Robert Betz und das Geld

http://robert-betz.com/mediathek/robert-betz-in-den-medien/artikel-von-robert-betz/warum-spirituelle-menschen-oft-kein-geld-haben/

Robert Betz ist ja ein sehr bekannter Bewusstseinslehrer dieser Zeit.

Man kritisiert ihn manchmal dafür, dass es einige Euronen kostet, sein Schüler zu sein. Und in dem Artikel, zu dem obiger Link führt, erläutert er, warum, seines Erachtens, Menschen, die sich auf den spirituellen Weg machen, so oft pleite sind. Oho, da werden die inneren kleinen Mangelgnome aber aufmerksam: gibt es denn ein Betzsches Geheimrezept?

Ich habe diesen und ähnliche Artikel schon öfter gelesen. Es gibt massenweise Bücher zu diesem Thema. Ich sehe sie alle kritisch.

vielleicht kann man mit Geld Gutes tun und die Grundidee ist praktisch, basiert aber auf Misstrauen unter den Handelnden. In einer kleinen Dorfgemeinschaft wäre das nicht so. Ein Wunderbares Interview zum Verständnis unseres Geldsystems (siehe unten) führt uns vor Augen: was ist eigentlich dieses Geld, und wie entsteht es?
Und da glänzt eben doch nicht alles so schön, wie Herr Betz behauptet. Die Wenigsten wissen: über 80% dessen, womit wir handeln, existiert überhaupt nicht. Wenn es also stimmen sollte, dass man anzieht, was man denkt, sich also mit einem Feld aus Informationen verbindet und das Geld willkommen heißt, damit es sich eingeladen fühlt und man an dem Tank aus Fülle teilhaben kann, frage ich mich: mit welchem Feld und was für Energien verbinde ich mich, wenn ich mich (vor allem mit dem großen 80% Prozentteils des virtuellen Geldes) öffne? Die Schwäche, wie sie diesen armen Spirituellen von Robert Betz angelastet wird, sie hätten einfach noch nicht genug innerlich optimiert, um das Geld willkommen zu heißen, klingt mir ein bisschen zu sehr nach Roboter. Funkt da nicht auch eine persönliche Ebene von Betz dazwischen? Worum geht es hier eigentlich wirklich. Oder worum geht es hier auch? Denn ich erkenne überall immer deutlicher: es geht um sowohl als auch, nie um entweder oder. Darum verstehe ich die Anhänger und die Kritiker von Betz. Es kann nebeneinander stehende Thesen geben, selbst wenn sie sich beim ersten Betrachten widersprechen. Natürlich führt eine innere Programmierung aus der Kindheit oft zu äußerem Mangel, wenn sie innerlich nicht aufgelöst wird. Da gibt es Methoden wie Körnchen im Sand. Vielleicht ist es aber auch so, dass spirituelle Menschen etwas an diesem Finanzfeld wahrnehmen, wovon sie sich intuitiv abgrenzen wollen. Und dann sollte man auch danach fragen, ob da die Seele und nicht nur ein verletztes inneres Kind sich schützen möchte. Dieser Gedanke macht durchaus Sinn für mich. Robert Betz widmet sich diesem „als auch“ nicht. Es passt nicht ins Lehrkonzept, wie mir scheint.
Heute habe ich Informationen über das Thema Geld, die ich vor Jahren noch nicht hatte. Da hätte mich dieser Artikel von Betz noch beeindruckt und einen Impuls in mir ausgelöst, mir eine Cd zu kaufen oder eine Karte für einen Vortrag zu kaufen.
Heute habe ich genügend solcher Vorträge gesehen. Das Leben hat mir das „als auch“ so oft präsentiert, dass ich diese Seite der Medaille nicht mehr ignorieren möchte. Es gibt so viele Methoden, mit denen man versuchen kann, das „Als Auch“ auszutricksen. Es ist eine Drehtür. Ewig nur mit Drehwurm und Glas vor Augen durch die Welt zu laufen, ist nicht mehr meins.
Was ich allerdings unterschreiben kann, ist eine Vision vom guten Geld. Diese müsste allerdings noch ausgetüftelt und umgesetzt werden. Wenn ein spiritueller Mensch der Realität nicht abgeneigt sein möchte, sollte er sich auch mit den Schattenseiten menschlicher Vorstellungsgabe auseinandersetzen. Und dann Lösungen erdenken, statt das bestehende System stehen zu lassen und nur darauf bedacht zu sein, seinen persönlichen Vorteil daraus zu schlagen. Das ist nämlich für mich nicht spirituell sondern Ego-basiert. Für mich gilt immer mehr: dieses System muss abgeschafft und neu ausgelegt werden. Und wenn kein Kind mehr hungert auf der Welt, weil aller Gewinn gerecht verteilt wird und Kriege unnötig geworden sind, weil die Illusion vom ewigen Wachstum geplatzt ist, dann kann ich gern ein Teil davon sein. Aber dann werde ich auch nicht so viel Notwendigkeit sehen, überhaupt darüber nachzudenken, denn Geld sollte praktisch sein. Nicht mehr und nicht weniger.
Wenn ich dieses System aber ändern möchte, ist es nicht gerade förderlich, stets pleite zu sein, denn dann kann ich vor lauter Anstrengung, den Alltag zu überleben, nicht genügend in die positive Kraft gehen, um Visionen in die Realität zu holen.
Einer meiner liebsten Freunde sagt immer, er könne erst etwas daran ändern, wenn er selbst reich genug ist, um eine gute und verändernde Macht auszuüben. Ihm traue ich das ohne Zweifel zu. Das Problem ist nur: was wenn er nie reich wird? Opfer des Systems bleiben? Nee, nee, nee, das kann es nicht sein. Dann spielt man den Verursachern von Krieg und Hunger nur in die Karten und vor allem deren Spielchen mit. Man sollte anstreben, genug zu verdienen, um nicht in ständigem Mangel zu sein, damit Energien für den Wandel von unten nach oben freigesetzt werden können. Dabei sollte man nicht nur darauf bedacht sein, das Alte zu stürzen sondern parallel auch das Neue zu kreieren. Am besten auch praktisch und nicht nur morphogenetisch phantastisch. Demonstration und positive Ausrichtung müssen heutzutage Hand in Hand gehen.