Das sagen ängstlich-kontrollierende Menschen immer dann, wenn Kinder oder Liebe an die Tür klopfen… Weil sie sich die Illusion bewahren wollen, sie hätten ihr Dasein im Griff und das Recht darauf, das Leben selbst zu lenken: „Mein Zeitplan und mein Eigentum.“
Jeder, der sich etwas Anderes vorstellt und sich trotzdem aus Liebe mit ihnen auf etwas Gemeinsames beziehen möchte, muss sich ihre Doktrin aneignen. Sonst passt er ihnen nicht. Ene Mene Muh, und raus bist Du.“
So wird die Liste der äußeren Merkmale noch ergänzt mit Suggestionen, die die Personenverträge bestimmen und langfristige Abkommen besiegeln. Und wehe dem, der es sich anders überlegt, weil etwas Unvorhergesehenes geschieht.
Was sich nicht freiwillig in die Projektionsfläche einfügt, wird weggemacht und schnell vergessen. Wie das Leergut in der Besenkammer. Das Entsorgen verschieben wir auf Morgen. Für den Genuss oder den Applaus darf das Ego sich gern ausprobieren. Aber bitte in der Freizeit und auch nur solange das Spiel kein Ernst wird.
Das Schicksal gibt uns Chancen für das, was wirklich zählt – Fenster und Türen zum Wachsen und Erwachen. Doch bevor das Wunder sich zeigen darf, wird es ab- und/oder ausgetrieben. So wahren wir den Schein und bilden uns ein, erwachsen zu sein. Die Person behält die Überhand, und der Mensch muss warten: auf eine günstigere Zeit.
Doch eigentlich machen all die Kapitäne sich nur was vor: Wir wollen nicht am Leben wachsen, wir wollen es aussperren und das Zepter an uns reißen, bilden uns ein Steuer ein, das in einer Scheinwelt navigiert und den Kompass in die fünfte Dimension wenn überhaupt nur in der Theorie betrachtet. „Aye Aye, Dein Wunsch sei mir Befehl!“, sagt der große Geist, und so bekommen wir unseren Willen, und die Seelen, die uns anvertraut wurden, ziehen weiter in den Dunst am Horizont.
Vielleicht ist es auch ganz gut so, denn welche Seele will sich schon immer unerwünscht, ignoriert und verleumdet fühlen? Das machte letztlich keinen Sinn. Wozu ein Leben so verschwenden und das, was man so nennt, auch noch rosarot anpinseln, damit uns die anderen die Illusion auch abkaufen oder zumindest nur wir selbst genug dran glauben, dass man uns wertschätzte, wo sich eigentlich gar niemand um unser wahres Ich schert. Nicht einmal wir selbst… Wir verwenden allen Fokus auf die Aussenwirkung, und das Innere muss sich hinten anstellen.
Die Leute erkennen die Geschenke nicht, wenn sie “umsonst“ aber nicht marktgerecht zurechtgemacht sind… Wie in der Werbung mit den Polaroids: mein Haus… mein Auto… mein Job… meins… meins… meins…
Nur das, wofür Du was geleistet hast, darf gelten.
Erst, wenn jemand Ruhm oder Geld oder irgendetwas anderes zum Vorzeigen hat, ist er wertvoll und integrierbar. Ein Item aus dem Systemkatalog. Passend dazu liefert uns die EU nun die Nummer zum digitalen Scan… So kann man besser mit unserer Lebenszeit handeln.
Die Ware Mensch passt sich ans Regal an und will sich die schönste Verpackung mit dem besten USP dazu verdienen.
Seele? Die ist nicht systemrelevant und findet zuhause statt – falls sie jene, die da wohnen, überhaupt interessiert. Hauptsache, alles bleibt ruhig und entspannt. Den ehrlichen Disput und Mut zur Wandlung brauchen wir nicht mehr.
Kaufen wir uns lieber mit unserer Lebenszeit einen Roboter fürs Haus. Der smarte Gefährte steuert Kühlschrank, Herd und Licht und widerspricht uns nicht. Außer wir weichen vom Narrativ ab. Dann geht die Wanze an und speichert unsere Daten auf Vorrat.
Und die Bildschirme liefern uns, was wir zuvor schon mal gesehen haben. Auf gar keinen Fall darf das Archiv uns als gefährlich einstufen, weil wir hinter die Kulissen schauen und Obrigkeiten infrage stellen. Wer Zweifel hat an Lobby und Profit wird auf die Liste gesetzt und gern auch mal bei Meldestellen angezeigt.
Hübsch vorhersehbar und so gefasst, fällt hier niemand irgendwem zur Last. Außer er wird der orchestrierten Ordnung unbequem. Dann wird verboten und sanktioniert.
Wer sich nicht katalogisieren lässt, ist schon verdächtig. Für die Gesundheit. Für die innere Sicherheit. Für die Effizienz und den Mehrwert dürfen wir der Maschine nichts verbergen und müssen uns selbst zensieren. Der Weihnachtsmann sieht alles, also sei brav und denke immer in vorgegebenen Bahnen und auch bitte immer mit dem richtigen Wording!
Privatsphäre ist out. Die brauchst Du nicht.
Bist Du abhängig von der Bestätigung anderer, hast Du schon verloren, wenn Du ein originaler Mensch bleiben und seelisch reifen willst.
Drum lerne ich zuerst in dieser Zeit, mir selbst zu genügen und mir eine Welt mit Liebe und glücklichen Kindern vorzustellen, die NICHT an Bildschirmen kleben, sondern spielen und neugierig bleiben. Kinder, denen man das Atmen und Träumen nicht verbietet.
Doch wo in den Großen die inneren Kinder nicht gesehen und geheilt werden, weichen Neugierde und wahrhaftig-unbefangene Präsenz dem Tenor der KI-generierten Orchestrierung. Deshalb will kaum jemand noch leben, weil dies bedeutete, das anzunehmen, was geschehen will, während Du andere Pläne hattest.
Das Drehbuch, in das uns die Strippenzieher längst hineingeschrieben haben, wird vom kollektiven Infantil geleugnet und sukzessive umgesetzt: Scheibchen für Scheibchen schneidet sich die Salami selbst. Das Etikett verspricht uns Fortschritt und liefert digitale Demenz.
Doch vergessen wir, wozu wir einst hierhergekommen, ist die Chance zerronnen.
Ich setz mich auf den Zaun, sehe mir das Treiben an, solange ich’s ertragen kann. Und dann: schnell heim oder in den Proberaum.
Man glaubt es kaum, doch das geht: Ich ehre das in mir, was – trotz des ganzen Schwindels – tatsächlich noch lebt.