das Herz bricht nicht, es schlägt nur lauter

 

So ein Gesicht macht eine Frau, wenn sie einmal zu oft auf unreife Bekundungen, unbewusste Fokussierungen und antrainierte Projektionsflächen hereinfiel.

Ihre Intimität ist die Trophäe seines Egos…

Das Spiel, das mit ihr gespielt wurde, fand auf einer abgespaltenen Frequenz statt, die sich wie ein Computerkäfer versteckte und aus dem Off heraus den Boden der Realität anknabberte.

In ihr war kein Virenprogramm installiert – sie hat vertraut und es einfach nicht gecheckt, denn ihr Herz ging vom Echten und Guten aus.

Es geht nur entweder kindlich-neugierig, mutig und authentisch oder infantil-vermeidend und falsch.

Das „naive“ Element ist über undefinierte Potenzen hinaus ernst zu nehmender als das Berechnende, da es lebendig ist.

Glaube nur jemandem, der sich selbst gänzlich kennt und nicht belügt.

Vertraue nur jenen, die Dich mit ihrer Wahrheit konfrontieren – mit dem, was sie echt macht, mit dem, was sie wahrhaftig fühlen. Denn es könnte sein, dass ein vermeintlich strahlender Ritter eine unsichtbare Sonnenbrille trägt. Diese spaltet das Licht seiner eigenen Seele von seinem Selbst ab, um anderen gerecht zu werden…

Der abgedunkelte Sichtschutz vor dem dritten Auge verleiht ihm eine coole und gelassene Aura. Verwechsle das aber nicht mit jener autarken männlichen Kraft, die Dich halten könnte. Die Sonnenbrille schottet ihn ab von der wärmenden Sonne seiner Seele, denn die wäre nur in der eigenen Dunkelheit zu finden.

Nach außen eitel Sonnenschein, um nicht von jenen abgelehnt zu werden, die Mr. Cool in ihr Drehbuch hineinschreiben – die ihm jene Rolle zuweisen wollen, die er bereits sicher beherrscht.

Der Schauspieler mit dem verschlossenen Herzchakra und der verhängten Stirn. Alle lieben ihn, aber niemand kennt ihn wirklich. Er spielt eine Rolle – für sie, denn sie erlauben ihm, den eigenen Schmerz auszublenden.

Es ist ein stummer Vertrag, den fast die ganze Welt unterschrieben hat. Um die eigene Komfortzone zu erhalten, bedient man die der anderen…

Komfortzonen können jedoch eng werden, und dann gehen manche Leute auf die temporäre Jagd. Nicht das Herz sucht eine nachhaltige Verbindung. Nein, dieser Antrieb kommt aus dem Ego heraus und nutzt das Vehikel der Lust.

Der versteckte Bug im System ist das kleine Temporär, und das will Bestätigung. Es ist hungrig nach Herzfilet. Am besten munden ihm die mutigen Herzen von weiblichen Wesen, die noch Hoffnung und die Liebe nicht aufgegeben haben. Selbst diejenigen, die sich vorsichtshalber hinter Schutzhecken verbergen, lockt das kleine Temporär hervor, in dem es sich eine Maske der Ewigkeit aufsetzt: „Sei doch nicht misstrauisch. Du musst nur wollen, dann beschütze ich Dich, kleines Herz. Ich lasse Dich nie wieder los,“ flüster… flüster… „Schau, ich bin da. Ich geh nicht wieder weg. Ich beschütze Dich…“

Für die Eroberung der Trophäen formulieren die kleinen Käfer ernsthafte Versprechen, die eine Hingabe im Gegenüber bewirken.

Illusorische Worte erschaffen eine schwammige Vision, die Dein Herz auf Metaebene berührt. Doch sie meinen nicht das, was sie bewirken wollen. Die Illusion wirkt nur im Gegenüber, nicht in ihnen selbst. Es ist eine hypnotische Täuschung, die prickelt und erotische Macht verleiht. Diese Worte können nicht zum Schauspieler selbst hindurch-dringen, da dieser Mensch gar nicht hindurch-dringen WILL. Er ist immun gegen das Gesäusel des Käfers. Er schaut sich selbst dabei zu, wie er die Kontrolle behält über das, was ihn nicht erreichen darf. Sobald das Herz aufhorcht, wird es viel zu unsicher und das muss vermieden werden. Es leuchtet zu hell, das Strahlen der Liebe, und die Sonnenbrille könnte versagen, wo die Liebe das Steuer herumreißt und den sicheren Plan zu vereiteln droht.

