Poisonous Passion and Icks


Ich übersetze einmal sinngemäß, was der Mann im Film sagt: „
Das größte Ekelgefühl, das Männer vor Frauen haben, wird Dich schockieren. Stell Dir 70 Männer vor, die in einem großen Kreis in einem Konferenzraum sitzen. In der Mitte des Kreises die einzige Frau im Raum, Esther Perel. Autorin , vierfache TED-Sprecherin, die absolute Chefin. Und wir Männer teilen abwechselnd die Dinge, für die wir uns am meisten schämen. Wir teilen Dinge, die wir niemals mit einer Frau teilen würden. Wir teilen Dinge, die nur ein anderer Mann verstehen würde, oder nur Dinge, die eine Frau, die das männliche Gehirn so gut kennt wie Esther Perel, verstehen und akzeptieren würde. Das Schlimmste, was in diesem Raum passierte, war das, was nicht passierte: Je beschämender die Mitteilungen wurden, desto tiefer, verletzlicher, desto offener drückten diese Männer ihre Gefühle aus und desto mehr Akzeptanz und Ruhe strahlte Esther aus.

Dinge zu teilen, für die sie sich schämen würden und sonst nicht mit jemandem teilen wollen, die von einer Frau komplett akzeptiert und in der Präsenz anderer Männer gesagt werden, sind wie Medizin. Wenn wir etwas Vulnerables teilen, etwas Schämliches, etwas, das – wie wir denken – uns zu einem Monster macht, und wir sehen, dass eine Frau sie beurteilt oder nicht akzeptiert, passiert es, dass die Frau uns nicht ganz kennt. Sie sieht nur die Spitze des Eisbergs eines Mannes, und er wird all die Dinge für sich behalten, die er aus Angst vor Verurteilung nicht sagen will, Wünsche inklusive. Sie bleiben unter der Oberfläche. Und diese Dinge unter der Oberfläche werden eine äußere Manifestation benötigen. Sie werden ein Outlet benötigen. Sie werden einen Ort finden, wo diese auch akzeptiert werden. Das ist einer unserer tiefsten Wünsche: akzeptiert zu werden. Und wenn sie von unserem Partner nicht akzeptiert werden, finden wir Menschen an Orten, wo sie akzeptiert werden. Das könnten heiße Online-Seiten sein, wo ein Mensch, was er will, sagen darf. Dort sieht man das als normal an. Dort darf man verrückte Sachen wollen. Das kann in allen Arten von unheiligen Angewohnheiten münden.

Das größte Ärgernis, das Männer gegenüber Frauen empfinden, ist, wenn wir uns öffnen und verletzlich zeigen und Dinge teilen, für die wir uns schämen. Wenn diese Dinge mit Verurteilung, Ablehnung und dem Gefühl beantwortet werden, dass sie hier nicht willkommen sind, ekelt uns das an.“

Ich möchte einmal darauf eingehen, was in dem Filmchen‘, das ich ganz unten verlinke, gesagt wurde:

Beginnen wir mit „absolute boss“ der „ultimativen Chefin“. Die Leiterin des Seminars gewann also seinen Respekt, weil sie sich in ihrer Karriere Rang und Namen erarbeitet hat. Einen Mann zu beeindrucken, der glaubt, einer CEO-Chefin sollte mehr vertraut werden als einer Frau, mit der er das Leben teilt, ist irgendwie seltsam. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass er sehr viele Gleichgesinnte um sich hatte. Aber lasst uns fortfahren…

Sie habe „nicht geurteilt“, sondern einfach nur zugehört. Er belehrt uns darüber, dass das größte “Ick“ – also eine Art Ekel – den Mann überkomme, wenn er von einer Frau für seine “Phantasien“ verurteilt würde. Aber die Frau im Mittelpunkt der Männerrunde ist – außerhalb ihres Jobs – nicht intim mit einem dieser Männer – sie müsste ihre eigenen Ansprüche nicht herunterschrauben, um ihn und die anderen zu „verstehen“, ist also selbst doch gar nicht davon betroffen. Sie kann auf professioneller Ebene „zuhören“. So wie eine Therapeutin in der Gruppentherapie es könnte.

