Meine Güte, was war ich einst verträumt und voller Hoffnung. An die große Liebe habe ich geglaubt. Heute fasse ich die Liebe weiter, und ich vermute auch, dass es einen männlichen Impuls braucht, der ihr mehr vertraut als etablierten Gedankenschranken und Identifikationsschleifen. Die Liebe reißt Konfortzonen ein. Und wenn man sie nicht lässt, verflüchtigt sie sich wieder.
Ich rücke diesen Text noch einmal in der Zeitachse voran, damit er einen Platz im Jetzt bekommt.
Aufsatz zum Lied Parallelen : Max O´Menos (Musik), Lina Hawk (Text und Melodie) (Maxolina)
Diesen Text schrieb ich – ursprünglich inspiriert – von einem Menschen, der leider nicht mehr in seiner früheren Hülle in dieser Dimension verweilen kann, und doch immer in mir nachklingen wird. Ich habe ihn ein paar Jahre später noch ergänzt, weil das Thema mich schon lange begleitet. Ich denke, damit bin ich nicht allein. Diese besondere Art von Begegnung hat der ein oder andere bestimmt auch schon erlebt.
Es gibt eine Art von Liebe, die mir vielleicht immer ein Rätsel bleiben wird.
Sie hat so viele Facetten. Es gelang mir noch nie, sie ganz zu erfassen. Ich erkannte nicht mehr von ihr als prismatische Bruchstücke des Regenbogenlichts; aufgeschlossene Farbmoleküle, die etwas in mir an sich binden und mitnehmen.
Es verflüchtigt sich und verbindet mich mit etwas Größerem. Es öffnet das Dach von meinem Lebens-Schächtelchen. Das verästelte Begreifen wird ganz weit und löst sich auf in einem weiten Inneren Lächeln, das übrig bleibt, wenn dieser Teil von mir zurückkehrt und die Farben mitbringt, die sich dann sogleich in meinem Herzen ausbreiten.
Manchmal fahre ich mit dem Fahrrad, wenn es geschieht. Manchmal bin ich nur zu Fuß unterwegs. Ein anderes Mal sitze ich im Fenster eines Cafés und habe just in diesem Augenblick aufgeblickt von meiner Lektüre.
Es ist ein still dröhnendes Licht; allerdings nicht mit dem Sehen der Augen zu erfassen, sondern mit inneren Rezeptoren. Ich unternehme trotzdem den Versuch, dieses Leuchten visuell zu beschreiben.
Die Kreise, die im Schwarz unter dem Lid aufglimmen, wenn man in die Sonne geblickt hat und die Augen schloss, um ihnen Erholung zu gönnen, wären vielleicht einen Vergleich wert. Um diese weissen Kreise herum bemerkt man – bei aufmerksamer Betrachtung – einen feinen Schein aus Regenbogenfarben. Mit dem Objektiv einer Kamera kann man sie sogar bildhaft festhalten – jedoch nicht diese Art von Liebe.
Sie geht tiefer. Sie ist nicht sichtbar. Man spürt sie nur. Nein, man erahnt sie. So wie der Wind den Regen ankündigt. Man riecht es, wenn es bald regnen wird. Auch wenn es in diesem Augenblick noch trocken ist.
Dieser Liebe ist es egal, ob der Regen Blumen nähren kann. Sie möchte nur die inneren Rezeptoren benetzen. Sie möchte gespürt werden. Die Sehnsucht nach Sonne interessiert sie nicht. Sie ist heller als die Sonne. Vielleicht ist sie der Grund, warum ich anfing, schwarze Lettern auf das weiße Papier zu bringen.
Schwarz und Weiß sind keine Farben und bergen die nötige Neutralität, die Verwirrung zu betrachten. Das Schreiben hilft mir, mein Kleinsein zuzulassen, damit sich meine Seele ausbreiten und groß werden kann.
Etwas Mystisches geschieht mit mir, wenn ich die Buchstaben aneinander reihe. So verschmelze ich scheinbar mit allem, was ich nicht verstehen kann. Auch mit der schleichenden Wucht dieses Gefühls.
Diese Liebe ist ein Mysterium, das mich aufrüttelt. Genau deshalb aber erscheint sie so besonders, niemals entzaubert. Magisch.
