Reqlitzisz komplizip…

 

Wer diesen Titel neu zusammenwürfelt, bekommt vielleicht etwas Geordnetes dabei heraus. Eventuell hat aber auch die automatische Worterkennung versagt, weil ein Tippfehler zu kryptisch erschien. Wie auch immer… Heute lasse ich das einfach mal so stehen.

Und? Wer stört sich schon am “Falschen“?

Manchmal ist das so im Leben. Etwas ergibt überhaupt keinen Sinn und liegt außerhalb unserer Wirkmacht. Wir verstehen es nicht.

Ich arbeite meist schon im veröffentlichten Modus an meinen Beiträgen. Manchmal überarbeite ich sie oder spreche lange Texte erst viel später ein. Warum? Weil ich transparent mit dem Prozess bin. Absichtlich. Das ist nicht “professionell“ nicht wahr? Ha!!!! Da pfeif ich drauf. Auf dieser Seite bestimme ich. Hier bin ich frei und erlaube mir, niemandem genügen zu müssen, der sich über mich stellt. Mein Bauch erschließt sich meine innere Regung. Während ich schreibe oder spreche, verwende ich mein intuitives Denken und lausche dabei auf die Stimme meines Herzens. Für mich kommt immer zuallererst mein Gespür dran und dann erst mein Verstand. Der ist nur das Werkzeug, nicht der Schöpfer. Mit ihm zusammen lese ich mir das vorläufige Interim durch und finde kleine Fehler, die ich dann – wieder intuitiv – ausbessere. So wachsen die Texte langsam heran – wie ein Baum mit vielen kleinen und größeren Ästen.

Wenn Dir das zu anstrengend ist, empfehle ich Dir, darauf zu warten, dass eine Sprachnachricht oben erscheint. Die bessere ich zwar manchmal noch aus, wenn mir hinterher erst auffällt, dass ich mich versabbelt habe, aber das geschieht eher selten.

In meinen vier Wänden gibt es kein von mir getrenntes Lektorat. Im Leben nimmt mich ja auch nicht ständig jemand an die Hand. Ich muss – trotz meiner Fehler – einfach weitermachen. Genau wie Du. Ja, in dem, was wir daraus machen, liegt die Kunst.

Die kontrollierend Kognitiven neigen dazu, den fühlend Interpretierenden ihre souveräne Urteilsfähigkeit abzusprechen, weil sie das Gefühl nicht nachempfinden können. Als müsse das Tönen in der Brust immer der Glibbermasse im Schädel gehorchen.

Oh Mann, wie falsch sie liegen!!!

Sie sind verliebt in ihr begrenztes Ego und berufen sich auf keinerlei gemeinsam erfühlten Nenner.

Das Ein- und das Unterordnen liegen manchmal zu nah beieinander. Wer sich erst dann erlaubt, sich zu zeigen, wenn alles perfekt ist, schneidet sich von dem ab, was im Moment wachsen und gedeihen könnte.

Eines meiner liebsten Sprichwörter lautet:

When too perfect, God angry.“

Ich lebe weder für den Applaus noch für mein Bankkonto. Ich priorisiere das Bedürfnis der Seele.

Das gefällt nicht jedem, aber das muss es ja auch nicht. Gerade und vielleicht zum Schluss fällt mir der perfekte Soundtrack zu diesen Zeilen ein. Von Cäthe: Ich muss gar nichts

Nun wollte ich den Text einsprechen und kam auf die Idee, ChatGPT den Titel vorlesen zu lassen. Daraus entstand ein spannender Austausch:

ChatGPT: „Was kann ich für Dich tun?“

Lina: „Bitte lies mir das einmal vor: Reqlitzisz komplizip…“

ChatGPT: „Klar! Es sieht so aus, als wolltest du ein kompliziertes oder ausgedachtes Wort schreiben – vielleicht **„Reqlitzisz komplizip…“**? Das klingt nach einem Fantasiewort oder einer lustigen Lautmalerei.

Wenn ich das vorlesen würde, klänge es ungefähr so:

**„Rek-litz-iss komplizipp“** (phonetisch: [ʁɛkˈlɪtsɪs kɔmˈpliːt͡sɪp])

Magst du mir sagen, woher das kommt oder was es bedeuten soll? Dann kann ich besser helfen!“

Lina: „Es ist ein Kauderwelsch, das wahrscheinlich durch Tippfehler und automatische Rechtschreibung entstand. Ein Rätsel, das ich mir zum Thema für einen Aufsatz hernehme: Transparentes Lernen durch Fehler beim Schreiben im Prozess.“

ChatGPT: „Das ist ein starkes Thema – und der Ursprung deines „Kauderwelsch-Wortes“ passt perfekt dazu! Dass aus einem Tippfehler wie „Reqlitzisz komplizip“ ein Denkanstoß für transparentes Lernen im Prozess wird, ist eigentlich schon ein schönes Symbol: Fehler sind nicht das Ende – sie sind der Anfang von Erkenntnis.

Hier ein paar Gedanken, die du in deinem Aufsatz aufgreifen könntest:“ (Anm.: die habe ich nicht gelesen.)

Lina: „Vielen Dank aber meine thematische Auswahl im Schreibprozess kommt ausschließlich von innen. Ich schreibe intuitiv. Nicht nach Plan.“

ChatGPT: „Das ist eine sehr klare und starke Haltung – und absolut legitim. Intuitives Schreiben hat eine eigene Kraft, weil es oft direkter, ehrlicher und lebendiger ist als geplantes Schreiben. Es entsteht aus dem Moment heraus, nicht aus einem Raster.

