Narzissmus in Systemen (Familie oder Gesellschaft) ist ein Krieg um die Wahrnehmung von Realität.
Geld ist ein Mittel zur Machtausübung.
Beides hat miteinander zu tun, denn Hierarchie in Familien und Systemen ermöglicht Machtausübung.
Wenn Opfer eines Angriffs auf Psyche oder Körper gesellschaftlich gegaslightet werden – man also ihre Wahrnehmung leugnet – weil sie einen niedrigeren Status, weniger Geld, Ruhm etc. haben, mangelt es an Zeugen, die ihnen dabei helfen können, vom Missbrauch zu heilen. Ein großer Teil der Heilung entsteht dadurch, dass die Realität, wie sie wirklich ist, erkannt wird. Wenn aber in einem Kollektiv die gemeinschaftliche Wahrnehmung von Realität davon abhängt, wie einzelne sie definieren, die reicher, berühmter und/oder systemisch mächtiger sind, gibt es immer Scapegoats, die gemobbt, entwürdigt, sanktioniert, ausgegrenzt und zum Schweigen gebracht werden, weil sie widersprechen.
Die einzige Möglichkeit, sich selbst vor Machtmissbrauch zu schützen, ist der Rückzug. Aber das ändert unser kollektives Problem nicht.
Narzissmus ist wie ein Virus, das Systeme befällt. So einige Bestimmer sind infiziert und manipulieren diejenigen, die gern Verantwortung nach oben hin abgeben.
Wenn Pornografie narzisstische Veränderungen im Gehirn bewirkt (und das ist von Neurologen bewiesen worden), haben wir ein fettes Problem, denn 9 von 10 Männern regulieren sich über den Konsum von Filmchen, die Gewalt gegen Frauen enthalten und diese entwürdigen.
Das erklärt so einiges. Und es wird nicht von allein verschwinden. Das einzige, was hier noch helfen könnte, ist die Bereitschaft zu mehr Bewusstsein, das Aufgeben von Sucht (denn es ist eine Suchtkrankheit) und das Erkennen und Überwinden des fremdbestimmten Ego.
Frauen weltweit werden gerade bewusster. Sie haben den Zenit des seelischen und körperlichen Leidens überschritten und gehen freiwillig aus dem körperlichen Kontakt zu männlichen Energiekörpern, die pornografiebefallen sind. Und sie gehen in den geistigen Kampf um die Deutungshoheit. Sie sagen erstmals in der Geschichte laut, wie sich die kollektive Wirklichkeit aus einer weiblichen Perspektive heraus anfühlt, die narzisstischen und körperlichen Missbrauch ertragen hat.
Diese Emanzipierung ist die wahre Ursache der ‘Male Loneliness‘. Und es ist genau das, was unser Kollektiv jetzt braucht, um das eigentlich relevante Virus gerade noch rechtzeitig auszukurieren!
Durch die Verweigerung körperlicher Entladung haben Frauen Männer schon einmal dazu gezwungen, einen Krieg zu beenden.
Der Kampf um die wahrhaftige Definition von Realität kann nur mit dem weiblichen Anteil des Menschen gewonnen werden: mit Mitgefühl, Fürsorge, Sanftmut und Verbindung zur geistigen und materiellen Urquelle – über die individuelle und kollektive Seele.
Ohne die Wahrheit hat die Liebe keine Chance, und auch die Seelen der Männer brauchen Liebe. Sie verkümmern im Automatismus des teilnahmslosen Voyeurismus. Sie verlernen durch ihn, dass menschliche Interaktion nur in gegenseitigem Vertrauen münden kann, wenn die Achtung vor der Seele im Gegenüber unerschütterlich ist.
Das Konsumieren und somit auch Ermöglichen cineastischer Menschenverachtung innerhalb dieser Industrie normalisiert das Entwürdigen der Frau und ist somit ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das immer jüngere Opfer fordert. Die Würde des Menschen muss unantastbar bleiben!
Wir leben in einer Zeit, in der sich entscheidet, in welche Richtung der Mensch sich entwickeln wird: narzisstische Entseelung und Transhumanismus oder beseeltes Bewusstsein und Verbindung zur wahren Natur. Das Eine ist bequem und fremdbestimmt. Das Andere ist die Konfrontation: die Arbeit am Schmerz. Sie führt uns in die Individuation des Individuums, in die Realisation wahrer menschlicher Bedürfnisse hinein, schenkt uns einen intrinsisch motivierten Kompass und befreit die Menschheit von der Illusion einer Macht, die andere unterwerfen muss, um Kontrolle auszuüben und über sie die Grenzen menschlichen Wirkens zu verleugnen.