Sie kenne sich, so sagt er, auch mit dem “männlichen Gehirn“ aus und könne seine Funktionsweise ganz toll erklären. Das männliche Gehirn unterscheidet sich von dem weiblichen. Ja, das stimmt. Aber das männliche Gehirn ist nicht das eines Roboters. Es unterliegt gewissen äußeren Umständen und ist beeinflussbar. Das ’männliche Gehirn‘ ist kein zu verallgemeinernder Begriff. Die Gehirnchemie verändert sich bei Suchtverhalten. Sucht ist ein Bewältigungsmechanismus, kein natürlicher neurologischer Zustand. So wie der Mann sicher auch nicht dazu gemacht wurde, überall seinen Samen zu streuen. Im Gegenteil, ein erwachsener Mann kann und sollte seinen Trieb kontrollieren können.

Wir bestehen nicht nur aus Körper. Auch Männer haben außer ihrem Sexualtrieb noch geistige und seelische Bedürfnisse, die wiederum in einer Partnerschaft befriedigt werden können, die auf Gleichberechtigung und dem Schutz der menschlichen Würde beruht. Und in diesen Bedürfnissen unterscheiden sich Mann und Frau nicht. Das Sehnen der Seele ist ein menschliches und nicht von einer gesunden Sexualität zu trennen, denn nicht nur die Körper verbinden sich. Die Energiefelder und auch die systemischen Dynamiken werden über energetische Schnüre miteinander verknüpft – und das auf mindestens sieben Jahre hinweg, wenn Mann und Frau verschmelzen. Es ist ein spirituelles Ereignis, aber das erklärt die Boss-Frau den Anwesenden nicht. Ihr genügt die Funktionsweise des männlichen Gehirns, die Software des Computers allein bestimmt und grenzt hochkomplexe Frequenzkausalitäten auf ein leicht zu handelndes Theaterstückchen ein. Ja, das gefällt dem Mann, der seine Scham nicht haben will, weil sie sich seiner einfachen Logik entgegenstellt und sagt: „Moment mal, Jüngchen, hast Du da vielleicht irgendetwas nicht im Blick?“

Worum geht es denn bei den oben erwähnten “Phantasien“? Mal ehrlich… Wollen wir?

In den sozialen Medien dürfen wir nicht frei darüber reden. Das Thema wird tabuisiert. Deshalb nennt man es „Corn“. Das verbotene Element macht aber auch den Reiz aus. Es eröffnet den Raum der Erfahrung, die auf Rücksicht des Unverständnisses der Partnerin woanders gesucht wird, leider aber wahrscheinlich gegen den Willen der Partnerin, oder zumindest gegen das, was das“Unverständnis“ auslöst und eben die andere, hier vergessene Seite der Münze ausmacht: ihre Seite. Wer darüber nicht spricht, was beide brauchen und ersehnen, verhindert Nahbarkeit und sucht sie dann an einem anderen Ort als dort, wo sie eigentlich entstehen sollte.

Verurteilt zu werden, ist irgendwie nicht so zuträglich, wenn man in einer Beziehung lebt. Warum bleibt er bei jemandem, der ihn verurteilt? Warum bleibt er bei jemandem, bei dem er nicht ehrlich sein kann? Aber naja. Da stecke ich nicht drin. Ich würde an seiner Stelle versuchen, mich der Angst vor Ablehnung zu stellen und darüber zu reden, aber vielleicht liegt ja genau da der Hund begraben. Wenn man woanders drüber redet, kann man da, wo die Ursache liegt, diese halt nicht angehen. Eigentlich logisch… Vielleicht liegt die Ursache aber auch an der Peripherie des Gegenübers, und er traut es sich nicht zu sagen, um nicht zu verletzen. Dann hat er keine Angst vor Verurteilung, sondern Angst davor, sein Leben zu ändern und sich entweder jemanden zu suchen, der passt, oder zukünftig auf die körperlichen Bedürfnisse zu verzichten.

Er deutet auch noch andere Dinge an, für die die 70 Männer sich schämten und den anderen im Konferenzraum beichteten, führt aber eigentlich nur den Besuch der Spicy-Internetseiten aus.

Nur die „vorurteilsfreien“ Menschen erscheinen ihm frei und freundlich gegenüber einem Mann, der sich seiner Scham nur in diesem Rahmen stellen kann – was ja schon einmal Eingangsbereich ist – leider aber nicht an seiner Beziehung arbeiten will, denn er spricht ja andernorts darüber als zuhause. Er wendet sich Menschen außerhalb seiner intimen Partnerschaft zu, weil er über seine privaten Sehnsüchte mit jenen sprechen muss, denen es genauso geht und die ihn daher nicht “verurteilen“. Im Ernst?

