Das Schiff wurde gekapert

 

Im Fluch der Karibik werden die Piraten romantisiert. In der Palantir‘schen, neunormal-realisierten Welt liefert man den Zuschauern die rosarote Brille fürs Unterbewusstsein, durch die sie die Guten nicht mehr von den Bösen unterscheiden können. Doch was ist “böse“ und was ist “gut“?

Da ich mich ausgiebig damit beschäftigt habe, wie das (transgenerative) Trauma das Bewusstsein fragmentieren kann, möchte ich gern diese Begrifflichkeiten austauschen in:

böse = abgespalten und manipulativ

und

gut = präsent, authentisch, ehrlich und frei.

Der funktionstüchtig-Abgespaltene respektiert die universellen Gesetze nicht, weil er sich – aus dem Unverständnis seines Traumas heraus – von der göttlichen Präsenz verraten fühlt und die Verbindung zum seelischen Ursprung gekappt hat. Das dissoziative Element in der angepassten Person vertraut dem Göttlichen nicht, weil es unendlich größer ist als sein kognitives Begreifen. Es verweigert sich der Vogelperspektive des Adlers. Diese Form des Bewusstseins glaubt an die eingrenzenden Gesetze der weltlichen Hierarchie und unterwirft sich jenen, die die lineare Zeit besitzen, weil sie den Markt beherrschen.

In eine einfache Sprache übersetzt, bedeutet dies in heroischer Konsequenz, das der – oft mit Fleiß – errungene Selbstwert, den man sich über die existenzielle Belohnung via die beeindruckende Performance auf der Weltenbühne erarbeitete, einem nicht wichtiger sein darf, als das, was das Herz im Augenblick entscheiden möchte. Denn das Herz ist immer klüger, und es muss sich nicht anstrengen, sondern nur verbinden – mit einer Instanz, die zu groß ist, als dass ein menschliches Gehirn ein Profil von ihr erstellen könnte.

Die Liebe verlangt hundertprozentige Loyalität. Und sie wartet nicht. Man kann ihr immer nur im JETZT begegnen und folgen, sich ihrer annehmen und sich der Veränderung, die sie anstößt, hingeben.

Die Verbundenen geben sich Mühe, den Gesetzen der Liebe zu vertrauen und zu entsprechen, um den Kontakt zur eigenen Seele nicht zu verlieren, egal wie oft sie – im Versuch, die Liebe zu leben – verraten und belogen wurden.

Der großen Liebe, die keine Schublade kennt und alles verändern kann, zu begegnen, ist das glückselige Schicksal. Sie tatsächlich auch zu leben, ist dagegen pure Entscheidung. Wahre Helden ergreifen die Chance, doch nur selten gibt es dafür eine Bestätigung im Außen.

Vielleicht gelingt es Dir, Dich immer wieder vor der Liebe zu drücken, Dich gegen sie zu entscheiden, weil Du glaubst, dann all das aufgeben zu müssen, womit Dein Ego und Deine vererbte Vermeidung identifiziert sind. Doch letztlich rinnt Dir Deine Lebenszeit, vielleicht sogar eine ganze Inkarnation durch die krampfende Faust hindurch, wenn Du den Ruf Deines Herzens erstickst und Deine Bestimmung leugnest. Du kannst dem Eros des Lebens niemals gänzlich und bis in alle Ewigkeit entkommen, denn Du bist aus ihm heraus entstanden. Lehnst Du die Liebe ab, negierst Du Deine eigene Essenz.

Doch was ist nur Gier, und was ist seelische Verbindung? Wer sich weigert, der Seele zu lauschen, ist ein Sklave der induzierten Begierde – der gepriesenen Trophäe – der Akzeptanz der Gläubigen. Er wird die Nähe der Wissenden niemals ertragen können, weil er vor ihnen nichts verbergen kann.

Manche schließen sich düsteren Zirkeln an, um ihr Misstrauen in das Göttliche zu krönen und ihren Schmerz zu vergessen. Und dann dienen sie einem niederen Ersatzgott, um sich vormachen zu können, den freien Willen anderer kontrollieren zu dürfen. Doch das Universum gibt dafür keine Absolution.

Sich an der freien Wahl anderer zu laben, kann nicht mit einer positiven Entsprechung wieder gut gemacht werden, denn jede verhinderte Realisation kann in eine Sackgasse führen, aus der so mancher nicht mehr entkommen kann.

Letztlich ermächtigen sich jene, die anderen die Souveränität stehlen, sich selbst dazu, diese von ihrem Seelenpfad abzubringen. So versündigen sie sich am Garten Eden und den universellen Grundrechten ihrer Mitmenschen. Jeder sollte gleichberechtigt und selbstbestimmt entscheiden dürfen.

