Dysfunktionale und vernetzte Familien

 

Hier benennt ein zugelassener Therapeut sieben Anzeichen einer entfremdeten Familie:

„Nummer eins: Liebe ist an Bedingungen geknüpft. Du fühlst Dich erst dann wertvoll, wenn Du erfolgreich, gehorsam oder gefällig bist. 

Verbundene Familien lieben einander bedingungslos. Sie mögen vielleicht nicht, was Du tust, aber die Liebe schwankt nicht. 

Nummer zwei: Emotionale Bedürfnisse werden abgetan oder heruntergespielt. Wenn Du weinst, wirst Du als manipulativ missgedeutet. Wenn Du Schmerz ausdrückst, bist Du zu empfindlich. 

Verbundene Familien bestätigen Emotionen. Sie verstehen sie vielleicht nicht immer, aber sie geben Dir nicht das Gefühl, schwach zu sein, weil Du welche hast.

Nummer drei: Das Image ist ihnen wichtiger als die Ehrlichkeit. Solange es nach außen hin gut aussieht, ist das alles, was zählt. 

Familien mit einem guten Verhältnis legen Wert auf Authentizität. Sie opfern die Wahrheit nicht, nur um ihren Ruf zu schützen. 

Nummer vier: Konflikte werden vermieden, nicht ausgetragen. Meinungsverschiedenheiten werden unter den Teppich gekehrt. Man kehrt zur Normalität zurück, aber nichts wird wirklich gelöst. 

Familien mit einem guten Verhältnis arbeiten Konflikte aus, nicht perfekt, aber offen und ohne sie in einen Krieg zu verwandeln.

Nummer fünf: Familiengeheimnisse. Man sagt Dir, dass man über bestimmte Dinge nie sprechen darf, nicht einmal untereinander. Diese Heimlichtuerei schützt die Familie nicht, sie isoliert sie. 

Vernetzte Familien sind ehrlich, auch wenn die Wahrheit unangenehm ist. Sie glauben, dass Offenheit Heilung bringt, nicht die Scham. 

Nummer sechs: Es gibt keine echte Neugierde auf Dein Innenleben. Niemand fragt, wie es Dir wirklich geht. Sie wollen nur die Version, die leicht zu hören ist. Sie wollen Dich gar nicht kennenlernen.

Vernetzte Familien sind hingegen neugierig. Sie interessieren sich für Deine Gefühle, Deine Probleme, Deine Ehrlichkeit, auch wenn es unschön wird. 

Nummer sieben: Schweigen wird belohnt. Aussprechen wird bestraft. Wenn Du ein Problem ansprichst, wirst Du zum Problem und (geghostet) gemieden und mit Schweigen bestraft. Also lernst Du mit der Zeit, still zu bleiben. 

Vernetzte Familien schaffen Raum für schwierige Gespräche. Sie bestrafen die Wahrheit nicht. Sie heißen sie willkommen, auch wenn sie unangenehm ist.“

Quelle

Meine Anmerkung: Menschen, die als Kinder schon auf dysfunktionale Kommunikation trainiert wurden, tragen diese hinaus in die Welt.

Schaut Euch um, dann wißt Ihr Bescheid…

Ich nenne das immer das “GefasstSein“. Die positiv-semantische Verdrehung dieses Zustands nennt sich “Zurückhaltung“.

Das Totschweigen von Schmerz oder das Bestrafen von freier Rede hat noch nie dabei geholfen, Probleme zu erkennen, geschweige denn, sie zu lösen, auch nicht das Projizieren auf diejenigen, die von den systemisch Überlegenen als die schwarzen Peter benannt und mit verleumderischen Zuschreibungen beworfen werden wie mit Dreck.

Oft werden genau die freien, souveränen Geister, die den Mund aufmachen, dämonisiert, kriminalisiert und kollektiv gemobbt, um jene verborgenen Wahrheiten zu verschleiern, die das Kartenhaus des Scheins zum Einsturz bringen können. Warum die Ehrlichkeit verboten wird? Weil die systemisch Mächtigeren sich dann mit ihren Dysfunktionen und ihrem Schmerz auseinandersetzen und erkennen müssten, dass ihre ‘Vorgaben‘ Leid verursachen bzw. dem Kollektiv schaden. Und weil jene, die ihre systematische Macht missbrauchen und andere belügen, um sie manipulieren zu können, dann auffliegen würden und das Image, das ihnen Vorteile bringt, dann nicht mehr aufrechtzuerhalten wäre.