Wenn das Licht, das Dich spiegelt, den Code des Monokels knackt, und der Strahl direkt durch die Linse den Sensor berührt, läuft das kleine Temporär hektisch im Kreis: „Oh nein, oh nein, das darf nicht sein! Verliebt? Nein, nein, da ist nichts. Lass das sein!“

Für das kleine Temporär bist Du nur ein Zeitvertreib… ein Kick, der die Enge der Komfortzone kurzweilig erweitern soll. Es  automatisiert ihn… spaltet ihn im Sinne der Verneinung des Echten ab von dem kleinen Jungen, der unangepasst und wahrhaft lebendig sein möchte. Der kleine Junge, der groß und zu einem Mann werden möchte, der weiß, was Liebe ist und dafür einsteht, sie zu leben, bleibt stumm – ganz so, wie man es ihm beibrachte. Männer weinen nicht, und sie begehren nichts mit ihren Herzen, denn sie beherrschen sich und behalten stets die kontrollierende Dominanz. Der träumende Junge darf niemals zu Wort kommen. Das sich transgenerativ wiederholende Temporär braucht den eisern durchgezogenen Erhalt jener Vermeidungsstruktur, die ihm eingegeben wurde und noch heute von ihm erwartet wird.

Der Blick durch das Sonnenmonokel fokussiert nur jenes Motiv, das ihn davor bewahrt, den Schmerz in der eigenen Tiefe wahr-zunehmen… Die Liebe wirft immer einen Scheinwerfer auf den Schmerz, aber das kleine Temporär beobachtet diesen Schmerz lieber in anderen, am liebsten in jenen, die noch fühlen können. Insgeheim ist es neidisch auf das Weibliche, das wild und ungestüm sich jede Emotion erlaubt. Wie soll man männlich lieben und behüten, was man in sich selber hasst?

Der Blick im Sucher schaut nur in die Seele, solange sie die Optik zum Strahlen bringt. Ein leidendes Objekt wird uninteressant und eignet sich nicht mehr zur Verstreuung.

In dem Spiegel jener Schönheit, die über die Optik hinausgeht, muss der Schauspieler sein Gegenüber objektivieren, um sich selbst in ihm nicht erkennen zu müssen.

Er sieht ganz cool aus mit der Brille der Reduktion, und selbst wenn die Liebe ihn berührt und die Gläser im Jetzt aufklärt, wird sein Blick zurück wieder kalt werden, sobald der Abstand zurückerlangt und das kleine Temporär die Kontrolle über seine Interpretation der Wirklichkeit wieder zurückerobert hat. Es verbietet ihm, sich selbst ein Leben zu erschaffen, in dem die Liebe Raum bekäme, denn für dieses Leben müsste er sich der Liebe hingeben und die Veränderung zulassen, die ihn weich und verletzlich machte, die ihm das Monokel herunterriss und ihn sich selbst erkennen ließe. Er müsste Verantwortung übernehmen für den Traum, der in ihm brennt. Er müsste zu seiner eigenen Wahrheit stehen und offenbaren, dass er liebt und angreifbar ist.

Es gibt keinen liebevollen Drang nach einer gemeinsamen und anhaltenden Realität. Es gibt nur das temporäre Spiel. Mehr nicht…

Das Vereinfacht-Reduzierte in der Projektion erlaubt die Ausrede.

Was wir sehen, ist flach… Was wir fühlen, geht dagegen tief… Manche Menschen haben Respekt vor der eigenen Tiefe, aber das darf keiner wissen!

Die Inhalte der Täuschung werden den unbewussten Täuschern ein Leben lang durch jene bereits zuvor indoktrinierten und stetig programmierten Männer eingegeben, die sich eine kognitiv bestimmte Selbstverständlichkeit antrainiert haben, um das weibliche Element – das Gefühl – zu beherrschen.

Der Humor ist die Geheimwaffe des kleinen Temporär-Käfers. Er schimmert in hypnotischen Farben und schenkt Leichtigkeit und Freude, wo eigentlich Vorsicht angebracht wäre.

