Lina Hawk

„Links“ oder „Rechts“?

Was heißt denn schon „Links“ oder „Rechts“?
 
Wieviele Leute erkennen ein Problem, nennen es „Flüchtlingsströme“ und machen sich über die innere Sicherheit und die Staatskassen Sorgen, sehen aber nicht, dass es die Folge eines Ungleichgewichts ist, dessen Ursprung der Staatsterror ist?

Die Linken, die der Sorge über die Flüchtlingskrise kritisch gegenüberstehen und Menschlichkeit zeigen wollen, fühlen sich berufen, wählen zu gehen und möglichst oft „Refugees Welcome“ zu propagieren.
Das klingt natürlich freundlig, weltoffen und menschlich.
Aber ist der „Linke“ wirklich besser als der „Rechte“, wenn man einmal betrachtet, was den Menschen aus Staaten langfristig helfen könnte, eine Flucht nicht nötig zu haben?
 
Ich stelle natürlich nicht in Frage, dass man Menschen, die bereits in Not sind, helfen muss, wenn man die Möglichkeit hat. Was in dieser Hinsicht gerade in Europa geschieht… naja, ich sage nur, DenHaag schläft den Schlaf der Ungerechten.
Aber zu sagen, dass die Schiffe wieder in See stechen müssen, um die Leute aus dem Wasser zu ziehen, reicht mir nicht. Das ist das Pflaster. Aber was ist mit der Wunde?
Wer weiß, dass die Menschen, die nicht über das Wasser fliehen, in der Wüste verdursten, weil Merkel Afrika einen Besuch abgestattet hat? Es sind viele, die dort verdursten, aber das ist schön weit weg. Darüber spricht man nicht, weil man es nicht sieht, steht ja auch nirgends, läuft über keine Flimmerkiste. Ist dieses Schweigen, das Ignorieren dieser Menschen oder der verhungernden Kinder im Jemen „Links“ oder „Rechts“?
 
Wie bewusst ist man sich über die Einflussnahme von außen durch geschürte Ängste aber auch durch Mundmorde durch die Zuordnung zum Reichsbürger-Lager etc., wenn man auch nur einen kleinen Zweifel äußern möchte?
In welchem Umfang bildet man sich auch bezüglich der Ursachen für Armut und /oder Fluchtursachen?
Wer kann die Berichterstattung des Mainstreams wirklich gut einschätzen, weil er auch unabhängige Journalisten verfolgt, die nicht nur bei der DPA abschreiben sondern auch hinfahren und die Menschen interviewen, die in Krisengebieten leben?
Wer kennt sich aus mit den Interessen der Großunternehmen, der Waffenindustrie und den Geldmachern des Westens im Dollar-geleiteten Geldsystem mit Positivzins und Spekulation? Das Eine hat nämlich auch etwas mit dem anderen zu tun.
 
Möchte man die Ursachen für Armut und Flucht bekämpfen, weil man wirkliches Mitgefühl mit den Menschen in Not hat und sich für deren gefahrloses Leben in der eigenen Heimat und Kultur einsetzen möchte, MUSS man nicht nur auf die Folgen sondern vor allem auf die Ursachen sehen. Alles andere ist nur `so tun als ob´ man ein echtes linkes Verständnis hätte.
Anstatt nur die Symptomatiken behandeln zu wollen (was Links und Rechts oft tun), kommt man mit Hintergrundwissen schnell dahin, zu erkennen, dass nicht nur die AFD sondern vorher schon die meisten anderen und heute noch mächtigen Parteien dafür sorgen bzw. sorgten, dass wir das Armuts- und Flüchtlingsproblem in anderen Ländern als unserem haben.
CDU, FDP, CSU, SPD… alles eine Soße, wenn es um Menschenrechte, die Gesundheit der Menschen und um ein menschenwürdiges Leben in den Staaten geht, die wir wirtschaftlich ausbeuten oder mit Waffen fluten.
Ist man aber ungebildet oder vermeidend, weil man das alles nicht so genau wissen will, redet aber trotzdem, wie die meisten anderen, über die Flüchtlingskrise, sollte man sich nicht wundern, wenn die Ströme nicht abreißen und es tendentiell problematischer wird als entspannter.
Und dann ist es eigentlich wurscht, ob man sich Links oder Rechts einordnet. Das Ergebnis ist identisch: Krieg, Hunger, Leid, Flucht.
 
