Ent-Schuld-igen kann nicht der andere sich selbst, sondern nur der geheilte Schmerz Dich befreien und die “Schuld“ entmachten.
Die “Schuld“ hat nur solange Macht über Dich, wie Du Dich als Opfer fühlst, weil Du im Schmerz gefangen bist.
Ist der andere nicht für Dich da, wenn die Lüge und Täuschung auffliegen, versteckt er sich weiterhin vor Dir, ändert er die Ausgangslage nicht, ist das Ent-schuld-igen nur eine Taktik, um einfach so weitermachen zu können, ohne Dich wahr- und anzunehmen, ohne es wieder gut zu machen, ohne Deiner Seele jenen Respekt entgegenzubringen, der von Anfang an gefehlt hat aber trotzdem angebracht ist.
Menschen, die andere bewusst, vielleicht sogar über einen längeren Zeitraum hinweg, belügen, verletzen, hintergehen und dann, wenn diese für sich und ihre Bedürfnisse einstehen, ablehnen und mit dem Schmerz allein lassen, haben nicht das Recht, die Schuld zu entfernen.
Die Schuld ist ein anderes Wort für “Ungleichgewicht“ – eine Ungerechtigkeit, die die ethischen Gesetze des Universums bricht und das Urvertrauen, das für Loyalität und Liebe die Basis ist, missbraucht.
“Schuld“ entsteht durch die bewusst gewählte und einen anderen Menschen missbrauchende Dynamik, die frei und willig erzeugt und kaltherzig angewendet wurde – von der der Manipulator selbst – auf Deine Kosten – profitiert hat. Wer lügt oder Essenzielles verschweigt, beeinflusst Deinen freien Willen zu seinen Gunsten und nimmt ihn Dir.
Wer Dich bewusst schädigt, KANN NICHT DER MENSCH SEIN, der Dir bei der Heilung hilft.
M.E. kommt die echte und heilende Vergebung nicht aus dem Kopf, sondern sie ist der letzte Schritt der Heilung, sie ist das Loslassen selbst. Sich selbst dahingehend zu manipulieren, zu vergeben, um die Verbitterungsstörung (eine Form der PTBS) zu beenden, ist eine Art Selbstverrat.
Man kann keine kognitive Entscheidung treffen, um den Schmerz der Seele zu beenden. Man kann nur für sie da sein und ihr so lange die Priorität einräumen, wie sie gehört werden muss, um sich gesehen und geliebt zu fühlen.
“Schuld“ zu VER-GEBEN, bedeutet, die Verantwortlichkeiten für sich selbst zu klären, zurückzugeben, was man so nicht mehr zulassen möchte, sich die eigene Verletzlichkeit und das Recht auf das Urvertrauen zurückzuholen.
Wenn man mehrfach hintereinander in seinem Vertrauen in andere gebrochen wurde und das ganze Nervensystem überdreht, gibt es nur eines zu tun: nichts wegzuwischen, sich zurückzuziehen und zu trauern, den eigenen Wert von dem Bedürfnis nach Liebe von außen zu entkoppeln und SICH SELBST das zu geben, was der andere niemals geben wird, weil er nicht liebt.
Wer Dich liebt, zerstört Dich nicht. Er schaut Dir nicht beim Weinen zu. Er ist mit Dir verbunden. Er könnte Dir nicht bewusst so sehr weh tun, dass Du Deine Freude und Dein Licht verlierst, denn er würde bereits während er vor der Entscheidung steht, den Schmerz spüren, den er bei Dir verursachen kann. Er wäre dazu nicht in der Lage, den größten Schatz, den er von Dir geschenkt bekam, zu schänden: Dein Vertrauen ist Teil seiner eigenen Identität.
Echte Freunde oder Partner könnten den sicheren Raum, den die Verbindung öffnet, den die Vertrauenden selbst mit Wort und Präsenz genährt haben, nicht beschmutzen, verleugnen oder ohne Einverständnis für Dritte öffnen. Sie würden diesen Raum nach außen hin nicht falsch darstellen, entwerten oder negieren: sie würden dafür die Verantwortung übernehmen und dankbar dafür sein.
