Ich verteile all die toxischen Plombenkleber, die in diesem Jahr übrig blieben, weil niemand in einem verhangenen Haus voller Baustaub klingeln wollte, an unterschiedlichen Orten: in Körben, Kartons und Ecken, die noch keine fest installierte Zuordnung erhalten haben. Bist Du schon einmal von Deiner Wohnung in Deine Wohnung umgezogen? So erscheint es mir gerade. Zu viel Zeugs für zu wenig Platz mit temporär nicht vorhandenem Boden und Keller… Fast alle Zimmer befinden sich im Ausnahmezustand.
Ach, was soll ich sagen… Herr Habeck mit seiner Wärmepumpen-Vision sei an dieser Stelle erwähnt. Uff!
Zurück zu den Schauerstreichen: Ich erinnere mich daran, dass ich einmal die Ursprünge des kapitalistischen Halloween-Spektakels erforscht habe und von einem Schrecken in den nächsten hineinschlitterte…
Als tatsächlich gläubige Yeshua-Schwester drängt sich mir die normalisierte Teufelsanbetung als harter Tobak auf. Aber der kollektive Normsog ist für die jüngere Generation nicht wegzudenken.
Ich erinnere mich:
Mit Vierzehn wollte auch ich einmal dazugehören und fing an, zu rauchen. Mit Vierundzwanzig hörte ich auf und bin seit vierundzwanzig Jahren clean. Doch der Glimmstengel ist nur eine Vermeidungsstrategie von unerdenklich vielen, denn jedem von uns unterbreitet der Gehörnte ein individuell abgestimmtes Angebot…
Wer keine Ahnung davon hat, dass die Horror- und Psychothriller auf Netflix eher mit dem Dark Web zu tun haben als mit einer unrealistischen Scheinrealität, bringt dem Erntedank-Ersatz-Marketing-Gewitter definitiv zu wenig Skepsis entgegen.
Ich steige an dieser Stelle nicht bewusst in MKUltra und Red Shoe Phänomene ein, lasse die Epstein-Causa beiseite und verweise auf einen verlinkten Text, der mir große Freude bereitet:
Markus Langemann über die Geister, die keiner haben wollte aber induziert als wichtig gelten
Als meine Tochter noch klein und dafür zu haben war, verkleidete ich sie als Glücksfee und ließ sie an Halloween ein Gedicht im Haus aufsagen. Keine Erpressung im Stile von „Gib mir oder ich geb Dir Saures!“, sondern: „Ich freue mich über Bonbons, und dafür erinnere ich Dich an das, was zählt.“…
Sie verstreute im ganzen Haus Sternenstaub mit ihrem Plastikzauberstab, und so war es mehr ein Tausch als eine einseitige Forderung. Der alte Brauch, von Tür zu Tür zu gehen, Gedicht und Gesang von einem Ort zum anderen zu tragen und so ein Netz aus Licht zu weben, ist mithilfe der Agenten der Zuckerindustrie zu etwas verkommen, dass den Mangel an lebensbejahender Magie kurzweilig in Vergessenheit geraten lässt. Aber das macht nichts, denn wir alle können in jedem Moment anders – neu – entscheiden und einander in Erinnerung rufen, was wirklich wichtig ist.
Die Fotos, die damals im Hausflur entstanden, als das größte Geschenk, das Gott mir machen konnte, ihr Körbchen füllen ließ, sind süßer, als es Nestle‘ und Co imstande wären, zu produzieren…
Die Jahre des kollektiven Zwangs, dem man mit Beginn der Schulzeit unterliegt, und mit ihnen die ewig wiederkehrende neurologische Anbindung an den Zucker, sind nur ein kleiner Abschnitt auf dem Weg und können dazu dienen, ein inneres Leuchten zu bewahren bzw. neu zu entdecken, das gegen alle Destruktivität und Kaugummi-Entseelung im Außen anstrahlen kann und die Anbindung an den Schöpfergeist bewahrt.
So konfliktreich es um uns herum auch zugehen mag – und daran werden wir täglich erinnert – so friedvoll und voller Phantasie sind wir imstande, dagegenzuhalten. Wir müssen uns nur dazu entscheiden und an die Kraft aus unserem Inneren glauben. Wir können nicht darauf warten, dass an jedem Tag ein freundlicher Fremder an der Tür klingelt und uns an die wahren Werte erinnert, anstatt Rasierschaum in den Briefkasten zu sprühen.
Jeder von uns hat die Chance, selbst ein Mensch zu werden, der sich dazu animiert, als gutes Beispiel voranzugehen: die stoisch-betäubende Konsumhaltung lähmt unsere Schaffenskraft und hindert uns daran, den Odem des Universums tief ein- und weit auszuatmen.
Die Geister sind nicht das Problem. Ihre Manifestationen sind es, denn die werden durch unseren Fokus erschaffen. Langemann beschreibt die hässliche Fratze, die uns in dem Alptraum, den das fremdbestimmte Dasein bereithält, anstarrt und nach der Unschuld greift. Doch wir brauchen die Klingel nicht abzustellen und uns vor der Erwartung derer zu verstecken, die darauf konditioniert werden, haben statt geben zu wollen. Wir können dieses Fest dazu nutzen, vorzuleben, wie man gerne gibt und uns an den Zauberwesen erfreuen, die unter all der Verkleidung noch zu erkennen sind. Wie gesagt: auf den Fokus kommt es an.
Wie lange jemand auch vergessen haben möge, was es bedeutet, frei zu leben, das eigene Potenzial zu erkennen und vertrauensvoll den Moment als kostbar zu begreifen, ohne sich – mit was auch immer – die Sinne zu benebeln, so plötzlich kann er auch erwachen. Ich habe für mich ein Bild etabliert, das den feinen Unterschied benennt: Die einen lieben von innen nach außen. Die anderen lieben von außen nach innen. Letztere kennen sich selbst nicht und leben als Geist. Die trickreichsten Verkleidungen sind nicht so offensichtlich wie eine Frankensteinmaske. Sie sind subtil. Ob jemand in der Lage dazu ist, von innen nach außen zu lieben, hat viel mit seiner Geschichte zu tun und auch mit dem Drang seiner Seele, alle Masken abzulegen und dieses Leben dazu zu nutzen, authentisch zu werden und die Tür nicht zu verrammeln, wenn die Liebe…
Klopf, Klopf…