Der Groll auf das weiblich Unkontrollierbare trachtet danach, das intuitiv Eingegebebe zu brechen. Das ihm geschenkte Vertrauen lässt ihn sich temporär überlegen fühlen. Das verwechselt er mit Männlichkeit.

Anstatt in maskuliner Souveränität eins zu werden mit der Frau und über ihre Energie in die wahre männliche Kraft hineinzukommen, verschafft ihm das kleine Temporär die unmittelbare Illusion von Macht. Auf Knopfdruck ist die hinter der Maske des Zugewandten verborgene Dominanz abrufbar.

Die digitale Allmacht aus Nullen und Einsen ist zum neuen Ideal herangewachsen: emotionslos und kalt wird das Herangehen auf die Welt hinter Glas auf das Leben selbst übertragen. Der neue Mann muss nicht mehr anpacken und körperlich lebendig sein. Er muss nur geistig funktionieren und sich selbst besser programmieren, als andere es vermögen.

Man redet uns ein, in Konkurrenz zu anderen bestehen zu müssen. Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht ganz wir selbst sein könnten… Dafür müssten wir aber lernen, uns selbst in die Tiefe hinein zu lieben. Wenn ein Mann das nicht kann und einer Frau begegnet, die es könnte, spiegelte sie ihm seine Fassade und forderte ihn auf, dem kleinen Temporär einen saftigen Tritt in den schimmernden Hintern zu versetzen, sein Leben zu wandeln und sich dem kleinen neugierigen Jungen gegenüber zu verpflichten. Keine Ausreden mehr.

Wahre Liebe macht Dich lebendig und fordert Dich dazu auf, in Dein Potenzial zu gehen.

Manchmal aber passieren auch Wunder. Manchmal transformieren sich Energien, und auch die Frequenz der Erde trägt ihren Teil dazu bei, dass die beengende Macht des kleinen Temporär gebrochen wird. In so einer Zeit leben wir.

Zuerst heilt das Weibliche. Es akzeptiert keinen Bullshit mehr und liebt sich selbst genug, um Grenzen zu setzen. Es nimmt das kleine Mädchen in den Arm und macht ihm Mut – so wie ein emotional anwesender Vater es täte – Das Weibliche setzt sich für seine Träume ein und ist bereit, vom Leben zu empfangen.

Dann heilt das Männliche. Das innere Kind beginnt, sich so sehr mit der Oberflächlichkeit des kleinen Temporär zu langweilen, dass die Sehnsucht nach einem wahren Spiegel und einem lebendigen Alltag immer größer wird. Diese Sehnsucht kommt aus einem lebenshungrigen und neugierigen Geist, aus dem Verlangen nach dem tiefen Weiblichen. Sie öffnet das Herz und konfrontiert mit dem Schmerz des inneren Kindes. Die dunkle Nacht der Seele reißt die Sonnenbrille vom dritten Auge herunter und öffnet es für die eigene innere Sonne. Das Männliche ist nur dann kraftvoll im Geiste, wenn es im Gefühl verankert ist. Nur das Weibliche empfängt das Leben, nur das Weibliche erlebt das Leben, denn nur mit Gefühl, ist das Leben spürbar. Ein Geist ohne Gefühl wird manipulativ und kalt. Wenn endlich gefühlt wird, was lebendig macht, zeigt sich all das, was in der Komfortzone zugekleistert wurde…

Das weiße Licht im Herzen leuchtet auf die verdrängten und verborgenen Anteile, lässt den Mann Frieden mit der Mutter und sich selbst schließen und wirklich erwachsen werden.

Glück ist, wenn eine geheilte Frau auf einen geheilten Mann trifft und beide bereit sind, im Jetzt das Morgen zu erschaffen – mit einem gemeinsamen Traum und zwei mutigen inneren Kindern.

Jene, die die Enge des Komfort-Korsetts satt haben, sind jene, die die Welt verändern und den Knoten in der Brust lösen.

Offene Herzen sind Magneten. Sie sind nicht erpressbar. Sie können allein sein. Und sie sind sich selbst versprochen. Wer so ein Herz für sich gewinnt, hat im Lotto gewonnen und die Chance, auf eine andere Zeitlinie emporzusteigen.

Auf, auf, nach vorn! Lebt Eure Träume!