Der Gehörnte hat die Manipulation normalisiert und den Spielern gestattet, die Schuld zu verdrängen, die sie sich aufladen, während sie die Wahrnehmung anderer zu ihrem eigenen Vorteil beeinflussen und ihnen so das einzig wahre und heilige Jetzt rauben.

All jene, die sie dazu verführen können, die künstlichen Götter mehr zu lieben, als sich selbst, werden in die Irre geleitet, solange sie vergessen, was die kreierende Liebe wirklich ist.

Das dunkle Spiel, das die Gesetze und Symbole des Lebens verdreht, ist verschachtelt und hochkomplex. Aber die Liebe ist schlicht. Sie sagt Dir, was sich richtig und falsch anfühlt… Ihre Stimme dreht sich nicht in Deine Gedanken hinein, wie der manipulierte Verstand es tut. Ihr Ruf ist meist bescheiden, nur wenn Du drauf und dran bist, sie zu verraten, wird sie laut und gibt Dir die Chance, die Segel noch zu hissen.

Die guten Schiffe ankern nicht endlos im Hafen der Hoffnung, um auf jene zu warten, die der Liebe nicht vertrauen. Sie sind verbunden mit dem Wind. Er ist ihr Freund. Würdevolle Ozeanriesen verzögern das Setzen der Segel nicht, um sich komplett löschen zu lassen, ohne neu beladen zu werden.

Wer sich selbst nicht spürt, kann die feine Stimme der Liebe nicht hören und wird auch jene nicht wahrhaftig vermissen, die zu ihm gehören, denn er zieht in die Fremde, die er in sich selbst etabliert hat.

Den guten Weg kann man in der Vermeidung der Liebe nicht erkennen, da dieser nicht mit Scheinwerfern, sondern mit Seelenlichtern erleuchtet wird. Wer seine eigene Seelensprache spricht, kann nicht mehr auf Trampelpfaden umherirren und sich an Weggefährten festkrallen, die alle dasselbe artifizielle Brillenmodell auf der Nase tragen und das begrenzte Weltbild bestätigen. Wer der Liebe das Steuer übergibt, folgt seinem unprogrammierten Zentrum und vertraut – bedingungslos.

Je teurer die Brille, desto mehr Lebenszeit kostet sie… desto tiefer rutscht man hinein ins eingeengte Gesichtsfeld. Die Nasenvehikel der Entfremdung erkennst Du daran, dass die Augen dahinter vollends verschwinden: Die individuellen Fenster zur Seele werden in dem Nichts ausgeblendet, das genügend Leere für den geistigen Blackout bietet – denn so bleibt der Schlüssel zum Tor in die Welt der Täuschungen intransparent und unangreifbar. Doch wer mit liebenden Augen schaut, erkennt das, was sich jenseits der Hülle offenbart und mutig genug ist, eine neue Reise anzutreten.

Ich frage mich: Brauchen wir noch eine Sehhilfe, die uns vor der Wahrheit schützt? Müssen wir uns und die Bedürfnisse unserer Herzen weiterhin verstecken, um “angepasst“ genug zu erscheinen und nicht sanktioniert zu werden?

Im Angesicht der Liebe dürfen wir die dominanten Gestelle und die eingefärbten Gläser ablegen, damit wir die Komfortzone überwinden und uns der Angst stellen können. Und dannerst dann – dürfen und können wir uns frei entscheiden…

… nicht nur gegen die Lüge, sondern vielmehr für die Wahrheit und die Liebe.

Piraten nehmen anderen etwas weg. Beseelte Menschen teilen hingegen, was sie zu geben haben, und wählen ihre Gefährten nicht aus existenziellen Ängsten vor Armut oder Einsamkeit heraus, sondern aus Freude und dem Impuls, zu geben.

Wer liebt, will schützen und erhellen. Wenn es an Selbstliebe fehlt, giert der Suchende mit dem flimmernden Glas vor den Augen nach dem verkörperten Licht der Seele in anderen, verwechselt diese Dynamik mit Erotik und legitimiert die Jagd nach der Unschuld in anderen mit seinem archaischen Trieb. Doch fließt die Essenz der Liebenden, die einem vorgetäuschten Interesse auf den Leim gehen und einen gut getarnten Piraten an Bord lassen, nur in eine Richtung, verliert der Kahn die Hoffnung und die heilige Erde, aus der wir entstanden sind und deren CHI uns nährt, blutet aus – in uns und um uns herum. So wird es schwer, dem Orkan der entfremdenden Kälte und den Stürmen des Schicksals standzuhalten.