Ist man an einfachen Antworten interessiert, erhofft man sich die Lösung entweder im rechten politischen Feld, wo sie vielleicht propagiert wird aber nicht zu finden ist, oder man glaubt den Grünen (die sowieso alles mitmachen, was die Regierung an Verbrechen gegen die Menschlichkeit verzapft. Sie könnten aus Protest die Koalition verweigern. Meines Erachtens wäre das die einzige politische Option, um zu den eigenen propagierten Werten zu stehen. Mit Mördern setzt man sich nicht an einen Tisch. Punkt.) oder den Linken, die einfach nur weiter vom „Aufnehmen“ sprechen, kaum aber vehement darauf verweisen, dass die Ursachen für das Leid der Flüchtlinge hausgemacht sind. Die Wagenknecht weist darauf hin, wird aber gedisst und rausgeekelt. Deshalb aber auch wegen der Kritiklosigkeit am Gender Mainstreaming im Bildungsplan und dem Positivzins nehme ich auch die Linken nicht mehr ernst.
Früher, als ich all das noch nicht wusste, habe ich die Linken gewählt. Heute bleibt keine Partei mehr übrig, die ich wählen könnte.
Und die Presse, die schreibt nicht in dem Maße über die Ursachen der Krise, wie es angebracht wäre, um ihrer Aufgabe als aufklärendes Organ und Demokratie-Barometer gerecht zu werden. Die großen Zeitungen und Fernsehsender müssten zuallererst einmal damit anfangen, die Ursachen für Flucht ganz genau und immer wieder zu benennen, vor allem aber die politisch Verantwortlichen in CDU, CSU, FDP, SPD.
Warum passiert das nicht? Weil die Verlags- und Medienhäuser dem Establishment gehören und die Chefs in der Atlantikbrücke sitzen. Das Establishment verdient an den Misständen und somit auch an den Fluchtursachen.
 
Also, wer ist „Links“ und wer ist „Rechts“? Für mich ist das eine völlig unbefriedigende und oberflächliche Frage.
 
Man sollte eher fragen: Wer ist „Unten“ und wer ist „Oben“. Ja, dann müsste man sich ausrichten und sagen: „unter diesen Umständen, in diesem Machtgefüge möchte ich gar nicht ganz oben sein. Ich möchte die Gleichberechtigung. Ich möchte bescheiden und mit einem guten Gewissen leben. Ich möchte, dass das Ungleichgewicht auf dieser Welt ein Ende hat. Und dann müsste ich vielleicht auch auf den schönen dicken Wagen vor der Tür und die meisten Weihnachtsgeschenke verzichten.“
Könnte sein, dass man verzichten müsste. Ist sogar sehr wahrscheinlich. Deshalb sagen das so wenige. Im Kapitalismus will man immer nach oben. Darauf wurden wir alle geimpft und geeicht.
Aber man würde auch etwas anderes dafür bekommen, auf Materielles zu verzichten…
 
Ich finde, es wird langsam einmal Zeit, umzudenken und uns selbst zu hinterfragen.
Es gibt Lösungsansätze.
Aber möchte man etwas Grundlegendes ändern in der Gesellschaft, braucht man Mut und Werte und vor allem ein neues Finanzsystem, denn da liegt des Übels Wurzel.
Darüber sollten wir uns unterhalten.
 
Mit einer Zusammenarbeit aller Regierungen und dem globalen Negativzins gäbe es genug, dass die Grundbedürfnisse aller gedeckt wären.
Schaut Euch an, wo die Gelder geparkt werden gerade. Das Geld muss fließen wie das Wasser. Das Wasser ist das Leben. So hat das Leben auf der Erde begonnen. Ohne das Fließen stirbt das Leben. Das fließende Geld ist die Lösung.
 
„Links“ und „Rechts“ ist vorgestern. Wir brauchen eine positive neue Ausrichtung, hinter der wir stehen können.
Zuerst die inneren, dann die äußeren Werte. Wer von innen hässlich ist, kann das außen aufhübschen. Wo das hinführt, sehen wir ja.
Dieser Planet braucht eine Wende. Und unsere Seelen brauchen sie auch.
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