Dieser gemeinsame Raum ist ein Container für alle Momente und Lebensabschnitte, in denen wir vertraut haben.
Hängt jemandes Energie in diesem Raum, der Dich verraten und alleingelassen hat, zweifelst Du an Deinen freien Entscheidungen und lebst in dem Feld, das Dich nicht – wie Du angenommen hast – behütet, sondern nun mit der Wahrheit bestraft: Du wurdest nicht geliebt. Du wurdest benutzt, solange du noch auf die Täuschung vertraut und Dich auf diesen Menschen bezogen hast. Der Mensch, von dem Du in dem Gemeinsamen ausgegangen warst, hat nie existiert. Er hat sich nie im selben Maße auf Dich bezogen.
Menschen haben gelernt, zu konsumieren: Dinge und Menschen. Sie können das Alleinsein nicht ertragen, weil sie mit ihrem Konsum zu viel verdrängt haben, um sich ihrer “Schuld“ zu stellen. Sie haben sie bei anderen stehen gelassen, unerledigt und mahnend. Kämen sie zur Ruhe, wüssten sie, dass es Unrecht war. Doch da sie das Vertrauen verspielt haben, können sie nicht mehr mit der selben, täuschenden Taktik ins Gespräch gehen. Der Schaden wurde angerichtet. Kaum jemand, der immer den leichten Weg wählt, würde hier bewusst das abholen und zu sich selbst zurücknehmen, was er im Feld anderer hinterließ. Aus den Augen, aus dem Sinn, ist leichter, wenn man in der eigenen Erinnerung die Geschichte umschreiben und andere weiterhin verleugnen kann.
Ver-Gebung kann man sich nicht abholen wie eine am Telefon bestellte Pizza. Ver-gebung kann man nicht backen und verschenken.
Ver-Gebung ist das Finale eines magischen Prozesses, der Dir mit der Hilfe guter Mächte ermöglicht, Deinen Raum von jener Fremdenergie zu klären, die sich nie als würdig erwies und sich von Deinem Licht und Deiner Zuwendung ernährte, jedoch eigentlich nie etwas Kostbares aufbauen, sich nie auf Deine Seele beziehen wollte, sondern nur auf oberflächliche Attribute, die Vorteile brachten.
Ungelöster Schmerz wird genauso vererbt wie ungelöste “Schuld“, weil beide Gegenpole des selben Magnetfelds sind. Dieses Magnetfeld kann nur heilen, wenn es mit dem Magnetfeld der Liebe schwingt und das Annehmen der Widmung folgt.
Die vererbte“Schuld“ und der vererbte Schmerz werden gemieden und mit Konsum betäubt. Manche benutzen für die Vermeidung Arbeit oder Substanzen, andere benutzen dafür Menschen und täuschen diese, damit sie sich freiwillig benutzen lassen. Letzteres ist die oft vererbte unerlöste Schuld, die ihren Träger in die Motivation zu täuschen hineindrängt. Es ist ein gnadenloses Gefängnis, in dem der Täuscher immer allein ist, weil nicht einmal er selbst den Menschen kennt, der frei von ihr wäre. Wie ein Getriebener sucht er danach in seinen Errungenschaften im Außen und bleibt doch ein Phantom, ein ewig Hungriger, ein fremdgesteuerter Träger der Vermeidungsenergie. Sein Herz wird erst frei, wenn er den transgenerativen Fluch erkennt und die Freiheit wählt, die nur durch den Schmerz erlangt werden kann – jenen Schmerz, den er in anderen erzeugt, um ihn selbst nicht konfrontieren zu müssen.
