friert das Alter ein, in dem er beschließt, seine emotionale Wahrheit vor sich selbst zu verbergen. Er wird von nun an Frauen suchen, die seine Verantwortung der Emotionsregulation übernehmen, damit er weiterhin die seelische Arbeit aufschieben kann, um sich dem Spiel im Außen zu widmen.
Handelt auch sie aus der Kindheitswunde heraus, wird sie alles tun, damit er sie nicht verlässt – und das unentgeltlich. Sie erfüllt einen Zweck, und sie arbeitet ihre Sehnsucht an ihm ab. Die Dynamik lebt von der Nichterfüllung.
Sie jagt, er empfängt. Laut Naturgesetz müsste es aber genau anders herum sein. Das Männliche umwirbt, das Weibliche wählt. In diesem Falle steht also alles Kopf und ist deshalb auch ungesund für die Psyche beider Pole.
Er bestätigt durch sie sein falsches Ego. Sie versucht, ihren Wert in ihm zu finden. Es ist ein Machtkampf, in dem sich keiner von beiden entwickeln und verändern darf, sich drüberstülpen oder unterwerfen muss – und das unbewusst Verstellte legt sich wie ein dunkler Schleier über die verzerrt erlebte Intimität:
Da ein dominanter verdrängender Aspekt noch mit dem verletzten inneren Kind verlinkt ist, braucht er eine Mutter und sie einen Vater, keinen authentischen Gegenpol, um sich aus der Tiefe der eigenen Authentizität heraus binden zu wollen, oder sich – jenseits der materiellen Erscheinung – etwas Gemeinsamen zu widmen, das größer ist als das Ego. Die Motivation ist in dieser gesellschaftlich normalisierten Korsage nicht die Freude, sondern der Mangel.
Um aus dieser Falle herauszukommen, gilt es nur zwei Ziele praktisch anzustreben:
Eins: werde erwachsen und sorge dafür, dass der kleine Junge bzw. das kleine Mädchen heilen kann.
Zwei: verändere Deine Sicht auf die Liebe und wechsle vom Kind in den Mann bzw. in die Frau. Das bedeutet, dass Du Deinen verletzten inneren Anteilen selbst ein Vater und eine Mutter wirst und so jene Vermeidungsmuster Deiner Ahnen überwindest, die Dich von Dir selbst, Deiner wahren Bestimmung und Deinem frei gewählten Leben getrennt haben.
Erst wenn man da angekommen ist, weiß man, ob das, was magnetisch anzieht, tatsächlich die große Liebe ist oder nur Illusion.
Wer sein eigenes Herz nicht kennt, sondern sein Empfinden meidet, kann auch niemals das Herz eines anderen sorgsam und wild zugleich in den Arm nehmen.