Einige wenige Piraten kann der kollektive Energiekörper vielleicht noch ausgleichen, sodass genügend Schiffe noch auf den Wellen tanzen und die guten Gaben von einem Ort zum nächsten tragen. Doch wenn sich die Verweigerung zu Fühlen generalisiert und der Mensch überall den Verrat vermutet, nachdem er gebrochen wurde und sein Zentrum ganz verliert, überdreht die Nadel auf dem Kompass und wird an ihrer Spitze magnetisch angezogen von dem, was das Gesichtsfeld so eng wie möglich hält und den Zugang zum authentischen Sein verhindert – Konsum. Dann liegt der Fokus auf immer mehr, statt auf dem Meer und dem Horizont.

Die Liebe kann die Enge weiten. Das heilende Element in der geschützten Intimität bewirkt Wunder auf Zellebene. Doch die Voraussetzung dafür ist die klare und konsequente Entscheidung zur Wahrheit… der freie Wille, sich abzuwenden, wo das Gefühl und die Botschaft der Seele unterdrückt werden oder keinerlei Bedeutung haben dürfen. Wer sich nicht für Dein Inneres begeistern kann, wird Deine Hülle nur mit dem Geist der Gier berühren können und Dich vergiften…

Niemand, der sich selbst nicht spüren und treu sein möchte, könnte ein guter Gefährte für jemand anderen sein. Nur die nach innen hin Verbundenen eignen sich dazu, die Medizin der Erde zu extrahieren und weiterzureichen.

Alles, ist Frequenz, und alles, was den Geist des Schöpfers in sich trägt, kann mit nur einem Wimpernschlag die Rückverbindung ermöglichen – aber nur jene, die sehen wollen, werden den Wunsch spüren, wieder ganz in der Wirklichkeit anzukommen.

Wir dürfen uns erinnern und authentisch sein. Denn ohne das Echte muss die Liebe vorgetäuscht werden. Wer sein wahres Ich versteckt, wird die eigene Quelle nicht freilegen können und immer nach auf der Jagd nach dem Ozean in anderen sein.

Wer ein Schiff einnehmen will, anstatt selbst eines zu bauen und sich zu trauen, den Anker einzuholen, ist ein ewig Heimatloser. Ihm fehlt die Erfahrung, die Stürme der See zu überleben, sich dem Element des Wassers – welches das Gefühl symbolisiert – bis in seine undenkbare Tiefe hinein anzuvertrauen. Wir dürfen wieder lernen, dem Schlagen in unserer Brust interessierter zu lauschen als dem ängstlichen kleinen Mann in unserem Ohr. Ja, er will uns beschützen, aber es fehlt ihm an menschlicher Größe und an der Verbindung zur Quelle.

Dem Zensor, der neben der Hörschnecke auf einem heißen Drahtseil balanciert und unser Gleichgewicht durch die gedanklich begrenzte Kontrolle aufrecht erhalten möchte, wird es übel, sobald die Wellen die Schwerkraft überblenden. Statt loszulassen und zu lernen, sich hinzugeben und das Unverfälschte in Klarheit und Widmung zu halten, will er das Boot in einem möglichst überschaubaren Hafen verzurren und immer die selbe Fahne an den Mast hängen. Egal wie fürstlich schwer auch das Gewebe seines erbeuteten Königsmantels auf andere wirken mag, darunter sitzt der einsame Geist eines zurückgelassenen und verlorenen Kindes, das niemand hält, wenn es weinen und wüten müsste wie das unberechenbare Nass der Gischt.

An jedem Tag haben wir die Wahl: Wahrheit oder Verdrehung? Intuition oder blinder Gehorsam? Angst vor dem Leben oder tatsächliche Präsenz?

Es wurde uns von höheren Mächten zugestanden, die Magie in uns selbst zu finden und der Fremdbestimmung im Außen zu entkommen.

Gedanken kreieren die Wirklichkeit, doch werden sie freiwillig gedacht?

Für die freiwillige Ausrichtung muss man Verantwortung für das übernehmen, was man denkt, und genau hier Veränderung zu lassen, das Herz – das Gefühl – hinzunehmen und einen Wunsch ausformulieren, der die Botschaft des Schmerzes ernst nimmt und einen positiven Gegenentwurf verfasst.

… am besten noch bevor das neue Jahr beginnt…

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Möge es für viele ein Jahr der Klarheit im Herzen werden, und mögen darüber hinaus noch viele Menschen den Mut finden, der Stimme in ihrem Herzen zu folgen…