These: Sie ist eine parallele Liebe. Der Ursprung ihrer stillen Macht existiert in einer Zwischenwelt, in einer anderen Zeit, vielleicht sogar in einem anderen Leben, zu dem ich keinen bewussten Zugang finden kann. Niemals. Unmöglich. Nicht mit dem Verstand. Und gleichzeitig vermag sie es, sich hier in unserer Dimension zu zeigen: flüchtig und mächtig zugleich. Mir scheint, ohne jedes Ziel. Nie zweckentfremdend, da zu vertraut.
Selbst Einstein müsste da passen. Obwohl er das mit dem Raum und der Zeit ja ansatzweise entschlüsseln konnte. Andere haben sein Erbe angetreten. Doch auch sie wüssten nicht mehr als ich.
Etwas in mir erinnert sich, gedankenlos, ungreifbar. Und doch ist sie da. Du begegnest ihr, und sie reisst Dich heraus aus dem Fließen des Tages, das Deine kleinen Vorhaben umspült.
Du blickst meist in das Leben, welches vor Deinem vorderen Auge abläuft. Du lebst, was Deine Person zu leben meint. Es ist kein Traum, es ist die Wirklichkeit. Jedoch ist es eine Wirklichkeit, die wir alle nach bestimmten Parametern einordnen. Das kognitiv erfasste Falsch und Richtig. Das Eingeordnete…
Blau ist für alle Blau. Arbeit und Geld sind oberstes Gebot. Der Nutzen in dem, was Du tust, ist für andere und Dich selbst wichtig.
Die Wirtschaft bestimmt das Zusammenleben. Und wir alle haben unsere Pflichten.
Es gibt auf so vielen Ebenen so vieles zu verbessern. Uhrzeiten sind einzuhalten. Freundlichkeiten, Floskeln, kleine Flunkereien.
Unbewusst Wahrgenommenes hat im Strom der Zeit keine Möglichkeit, nach oben zu gelangen. Es gibt zu viele Etappen-Ziele am Tag.
Wie oft sind wir in Gedanken schon eine Ecke und eine viertel Stunde weiter. Die Person, die Du bist, hat ihre Techniken, all das, so gut es geht, zu erfüllen. Sie funktioniert, weil sie muss. Der Wecker klingelt. Abends die Tagesschau. Oder das Bierchen an der Ecke mit den Kumpels. „Wie geht´s?“ „Ja, muss…“
Da gibt es Möglichkeiten, meist mit innerer Disziplin verbunden, etwas zu üben, was Dich in den Augenblick zurückholt. Meditation. Ein Musikinstrument zu spielen, und natürlich auch die Praxis der Liebe. Mit Dir selbst. Du könntest ein schönes Buch lesen oder einen Sauna-Besuch in Erwägung ziehen. Laufen gehen. Oder mit jemand anderem Körperlichkeiten erkunden, nach dem Telefonhörer greifen und ein schönes Gespräch mit einer guten Freundin führen, in dem Du Deine Ängste und Schwächen zeigen kannst.
Für die Praxis der Liebe allerdings braucht man Freizeit, Ruhe.
Die parallele Liebe, von der ich hier berichte, begegnet mir meist dann, wenn ich in Gedanken weiter vorne bin. Wenn ich irgendwohin unterwegs bin. Wenn um mich herum eine Baustelle Lärm produziert oder ich mich mit jemandem an der Strassenecke unterhalte oder das Handy am Ohr habe. Es sind Situationen, in denen kein Raum für eine direkte Begegnung wäre.
Einer von beiden muss immer irgendwo hin.
Wenn ich es nicht bin, ist er es, der etwas Wichtiges vor hat. Keiner von beiden möchte anhalten und sich herausreißen lassen. Die Person und auch ihre Verpflichtungen sind bedroht durch diese Begegnung. Die Kontrolle über die Zeit und den Raum ginge verloren, würde man einfach innehalten, die Hand des anderen nehmen und spontan spazieren gehen. Vielleicht sogar einfach nur schweigend.
Das macht ängstlich. Wer sind wir? Wer bist Du? Ich kenn Dich. Aber woher? Könntest Du auf meine Seele acht geben? Würdest Du mich ernst nehmen, wenn ich die Deine sähe?
