die Gelbwesten und die Politik

aus dem Interview: „Die Symbolik der Gelbwesten… Etwas sichtbar zu machen, was nicht gesehen wurde…
Hier sind viele Menschen, die überhaupt keinen Ansprechpartner mehr haben unter den politischen Entscheidungsträgern, das heißt, sie sind politisch überhaupt nicht mehr repräsentiert. Es gibt keinen Adressaten mehr in der Politik, an den sie sich richten können.

Laut einer „Welt“-Umfrage glauben 56% der Deutschen nicht an einen deutschen Gelbwesten-Protest.“
(Anm. von mir: Ersteinmal muss man der „Welt“ da gauben, dass sie für die Umfrage wirklich ein breites Spektrum der Bevölkerung befragt hat. Wenn es aber wirklich so ist, warum glauben deutsche Menschen nicht an sich als Kollektiv und damit verbunden an das individuelle Recht, demokratische Grundwerte verteten zu dürfen?)
 
„Wer sind eigentlich NOCH die Nutznießer der gegenwärtigen neoliberalen Grundordnung?
DIese Menschen wollen den Status Quo um Himmels Willen nicht tangieren.“
 
(Anm. von mir: und wieviele von jenen, die gerne beruflich aufsteigen und in die Lage eines Menschen kommen möchten, der vom gegenwärtigen System profitieren kann, gibt es eigentlich? Wie weit ist die Indoktrination unseres Geldsystems schon ins Unbewusste eines jeden Einzelnen vorgedrungen, dass er es als Realität über alle Maßen annimmt und ihm die Naturgesetze unterstellt?)
 
Die, die am unteren Ende der Einkommes- und Vermögensskala sitzen, haben eigentlich schon vollständig resigniert. Das heißt, sie haben sich aus dem politischen Raum ganz verabschiedet.Da ist nur noch das Gefühl der Ohnmacht und Depression vebunden mit der großen Gefahr, dass sich dieses Gefühl der Ohnmacht und dem Bewusstsein, dass man nichts mehr bewirken kann, sich dann in dunklere, nationalistische, rassistische Ressentiments entlädt, sozusagen in der sozialen Not die dunkelsten Seiten des Menschen aktiviert werden und die dann einen Kristallisationspunkt finden, einen politischen – wie die AFD – dann geht es in diese Richtung… Bei uns gibt es eine viel größere Tendenz, den Protest organisatorisch abzusaugen und dann von Gruppierungen ausgehend zu organisieren. Spontaneruptionen sind eher selten und werden schnell zersetzt.“
 
(Anm. von mir: ist das genetisch weitergereicht worden, dieses gruppendynamische Mitlaufen oder besser gesagt Stillbleiben, das Misstrauen einer Einzelperson sich selbst gegenüber, überhaupt auszusprechen, was an Zweifeln oder Missmut da ist, aus Angst, verurteilt, ausgegrenzt oder wie in Nazizeiten deportiert zu werden? Ist dies ein Ergebnis des kollektiven deutschen Traumas, das nicht genügend bearbeitet wurde?)
 
„Warum passiert das in Frankreich und nicht bei uns oder in Griechenland oder in Spanien, jedenfalls nicht in dieser Vehemenz. Und warum entlädt es sich jetzt? „
 
Interessant auch, was er über die DIE LINKE Partei sagt.