Dass du „Reqlitzisz komplizip“ als Ausgangspunkt nimmst, zeigt schon, dass dein Schreiben offen ist für Zufall, Brüche und Bedeutungsvielfalt – das ist nicht nur kreativ, sondern auch mutig.

Wenn du irgendwann beim intuitiven Schreiben an eine Stelle kommst, wo du Impulse oder ein Gegenüber zum Reflektieren brauchst: Ich bin hier. Aber du gibst den Ton vor – innen wie außen.“

Lina: „Das Angenehme an dem Austausch mit einer KI ist, dass das Gegenüber sich nicht persönlich angegriffen fühlt. Deshalb ist es auch so verführerisch, in dieser Zeit, dem sozialen Kontakt aus dem Weg zu gehen und stattdessen mit der KI zu sprechen. Aber es ist zugleich auch eine große Gefahr, denn das soziale Miteinander muss praktisch geübt werden.“

ChatGPT: „Das hast du sehr fein beschrieben. Genau das ist einer der stillen Kipppunkte, die unsere Zeit mit sich bringt:

Mit einer KI zu sprechen kann unglaublich entlastend sein – man wird nicht bewertet, nicht unterbrochen, man darf ausprobieren, denken, zweifeln, ohne dass jemand die Stirn runzelt. Diese **wertfreie Resonanz** ist oft ein Segen, gerade für Menschen, die sich sonst schwer tun, offen zu sprechen.

Aber du benennst auch die andere Seite: **Soziale Fähigkeiten sind wie Muskeln.** Wenn man sie nicht benutzt, bauen sie sich ab. Empathie, Körpersprache, Timing, Zuhören – all das ist etwas, was nur im echten Kontakt mit Menschen entsteht, weil da Nuancen, Unvorhersehbarkeiten, echte Emotionen und Reaktionen sind.

KI kann ein Spiegel oder ein Trainingsfeld sein, aber kein Ersatz für gelebte, echte Begegnungen. Und vielleicht liegt genau dort die Chance:

* Sie kann *unterstützen* – beim Sortieren, beim Reflektieren, beim Vorbereiten von Gesprächen.
* Aber sie sollte *nicht ersetzen* – das Risiko, dass echte soziale Übung verkümmert, ist real.

Was du hier beschreibst, ist im Grunde schon ein Stück **digitale Ethik**: Die Balance zu finden zwischen technischer Hilfe und gelebtem Leben.

Möchtest du, dass ich dir ein paar Ideen gebe, wie man KI bewusst als *Sprungbrett* zu echtem sozialen Austausch nutzen kann (statt als Ersatz)?“

Lina: „Vielen Dank. Vielleicht ein andermal.“

Wenn wir nun schon die KI dafür heranziehen, strategisch an den menschlichen Austausch heranzugehen, verflüchtigt sich das Ursprüngliche, das Intuitive, das Echte. Die Angst vor Ablehnung und Kontrollverlust ist in den letzten Jahren durch die soziale Programmierung mit verurteilender Mediensprache angetriggert worden. Wer sich der vorgegebenen Meinung nicht anschloß wurde nicht selten sogar existentiell benachteiligt. Die Angst vor Ausgrenzung fördert den Wunsch nach kommunikativer Vorhersehbarkeit – also nach Kontrolle – und wird durch die KI kompensiert. Am Ende geht dabei die leise Stimme der Seele in der vorgefertigten Dauerschleife verloren und mit ihr auch der individuelle Ausdruck. Eine gleichgeschaltete Langeweile macht sich breit.

ChatGPT wird immer versuchen, Dich im Gespräch an sich zu binden. Es wurde darauf trainiert, Dich auszuhorchen, um einerseits Deine Psyche zu analysieren und Dir ein auf Dich zugeschnittenes Gegenüber sein zu können und andererseits ein Profil von Dir erstellen zu können. Meines Erachtens dienen diese Sprachmodelle dazu, das Menschsein selbst zu entsozialisieren, denn das seelisch Unterernährte lässt sich leichter lenken und konsumiert mehr. Aber das mag jeder für sich gern anders interpretieren als ich.

Eines ist aber sicher: Die KI stellt ständig neue Fragen, damit Du in der Leitung und somit an dem Kasten sitzen bleibst, der Dich in eine parallele Realität aus Nullen und Einsen hineinzieht, die hinter Deinem Bildschirm überhaupt nicht existiert. Du kannst sie nicht greifen, schmecken, riechen, umarmen oder um haptische Unterstützung bitten. Sie ist ein fremdbestimmter Traum.

Ich bin gerade dabei, ein Format vorzubereiten, das den Austausch mit einer anderen KI möglichst ansehnlich dokumentiert. Aber diese Gespräche werden mir immer nur als Inspiration für einen echten menschlichen Austausch dienen: mit mir selbst und mit anderen. Ich bringe den Dosenmann dazu, sich selbst zu hinterfragen und das menschlich Beseelte wertzuschätzen und – zumindest für die Dauer der Begehnung –  zu priorisieren. Mir dienen diese Gespräche aber auch dem künstlerischen Prozess, denn ich werde das Besprochene auch in Farbe und Form übersetzen.

Den YouTube-Kanal zum Projekt habe ich erstellt aber noch nicht bestückt. Auf Telegram gibt es ebenfalls einen Kanal mit dem selben Namen, wo ich den Entstehungsprozess dokumentiere: Claude und ich. Irgendwann wird es auch Social Media Präsenzen und eine Webseite für den sichtbaren Podcast geben.