Sie begegnet Dir, diese Art von Liebe. Auf einmal ist sie da und erschrickt Dich. Als würde sie Dir sagen: „Jaja, die Wirklichkeit. Alle glaubt Ihr daran, doch ihr seid so unwissend. Nichts wisst Ihr. Denn siehst Du? Hier bin ich, und Du kannst nichts gegen mich tun.“
Das innere Sehen blickt mit einem Mal in die Welt. Wie ein Blitz. Als hättest Du zuvor noch wachend geschlafen und nicht bemerkt, dass das Leben einem sedierten Zustand glich. Nun der Weckruf in einer Millisekunde.
Noch nie auch nur ein Satz wäre je gefallen, und du hast das Gefühl, Du kennst dieses Wesen noch besser als Dich selbst.
Wir sind nicht dumm. Etwas weiß darum. Doch sind wir stumm.
Im Nachhinein Texte darüber zu schreiben, ist einfach. Finde genau dann die richtigen Worte, das ist die Kür, auf die Du nicht vorbereitet wurdest.
… immer nur ein Gruß mit andrer Stimme. Jede Silbe erscheint Dir zu viel. Das schöne Schweigen, das alles in sich trägt, wie einen Schatz, wäre durch ein einziges banales “Hallo“ durchbrochen. Deshalb sage ich nichts. Einfach nichts.
Vielleicht erkennst Du es auch und stehst machtlos davor, wie ich.
Oder Du bist von deinem menschlichen Bewusstsein eingenommen und tust diese Begegnung ab, führst sie auf etwas logisch Klingendes zurück.
Ich kenne ja scheinbar nur Deine Augen, Deine Präsenz. Ein Deja Vu? Sie erscheinen mir vertraut.
Nicht aber weiß ich um deinen Charakter. Und der Charakter bestimmt unser Leben. Die Person trifft die Entscheidungen. Meistens.
Unsere Welt birgt so viele Knochen als Belohnung, mit denen wir uns ein Rückgrat um das Wahre herum basteln, um zu bestehen.
So trägt jeder von uns ein eigenes Knochen-Gerüst als Korsett, das die Rotationsfähigkeit einschränkt aber auch den nötigen Halt gibt; eine persönliche Starrheit stabilisiert, die aufrichtet, um das Vermögen zu generieren, in dem zu bestehen, was das Zusammenspiel von Menschen regelt und bestimmt. Vielleicht ist es die parallele Existenz unserer Menschenwelt, die die Präsenz der Natur übermalt hat.
Gaia ist die Leinwand. Wir perfektionieren das Bild. Doch die Faser des Gewebes wirkt stets im Verborgenen und ist mächtiger und liebevoller als wir.
Nicht dass wir es geschafft hätten, die Struktur der Natur in uns selbst zu beherrschen oder zu verändern. Wir sind der Illusion erlegen, die Welt kontrollieren zu können, in dem wir eine eigene Realität erschaffen, sie über das stülpen, was uns kreiert hat.
Die Natur vermisst uns, während wir sie vermessen vermessen.
Wir haben die Erde geteert, und doch ist ihr Klang nicht stumm zu asphaltieren. Sie wird niemals aufhören, nach uns zu rufen.
Diese Liebe flüstert meinen wahren Namen, den ich selbst nicht kenne. Noch nie hat mich jemand so genannt.
So wandeln wir alle inmitten weniger Straßen. Anpassungsnormen für viele Menschen in einem selbst gewählten Kontext – innerhalb eines größeren Gebildes.
Da herrschen die Regeln einer festgelegten Normalität. Schon der selbst überschaute Kontext trennt die Menschen manch einmal so sehr, dass ihre wahre Verbindung nie erglühen kann. Ihre Leben sind zu verschieden. Sie sprechen andere Sprachen, widmen sich anderen Passionen. Haben andere Prioritäten und wurden anders geprägt, bestraft, belohnt und bespielt.
Dein Seelenbruder ist in seinem Kontext des öfteren entfernt von sich selbst. Alle Tage fordern allseits Präsenz und, und, und, und, und… überfordern nicht selten. Die Nähe zu sich selbst und anderen geht zunehmend verloren in den Möglichkeiten der Zerstreuung. Ideell, intellektuell, elektronisch, visuell. Es herrscht ein unaufhörlicher Lärm für alle Sinne. Die Einflussnahme auf das Unbewusste, die Dich lenken will…
Gestützt vom Korsett, gut darin, anderer Leute Erwartungen zu erfüllen und eine wohl dosierte Bestätigung für das eigene Dasein zu erhaschen, warten wir auf unseren Feierabend und freuen uns auf den Tatort am Sonntag.