Das Tabu zu brechen, ist ein nützlicher erster Schritt, aber es ist nicht der Schlüssel zur Heilung dessen, was in der Gesellschaft schief gelaufen ist und was in seiner Beziehung möglicherweise fehlt. Warum schämt er sich, seiner Frau die Wahrheit zu sagen? Weil der arme Kerl sich von ihr beschämt fühlen würde? Sie ist also das Problem? Warum? Stimmt das wirklich? Oder liegt sein Schweigen eher an seinem fehlenden Vertrauen und seiner Angst vor Nähe, die er lieber bei Fremden überwindet als bei ihr?

Ein mögliches Problem dabei könnte folgendes sein: Der Konsum von Pornografie ist eine Sucht, die nicht irgendeine Substanz, sondern Menschen – Frauen – ge- (miss-) braucht, um das High bzw. die Entspannung – das Soothing – auszulösen. Diese Angewohnheit füttert eine menschenverachtende Industrie, verursacht und reaktiviert generationsübergreifende Traumata und verhindert die Augenhöhe zwischen Männern und Frauen. Der männliche Konsument nimmt die passive Beobachterperspektive ein, steht also selbst nicht unter Performance-Druck, darf bestimmen, wann und wo der Film zu laufen hat – hat also das Empfinden von Macht über den Reiz und die Prozedur, tut das meist im Geheimen und verbindet dann seine Entladung mit der Unterwerfung des Weiblichen. Wieder und wieder. Das Belohnungszentrum flutet seinen Körper mit der regulatorischen Substanz, an die sich der Körper gewöhnen kann und deshalb auch sukzessive mehr davon braucht, ohne dass er sich davor als Mann sozial einbringen, geschweige denn danach noch Nähe und Geborgenheit schenken oder eine Partnerschaft mit emotionaler Nähe am Leben erhalten müsste. Das wäre ja Arbeit und der heutigen Konsumhaltung nicht so genehm.

Die unbekannte fremde Frau wird objektiviert, um seinem Trieb zu dienen. Sie ist ein Produkt, das der branchenüblichen Norm entspricht und keine Ansprüche stellt. Sie wird dafür bezahlt – also gekauft – und ist nicht mehr als ein beweglicher Gegenstand. Und ein männlich dominanter weiblicher Chef-Archetyp wird dafür bewundert, das nicht zu “verurteilen“.

Interessant…

Das alles hat aber noch einen weiteren ursächlichen Aspekt. Die männliche Sexualität durch die Macht über die Frau ist selbst ein Coping Mechanismus für den traumatisierten Mann. Marilyn und andere Schönheiten wurden den Soldaten vorgeführt, als diese dem Trauma des Krieges ins Auge blicken mussten. Die Entladung über den Trieb hat das Verfallsdatum der Funktionstüchtigkeit männlichen Kanonenfutters ausgedehnt. Und diesen Mechanismus brachten dann die Veteranen, die überlebten, mit nachhause. Dann führte das System die PinUp-Zeitschriften, später die Videokassetten und nun das Online-Angebot ein. Der Markt wächst ungebremst, und die Sucht braucht immer abnormere Projektionsflächen. Das “Material“ wird immer jünger und tritt mehr und mehr aus dem Schatten in das neunormale Alltagslicht des sexualisierten Internets. Die “Phantasien“ werden einem geradezu hinterhergeworfen und besetzen die innere Leinwand und die Imaginationsfähigkeit des Konsumenten. Er hält diese Bilder irgendwann für seine eigenen, obwohl man sie in ihn und in seine Vorfahren hineingegeben hat.

Die Macht der Suggestion wird vom Ego als etwas intrinsisch Motiviertes verkannt.

Jahrhundertelang zahlen Männer nun dafür, die Würde und den Körper von Frauen zu gebrauchen, um ihre “Begierden“ zu erfüllen bzw. ihre “Phantasien“ auszuleben. Dabei folgt das Angebot nicht nur der Nachfrage, sondern erschafft sie auch.

In meiner Vorstellung von natürlicher Realität wurde die Frau nicht dazu kreiert, männliche Bedürfnisse zu befriedigen. Sie ist der natürliche Kanal des Lebens. Ihr Körper und ihre Seele sind so heilig wie die des Mannes.

