Diesen sehr berührenden Text habe ich auf TikTok gefunden und übersetzt. Ich halte dieses Thema für die Ursache der Entfremdung im menschlichen Kollektiv und möchte diesen gesellschaftlich verdrängten Schatten ins Licht holen – damit das Vermeiden von Nähe uns die Fähigkeit nicht gänzlich nimmt, sie nochmals zuzulassen und uns mit all unserem Sein anzuvertrauen. Wenn Menschen keine Intimität mehr aufbauen und bewahren können, gibt es keine Liebe mehr, und dann hat das Böse gewonnen.
Quelle: https://vm.tiktok.com/ZGdm6Lyoc/
Man sagt, Pornografie sei “normal“ – auch in Beziehungen.
Mein Herz hat mich in einen Glaskasten eingesperrt. Ich sehe mich an, allein in dieser Box, umgeben von nackten Frauen, die ich nie kennen werde. Ich habe diesen Ort nicht für mich selbst gebaut. Ich habe ihn erschaffen, um IHN zu lieben, um mich auserwählt und gesehen zu fühlen… Doch alles, was nun bleibt und sich mir aufdrängt, sind die Körper, die er auswählte, obwohl ich existiere.
Ich bin hier, eingeschlossen in der Glaskugel der Liebe. Und hier sitzt mein Herz, allein.
Die Reflexion der Liebe hätte in seinen Augen, in seinen Worten erscheinen sollen – in seinen Händen, die nach mir greifen.
Doch alles, was ich sehe, sind nur ihre Körper, ihre Gesichter, tausende von Fantasien, die ohne einen einzigen Gedanken an mich lebendig wurden.
Und die Leute nennen das: “normal“. Sie bezeichnen es als: “harmlos“. Sie sagen: “jeder Typ macht das“… als ob das Gift aufhören würde, giftig zu sein, nur weil alle es trinken.
Niemand erzählt dir, wie es sich anfühlt, wenn der Mann, den du liebst, eine computergenerierte Leidenschaft über die menschliche Verbindung stellt. Niemand warnt uns davor, dass Pornografie eine echte Frau in einen Geist verwandeln kann – Sie atmet warm, ist am Leben aber wird ignoriert – Pixeln zuliebe – für Haut hinter Glas.
Sie erzählen uns nicht , dass ein Betrug auch stattfinden kann, ohne dass eine dritte Person den Raum betritt.
Sie erzählen uns nicht, dass ein Bildschirm schmerzen kann wie eine Wunde, dass man jemanden, den man liebt, an Fantasien verlieren kann, aus denen er nicht einmal versucht, herauszuwachsen.
Keiner benennt, dass Pornografie der Stille Verräter ist, der uns die Intimität, die Würde und den Selbstwert raubt, uns unsere Zeit, unsere Berührungen und die Wahrheit über unsere eigene Identität stiehlt. Nein, sie verschweigen, wie viele Frauen dort sitzen, wo ich sitze – in ihren eigenen Glaskäfigen. Sie schauen auf Körper, mit denen ihr eigener nicht konkurrieren kann – konfrontiert mit Idealen, die niemand überlebt, mit Leben, die nicht echt sind aber uns so verletzen, als wären sie es.
Niemand gibt zu, wie viele Herzen an etwas zerbrechen, von dem die Gesellschaft sagt, es sei nicht der Rede wert. Aber es geht so tief rein, und es schneidet so effektiv in die Seele, wie es geleugnet wird. Es ist die stille Art von Gewalt, für die es noch keine Worte gibt.
Und ich bin müde. Ich bin müde davon, so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Ich bin es leid, gesagt zu bekommen, ich solle einfach darüber hinwegkommen und meine Unsicherheit überwinden.
Ich bin müde davon, es als selbstverständlich hinzunehmen, dass dieses Gift – an jedem Tag – in unsere Beziehungen hineintropft, um sie vollends zu zerstören.
Also, hier bin ich nun, in diesem Glaskäfig, den mein Herz nicht verdient hat. Aber ich spreche für all die Frauen, die sich unsichtbar fühlen… für die Liebe, die mit einer Angewohnheit ausgetauscht wurde, über die niemand sprechen möchte… für jede Frau, die dachte, sie sei nicht genug, weil ein Mann lieber Pixel jagt, als Geschenke anzunehmen.
„Pornografie ist nicht harmlos“, sagen sie – Es ist nicht “normal“. Es ist nicht “einfach nur das, was Männer tun“. Es ist das Gift, das wir normalisieren, die Wunde, über die wir lachen, die Sucht, die wir ignorieren…
bis die Liebe leise stirbt – in einem Käfig aus Glas
einfach so.