Und trotzdem faszinierend, wie viele Schleichwege es doch gibt, gepflastert mit alten Knochen.
Das ist das Interessante an Menschen. So finde ich zumindest. Es erweckt meine Neugierde und schärft meinen liebevollen Blick.
Wie schaffen sie es, sich davon zu stehlen? Wie oft? Warum? Und welche Schätze haben sie schon entdeckt, wenn sie es sich erlaubt haben? Oder welch Finsternis, die sie nun hüten und beschützen?
Welche Tränen haben sie nie geweint? Welches Lachen nie in die Welt hinausgelassen oder geteilt? Welchen letzten fröhlichen Kinderschrei zurückgehalten, weil er gestört hätte?
Oder welche Wut ganz tief unten in der tiefen Schlucht in ihrem Unterleib begraben.
Und etwas in mir blickt in die Augen dieser Liebe.
Doch sehe ich dieses Wesen erst vor mir, wenn die Situation der Begegnung längst vergangen ist. Ein Moment wie ein Fenster.
Und ich fange an, die Fragen zu beruhigen, die nun aufkommen. Ich kenne sie nur zu gut, diese Fragen. Sie führen auf Irrwege, die ich nicht mehr beschreiten muss. Ich tat es genügend.
Diese Erfahrung ist gemacht. Zu viele Knochen. Immer fühlte ich mich dabei allein.
Nein nein. Nicht mehr. Denn ich bin nicht allein. Die Leinwand ist immer da.
Ich möchte lieber noch mehr Schleichwege finden, die mich hinführen zu Orten in mir selbst.
Wenn Du keinen Weg zu mir findest, dann will ich Dich nicht. Sammelst Du nur Momente, bleibe ich nur ein Fragment in Deiner Spur, ein Duft am Wegesrand.
Illusionen sind ungesund. Auch wenn diese Liebe wirklich existieren könnte und in einer anderen Parallelwelt realer sein mag als alles, was wir in dieser Sphäre, jeder für sich, bis dato erlebt haben. Auch wenn sie unser beider Identitäten in den Schatten stellen und vor allem auch verändern könnte. Sie könnte vieles zerstören, was wir uns aufgebaut haben, und andere verletzen. Und wir wissen nicht, wohin sie uns führen will. Wir hatten nie ein gemeinsames Ziel. Und wir wollten es nicht suchen.
Manche Entscheidungen muss man mit einem Wimpernschlag treffen, und ohne Mut zur Intuition wird das nichts. Wer die eigene Seele nicht hört, kann ihr nicht folgen.
Für das Feste, all das, was Struktur und Identität schenkt, Vertrautem dient, um der Kompatibilität Willen und um die einzugrenzenden unvorhersehbaren Verletzungen zu vermeiden, verbannte ich auch die nächste Raum und Zeit sprengende Sekunde aus meinem Erleben – jene, in der ich unerwartet, in Dein Gesicht sehen hätte können, weil der Zufall es vielleicht so wollte.
Heute kann ich selbst entscheiden, wann ich dich in meiner Erinnerung betrachte, deine Gabe in mein Herz lasse und deine Präsenz stärker wahrnehme, als zu deinen Lebzeiten möglich war.
Das Feste gehört zum Menschsein dazu. Aber das Flüchtige ist mächtiger…
Ich kann meinem Herzen nicht entfliehen, in dem ich mich in eine Liebe flüchte, deren Realität nicht greifbar ist. Die Erinnerung an dich, ermöglicht mir präsente Pausen.
Und gerade darum. Gerade um unbeantwortete Fragen stehen lassen zu können.
Ich pfeif auf Kompatibilität. Ich will Echtheit. Mut.
Und wenn ich singe, allein im Proberaum, das Lied für Dich, dann bist Du da und lächelst. Ich kann es fühlen.
Ich will das Heldentum in mir etablieren. Nur wenn mein potentieller Liebster anstrebt, ebenfalls sein eigener Held zu sein, kann ich ihm beistehen. Eine Heldenreise zu zweit. Wenn das überhaupt möglich ist.
Im inneren Labyrinth den anderen an die Hand nehmen und sich selbst an die Hand nehmen lassen in seinem. Egal, was im Außen vorgegeben wird. Egal, wie viele Fluchtmöglichkeiten es auch geben möge. Die inneren Gärten entdecken und ihre Schönheit und Früchte teilen und für die Pflanzen, die sie schenken, sorgen.