Man kann Schuld nicht entfernen, denn solange an dem einen Ende des Magneten der Schmerz noch Auswirkungen hat, die das Leben einschränken, übt die Schuld am anderen Ende des Magneten noch ihre Wirkmacht aus. Eine gedankliche Absicht kann die universelle Polarität in dieser Dynamik nicht bannen. Der freie Wille ist mächtig, aber wo Schmerz und Schuld sich vererben, sind sie Teil der zellulären Materie – sie wirken im Unbewussten und sind frei von Manipulation.
Erst das Verständnis, erst das Gefühl bringt die Erlösung.
Wer sich an den Gefühlen anderer labt und keinerlei Verantwortung für deren seelisches Wohlsein hat, liebt nicht, er konsumiert.
Wer sich von der Manipulation täuschen ließ und sein Vertrauen weg gab, wo er es hätte bei sich behalten müssen, liebt ein Phantom und könnte sein Urvertrauen in Menschen verlieren. Doch solange Du Dir selbst vertraust und etwas findest, das Dir Sinn gibt, ist Dein Leben nicht umsonst.
Die Erwartung an das Leben, es müsse Dir Ekstase und Glück ohne Schmerz liefern, wo die Mehrheit derer, die Dir begegnen, nur vermeiden und konsumieren, ist eine unrealistische.
Die Frage sollte also nicht sein: wie vergebe ich die Schuld anderer, um meinen Schmerz zu beenden? Die Frage sollte lauten: Wie begegne ich meinem Schmerz so, dass ich auch in Zukunft mir selbst im Umgang mit anderen vertrauen und mich immer wieder selbst auffangen kann, wenn ich getäuscht und verletzt wurde.
Vielleicht bist Du nur ein loyaler Mensch unter Hunderten, und vielleicht begegnen Dir auch in Zukunft Menschen, die täuschend echt manipulieren. Doch Deine Treue zu Dir selbst und Deine Intuition werden ihnen Geduld abverlangen. Wer die nicht mitbringt, zieht weiter, ehe er…
Dich verletzen kann.
Jemand, der die Tiefe nicht halten kann, wird weglaufen, sobald Du ihn damit konfrontierst.
Wenn es einen guten Rat gibt, dann den, Menschen sofort mit der Tiefe zu konfrontieren, BEVOR Du Dich dazu entscheidest, Dich auf sie zu beziehen.
Der Preis ist zwar hoch, denn so kann man natürlich schlecht in Lebensfreude frei auf Menschen zugehen. Selbst wenn dies dem eigenen Naturell widerspricht, ist es nötig, wenn man bereits sozial erschöpft ist und auf die eigenen Reserven achten muss.
Das einzige, was ich als HSPlerin in einer abgestumpften Welt gelernt habe, ist, immer echt zu sein und mich nicht gegen meine eigenen Bedürfnisse überanzupassen. Die eigene Tiefe zu verleugnen, also zuzumachen und Leichtigkeit vorzutäuschen, wo sie Dir eigentlich genommen wurde, wäre Verhinderung von Liebe.
Ich bin nicht bereit dazu, der Liebe zu mir selbst das zu verweigern, was sie braucht – weder der Gesellschaft, noch Individuen gegenüber.
Ich brauche das EchtSein. Ich brauche hundertprozentige Loyalität mir selbst gegenüber.
Wer den Schmerz nicht konfrontieren will, hat in meinem Leben nichts zu suchen, denn der Schmerz ist ein Teil von mir. So wie der Gesang. So wie das fühlende Wort und die Zartheit und Kraft der Farben.
Wenn es etwas geben kann, das den Schmerz lindert, dann ist es die bedingungslose Akzeptanz. Und das, was die Seele vor der oberflächlichen und narzisstischen Kälte da draußen schützen kann, ist das Träumen.
Das war bei mir als Kind schon so.
Sobald die Tränen der inneren Kinder fließen dürfen, werden sie wieder träumen und wunderschöne Bilder malen, Lieder singen und Höhlen bauen… in ihrer inneren Natur, an jenem Ort in ihren Herzen, wo die Hoffnung niemals sterben kann.