Kontrollzwang und Rechthaben

Warum wollen eigentlich immer so viele Leute Recht haben?

Ich hab vor einiger Zeit einmal einen Satz gelesen, der bei mir hängengeblieben ist:
Wir Menschen leiden einzig und allein deshalb, weil wir versuchen, alles zu kontrollieren.

Ich glaube, das Weibliche kontrolliert nicht, es gibt und fließt. Es nimmt an.

Das Männliche sucht mit dem Verstand und Kontrolle, das Vergehen zu verhindern, die Wandlung zu unterbrechen.

Beides tragen wir in uns, egal ob Mann oder Frau.
Unsere Gesellschaft basiert auf dem männlichen Prinzip und versucht, das Unkontrollierbare fest zu machen.

So verstehe ich den Ausdruck: Rechthaben wollen.
Das ist eine Form von Kontrollzwang.
Wir haben verlernt, zu vertrauen, zu riskieren und das Mitgefühl an die erste Stelle zu setzen, weil die Angst vor dem Vergehen in diesem System extrem viel genährt wird.
Deshalb auch die Vermeidung von Authentizität und die Angst davor, die Liebe auszuhalten.

Niemand ist frei davon. Nur, wie gehen wir damit um? Das ist doch die Frage.
Die Liebe, egal welche Form sie auch hat, ist nicht zu kontrollieren.

Die Gefahr, dass sie sich verflüchtigt, wenn wir sie an uns binden und Sicherheit aus ihr ziehen wollen, ist natürlich gegeben.
Sollten wir nicht anfangen, uns gegenseitig Neugierde auf das Andersartige und die Freiheit entgegenbringen, dass das Gegenüber sich verändern darf (das impliziert auch gestrige Standpunkte und Zukunftspläne)?
Welche Vorteile haben das männliche und das weibliche Prinzip in uns? Darauf sollten wir schauen.

Beides hat einen Sinn und sollte sich nicht ausschließen sondern wohlwollend ergänzen.