
Egal, wie ausgetüftelt ein Mann sein Image absichert, egal wie ausgefeilt er arbeitet, sich sozialisiert und darstellt…
Wenn er eine Frau belügt, um Zugang zu ihrem Leib zu erlangen und sich an ihrem freien Willen und ihrer weiblichen Energie zu vergehen, ist er ein spiritueller Vergewaltiger.
Bricht er ein Herz für den Wahn der Kontrolle, so knüppelt er ein Leben nieder und fühlt sich erhaben, weil er keine körperliche Gewalt anwenden musste, um ein Wimmern zu bezeugen.
Das universelle Bewusstsein, das die Wahrheit und die Liebe bewacht, interessiert nicht der Ruf eines Menschen. Es bemisst den Grad seines tatsächlichen Nutzens für das große Ganze an seinem Energiefeld.
Und je mehr Herzen und Seelen seinetwegen vom Weg abkamen, weil sie durch ihn gebrochen wurden, desto dunkler wird der Schatten, der seine Seele umgibt. Er rafft die Projektionsenergie an sich und bleibt auf Seelenebene ein Phantom – jemand, der nicht weiß, was Liebe ist, weil er sie benutzt, statt ihr zu begegnen. Er fürchtet sie, weil sie größer ist als sein Ego. Und deshalb findet er seine Bestimmung nicht.
Er ist ein Nomade ohne Zugang zur Mystik der Wüste. Sein Kamel ist ein geschundener Gaul, dem niemand die Quälerei ansieht. Einen verborgenen Schlauch hat er gelegt – zum Wasserreservoi im Höcker seines treuen Gefährten. Das unscheinbare Mundstück bleibt der Trumpf im Manschettenknopf. Er saugt nur daran, wenn die Dämonen zusehen und die Menschen ihre Scheuklappen anlegen.
Und wenn das eine Tier zu laut klagt und in die Knie geht, überlässt er es jener sengenden Realität, die er zuvor noch leugnete, und umzirzt das nächste.
Er hat ein schillerndes Lächeln, doch es flunkert ihm nicht genug für den Blick in den Spiegel. Es ist für die andren und stammt nicht aus der Wärme der fünften Herzkammer. Sein Grinsen ist ein Abklatsch der wahren Zuwendung. Ein flüchtendes Gebaren ohne Zuhause. Es lebt in einem wandernden Aquarium.
Die Fassade wird zweidimensional, sobald hinter dem Glas das Quecksilber oder die Dunkelheit zurückwerfen, was er nicht erkennen mag. Die Abwesenheit vom Echten…
Still, traurig und leer.
Die ultimative Macht über das Vertrauen der Unschuld hat einen Preis. Und der wird in unserer Welt mit Applaus belohnt.
Doch nicht jedes Lama ergibt sich der Hitze. Manche schenken sich dem Feuer des Schmerzes und werden frei im Ein-sam-Sein. Der Tag ist gekommen, da ihr pures Ich ihnen aufzeigt, dass das All auf ihrer Seite ist und immer schon war. Und dann werden die Risse in der Brust zu Goldadern, und niemand muss dies bezeugen.
Selbst wenn die ganze Welt eine Lüge glaubt… Die Liebe kennt die Wahrheit.
Nur was natürlich ist, kann auf lange Sicht bestehen. Und wer die Liebe in sich selbst und anderen verrät, ist nicht natürlich. Der leugnet die große Mutter und überhöht sich. Er würde das Schlichte nicht erkennen, stünde es direkt in seinem Feld… Denn seine inneren Augen sind trübe und brauchen das Scheinwerferlicht der Täuschung, um der Strategie des Prunks gerecht zu werden.
Ein Wimpernschlag mit unzähligen Atemzügen geht schnell vorbei. Mit oder ohne Seele? Das entscheiden wir…