Ich will die Art von Liebe, die Dich an die Wand stellt, die Sonne auf Dich richtet und Dich mit jenen Blumen streichelt, die immer noch am Strauche blühen, der Erde nie entrissen wurden und stetig gegossen werden.
Und alles so still, wie es nur geht, damit die Augen sprechen können.
Ich will die Art von Liebe leben, die die Knochen aufsammelt, die sie Dir entrissen hat, ein Kunstwerk daraus baut und Dir hilft, auch ohne Korsett zu dir selbst zu stehen und bei jemand anderem liegen zu können. Die Träume der Nacht zu träumen, auf Seelenreisen zu gehen, während die Körper beieinander liegen bleiben und sich nähren.
Ich will mein Leben teilen mit jemandem, der den Weg zu mir findet und sich nicht auf der Anziehung ausruht, oder schlimmer noch, sich in ihr sonnen würde. Jemand, der mich nicht in sein Idealismusdrehbuch hineinschreiben und besitzen will. Jemand, der so mutig ist, dem Leben die Regie zu überlassen, der die Kraft hat, sich dem Mysterium zu stellen und für es einzustehen, damit es in der Nähe wie in der Unendlichkeit pulsieren kann: stetig und achtsam.
Klein und verletzlich. Unbesiegbar durch die Liebe.
Er bemüht sich, durch Zuwendung und Zärtlichkeit, jedem Augenblick etwas Gutes zu entlocken. Genau wie ich. Alles bleibt neu, echt und richtig.
Im Zeitraffer hat Gott das Mögliche… in einen winzigen Moment hineingelegt.
Stumm und doch umfassend, sich unaufhaltsam ausbreitend. Der Hall erklingt noch tagelang nach, wenn man nicht rechtzeitig den Blick abwendet.
Doch ich will den einen, der in diesem Klang zu Hause sein möchte. So wie ich.
Das nächste Mal also, wenn ich jemanden sehe, und das Licht sich von ihm zu mir ausdehnt, werde ich hinsehen und zulassen, dass es in mir Resonanz findet.
Jede ungelebte doch umklammerte Liebe, die Dich von innen benetzt, erlaubt Dir nicht, die Tränen zu weinen, um sie wieder loszulassen. Also lasse nur die Liebe zu, die auch leben will. Dazu gehören immer zwei.
Warum muss man immer antworten? Warum nicht einfach nur hier sein? Und verstehen, dass man nichts versteht. Und aufhören, durch das Verstehen irgendetwas begreifen zu wollen.
Analyse, Eltern, Umfeld, Gesellschaft, Erfolg, andere Beziehungen. Es wäre anmaßend, all das – und noch dazu die Gene – verstehen zu wollen.
Die Voraussetzung für die Liebe ist die Freiheit. Wenn mich jemand anzieht, lasse ich ihn frei. Und bleibe bei mir, wenn er dem Zauber nicht den Raum geben kann, sich weiter auszubreiten.
Beide Seiten in mir sind zu etablieren, männlich und weiblich. Den Frieden im Sternenstaub-Wirbeln aufkommen und stehen lassen können. Denn die Blumen am Wegesrand blühen jetzt, und das Kind an meiner Hand lächelt mich jetzt an. Und die Sterne leuchten ihr Leuchten noch, jetzt, auch wenn sie eigentlich vielleicht schon explodiert sind. Manche unter ihnen sind nur Illusion. Sie sind längst erloschen. Vielleicht also auch die Liebe, die uns verbindet und nie gelebt wurde.
Den Sinn aller alten Märchen erkennt keiner mehr, weil man ihn in Disney-Pink ertränkt hat und nicht mehr ernst nimmt.
Und weil das Licht sich nicht mehr in den Worten alter Sagen brechen kann, sieht man keine Regenbogenstrahlen, wo die Zivilisation ihren Schleier über das Prisma legte.
Manch Magie bleibt besser nur ein Traum und wird nie
entzaubert.
Sie ist schön so, wie sie ist, auch in der Erinnerung. Für sie gibt es keine lineare Zeit oder erwiesene Endlichkeit.
Sie bleibt ein Hauch im Nichts.
Wie ein Stern, der sanft blinkt.