Das Patriarchat ist lebensfeindlich, und das patriarchale Verwalten des Geldes ist es auch, weil es auf ewigem Wachstum und der Ausbeutung des Weiblichen beruht.
Das Rebooten des Systems ist in vollem Gange. Das massentaugliche Internet wurde mithilfe der Pornographie eingeführt, und über die digitale Entwürdigung der Frau ist die digitale Entmündigung des Menschen vorangetrieben worden. Die automatisierte Entmachtung des freien Willens steht bereits mit einem Fuß im Flur, und mit ihr wird die Basis für den beseelten Homo Sapiens ausgehöhlt. Eine tabuisierte und verharmloste Sucht nach körperlicher Entladung, die mehr mit Macht und Kontrolle über das Fühlende zu tun hat als mit einer gesunden Sexualität, in der sich nicht nur Körper benutzen, sondern Seelen begegnen und gegenseitig beschenken, hat das Männliche von seiner natürlichen Aufgabe abgespalten. Der Mann sollte Frauen und Kinder achten und schützen, bleibt aber freiwillig in der normalisierten Dissoziation.
Eine teilnahmslose, von beseelter Begegnung getrennte Triebbefriedigung regrediert das männliche Gehirn in einen Zustand hinein, der ihn von sich selbst und dem Leben selbst entfremdet, seine Spiegelneuronen vertilgt und ihm die Fähigkeit raubt, authentisch zu spüren, was da ist – und die Mächtigen, deren Namen in so mancher Akte geschwärzt wurden, profitieren davon, dass das so ist.
Unbewusste Menschen, die nicht zusammenstehen und die Bequemlichkeit der liebevollen Hingabe vorziehen, sind besser manipulier- und lenkbar. Sie funktionieren in simpelsten archaischen Mustern und meiden die seelische Auseinandersetzung mit dem Schaden, der bereits angerichtet wurde.
Alle Frauen tragen das transgenerative Trauma ihrer Ahninnen in ihren Zellen. Und der Leidensdruck ist groß – ich hoffe darauf, dass er nun endlich seinen Zweck erfüllt und in die Wandlung führt.
Die Veränderung des virusverseuchten Systems kann nur durch das Erwachen des Weiblichen vonstatten gehen. Wenn die Objektifizierung keine Trägerinnen mehr findet, wird der Erreger ausgehungert. Dann muss sich der Wirt mit dem Vermiedenen auseinandersetzen: mit dem Gefühl.
Es wird Zeit für eine geistige Ermächtigung, Freunde. Das System schleicht sich in uns hinein – und zwar über die Vermeidung von Schmerz. Also gibt es nur einen Weg in die Freiheit: durch den Schmerz hindurch… in das Selbstverständnis innerer Anteile hinein… in die Selbstliebe dessen, was wirklich da ist und unter all dem Hochmut und künstlichen Selbstbewusstsein der systembezogenen Person versteckt wurde.
Jeder Mensch braucht Zuwendung, Verständnis von Gefühl und eine konstruktive Ausrichtung – keine abgestumpfte Funktionalität, die neuronale Verrohung und Verhinderung von Emotion und Mitgefühl.
Wir sollten unseren Wortschatz um ein Wort erweitern: das Mutgefühl! Jedes konfrontierte ungemütliche Empfinden ist ein Schritt in die Selbstbestimmung und aus der Abhängigkeit. Und wenn die Menschen unbedingt Helden brauchen, dann sollten sie Vorbilder wählen, die vorleben, dass dies möglich ist: Menschen, die ihre weibliche Seite leben und mit Mut zur Wut verteidigen. Diese Wut ist der gesunde Anteil des Menschrn, der den Missbrauch beenden kann, weil er Grenzen durchsetzt, die die Würde behüten. Diese Wut bewacht den ersten Grundsatz der Menschenrechte vor der Scheinheiligkeit der Manipulateure. Die Wut darf nicht mehr negativ gerahmt werden, um der Kontrollsucht zu fröhnen.
Das Männliche (Verstand/Logik/körperliche Kraft) muss das Weibliche (Gefühl, Fürsorge, Intuition) beschützen: in- und extern! Nur dann haben wir gegen diesen Apparat noch eine Chance.
Bis jetzt!
Eure Lina