und im Regen singen.“

hörbare Erinnerungen

Mittwoch, 8. Juni 2016

Du machst Dir keine Vorstellung davon, mit wie vielen Sängerinnen ich mich inniglich befasst habe.

KT ist unter den Top drei. Sie trifft mich ins Herz – soooooooooo schön!!!

Für mich ist es ein neu interpretierter Song, für Dich vielleicht eine andere Erinnerungshilfe.

Sinneserfahrungen gehen oft mit Assoziativrückblenden einher.

Früher, als wir noch Kinder waren oder Jugendliche hatte das Herz einen ganz anderen Raum im Leben, der alle Sinne für sich einnahm.

Ein Geruch, ein Lied, ein Lichtspiel in den Bäumen erinnert uns an die unschuldigen Träume, die wir einst hatten.

Lebenszeit verging.

So viele Enttäuschungen, Erschütterungen, Automatismen, die man uns beibrachte, um funktionierende Zahnräder zu werden.

Der Usus hat so manche Unvoreingenommenheit im Keim erstickt. Und doch:

Auf uns alle wirkt das selbe Prinzip: Träume sind Wegweiser, keine Luftschlösser.

Nur die wenigsten wissen darum.

Doch man kann sich reaktivieren durch Achtsamkeit.

Es ist an uns, ob wir uns daran erinnern. Geniesse das Bekannte in neuem Gewande.

Ein Mantel aus Liedfasern ist für mich aus neuer Wolle, das selbe Lied, der selbe Schnitt, neu arrangiert, neu, neu, neu.

Und eine Stimme, die mich tief berührt, als wäre ihre Quelle mit mir verwandt.

So als hätte die Jugend einen Sprung in meine Zeit hinein gemacht, mir eine neue Form geschenkt, mich zu beherbergen.

Das Endlose hat gewebt, ohne Unterlass.

Und wäre hier eine unsichtbare Schwelle zu meiner Eingangstür, würde es anklopfen und sagen. „Hey, ich bin immernoch da in Deinen Adern. Dein Blut ist so jung wie damals. Es gibt nichts, das unmöglich wäre. Deine einst begrabenen Träume sind bereit, auszuschlagen, zu kleinen Pflänzchen und dann zu starken Bäumen zu werden. Doch ihre Blüten haben eine andere Farbe als die, die Deine Erwartungen diktieren wollen. Die Farbe der Blüten, die Dein Baum trägt, wenn Du Vertrauen an seine Wurzeln heranlässt, ist unzählbar potenzierter in ihrer Brillianz, als das logische Denken vermag, zu begreifen.

Alles ist JETZT: la, lalalalalaaa lalalalalaaa lalalalalalalalalala la…“

Hey Du!!!! Ja, Du. Jetzt. Jetzt. Blühe!!! Du darfst das!