Der Gärtner

Manche denken, es sei naiv, daran zu glauben, dass das Männliche heilen, wirklich erwachsen werden UND die eigene Lebendigkeit dauerhaft in einer Beziehung (er-) leben kann. Ich glaube, dass es möglich ist, weil ich von Menschen weiß, für die es selbstverständlich so ist. Doch das sind Menschen, die ihre Seele und die Seele ihrer Partnerin auch priorisieren, an sich arbeiten und mit ihren Herzen sehen. Und manche berichten von ihren Erfahrungen, teilen ihre Sicht und Wahrnehmung mit anderen, weil sie wissen, dass der Respekt vor dem Weiblichen den Mann von selbst in die Verbindung zum Leben hineinbringt.

Ohne das Gefühl, ohne die Liebe für das, was real ist und kostbar reift, gäbe es kein Leben.

Erst wenn Du das Weibliche auch in Dir selbst wertschätzt und konfrontiert hast, achtsam behandelst und behütest, traut sich Deine Seele, mit Dir zu sprechen, sodass Du Deinen eigenen Weg finden kannst. Und dann nimm andere an die Hand und zeige ihnen, wie auch sie ihn finden können.

Es ist möglich

Erst wenn Menschen begreifen, dass unsere Welt erst dann heilen kann, wenn uns das Heilen wichtiger ist als die Kontrolle über das Geschehen und eine Palette aus Möglichkeiten, die uns zerstreuen und von unserer Seele entfremden sollen, werden sie ihren Anteil im großen Ganzen erkennen und keinen Tag mehr damit verschwenden, sich von sich selbst und ihrem Schmerz abzuspalten und einem System gerecht zu werden, das uns in die Trennung verführt, anstatt uns in die Verbindung hinein zu bringen.

Menschliche Reife ist anziehend für Menschen, deren Seelen auf die nächsthöhere Seinsebene aufgestiegen sind, in dem sie in ihre eigene Tiefe hinuntersanken, um darin sich selbst zu finden. Diese Menschen lieben immer von innen nach außen, anstatt wie ein Staubsauger alles einzusaugen, was sie in ihrem Inneren noch nicht gefunden haben und Ihnen sehnlichst fehlt. Viele Leute sind in Beziehungen gefangen, die beider Tore in die Tiefe hinein zugemauert haben, um den Schmerz zu verbergen und in gegenseitiger Abhängigkeit sich selbst zu verleugnen, während eine wahre Begegnung verunmöglicht wird.

Das Kollektiv wurde betäubt mit Vermeidung und Anpassungsprogrammierungen an falsche Dynamiken, die wahrhaftige Intimität mit uns selbst und in exklusiven Beziehungen verhindern. Das Unreife ist süchtig nach dem nächsten Kick und unfähig, das Echte und Tiefe zuzulassen.

Der Süchtige pflückt die Blume am Wegesrand und wirft sie ins Feld, sobald sie beginnt, zu ermatten oder nach Wasser zu rufen.

Der Gärtner wählt eine Blume aus, gießt und behütet sie und findet in seiner Verbindung zu ihrer Einzigartigkeit seine Bestimmung, weil ihr Erblühen ihm seine größte Freude ist. Er hält die Parasiten von ihr fern, schützt sie vor Starkregen und sorgt für das richtige Milieu im Boden. Er ist dankbar für jeden Jahreskreis und neugierig auf alle Phasen ihrer gelebten Wandlungsfähigkeit. Sein Vertrauen in ihre Hingabe beruht auf dem Beweis, den ihr farbenfrohes Lächeln ihm schenkt. Ein Jahr ist für ihn wie ein Tag.

Die Zeit fliegt vorbei, wenn er in ihrer Nähe sein darf, weil diese Art von Liebe die lineare Zeit sprengt und die Intensität des Jetzt‘ offenlegt. Wieder und wieder und wieder. Und wieder.