Für Liebe zu bezahlen, ist der Anfang allen Dramas. Keine Frau sollte ihre Würde aufgeben, um eine Rolle im geheimen Film eines Mannes zu spielen. Sie würde dabei nur ihren Selbstwert verlieren oder Teile von sich abspalten müssen. Sie müsste ihre eigenen Bedürfnisse verraten, es sei denn, sie kann ihre Seele von ihrem Körper trennen, während sie seinem Trieb genehm ist.

Intimität, die auf Vertrauen und Ehrlichkeit aufbaut, ist der Schlüssel zu einer gesunden Leidenschaft. Sie öffnet einen heilenden Raum, in dem männliche und weibliche Kräfte verschmelzen, und schafft einen nahrhaften Humus-Boden – das Fundament der Liebe, in der beide Blumen keimen, wachsen und gedeihen können.

Phantasien“, die die Größe und Würde einer Frau schmälern, sie unterwürfig visualisieren, um sexuelle Anregung zu generieren, sind giftig, zerstören Intimität und Vertrauen und beuten die weibliche Energie aus. Die ganze Dynamik ist ein Teufelskreis aus Verdrängung und Entwürdigung, Geheimnistuerei und Enthemmung, Macht und Ohnmacht. Deshalb verursacht es auch Scham, dieses Verlangen zu erkennen.

Die anerzogene Scham ist giftig. Die Kirche hat die natürliche Lust dämonisiert. Das ist falsch. Aber eine natürliche Scham, die daraus resultiert, intuitiv zu spüren, wenn man jemand anderem schaden möchte, ist richtig.

Will der Mann der Frau vielleicht auch deshalb nichts von seinen Wünschen erzählen, weil die Feau sich darin unterwerfen müsste und ihre Seele darunter leiden könnte? Und würde er ihr davon erzählen, und sie begegnete ihm vorurteilsfrei und offen, wollte ihm dann aber auch sagen, warum das ein oder andere aber nicht für sie infrage käme, würde er dann erwarten, dass sie über ihre Grenzen geht, damit er sie nicht verlässt und sich dennWünsch woanders erfüllt? Interessante Frage oder? Sie hat ja vielleicht auch Wünsche, und vielleicht könnte man einen Kompromiss finden, in dem sich beide ausleben aber nicht gesellst verraten müssen. Und wenn man nicht darüber spricht, kann das nichts werden. Gibt aber die Angst vor dem Gespräch eine Berechtigung dazu, einfach das intime Feld zu verletzen und die Partnerin zu hintergehen? Was denkst Du? Ist das zu Ende gedacht oder eigentlich schon der Anfang vom Ende?

Die Dynamik der pornografischen Entladung ist eine normalisierte Linderung von Stress und Traumareaktion (Angst, Kontrollsucht, Zwänge, Vermeidung), die es Männern ermöglicht, ihren Intellekt für das Manipulieren von weiblichen Emotionen, ihre finanzielle und systemische Macht und ihre körperliche Beschaffenheit dazu zu missbrauchen, in den Schoß der Frau einzudringen und ihr ihre Lebensenergie zu rauben, ohne Gegenwehr erwarten zu müssen. Letzteres ist mein “Ick“, und damit bin ich nicht alleine. Ein Mann, der eine Frau nicht aus Liebe, sondern aus Sucht heraus berühren will, ist die rote Linie und die Wurzel des aktuellen Phänomens der männlichen Einsamkeit. Die Frauen erwachen. Sie tolerieren es nicht länger, objektiviert und benutzt zu werden. Sie beginnen, zu begreifen, dass dieser Deal ein unausgeglichener ist…

Legt ein Mann seine inneren Konflikte und Sehnsüchte nicht offen, nutzt er das Feld der Liebe nicht, um zu wachsen und zu heilen. Dann wird aus der Sehnsucht, dem Bedürfnis der Seele eine Reduktion auf das Operative: die körperliche Sucht und das Bedürfnis nach Macht über das Gefühl. Da er die Beziehung zu der Frau, deren Gefühl er aus Verlustangst achten will, nicht gefährden möchte, stillt er seine Sucht mit einer Außenstehenden, die nicht “urteilt“ und – im für ihn optimalsten Falle – leugnet, selbst Bedürfnisse zu haben. So opfert er das Vertrauen seiner Partnerin auf dem Altar seines süchtigen Egos. Und ja, er verursacht – wenn das Versteckspiel doch auffliegt – möglicherweise sogar eine posttraumatische Belastungsstörung in ihr – durch die Unehrlichkeit und den Missbrauch seiner Macht, die ihm von der Frau geschenkt wurde, die seiner Loyalität und Ehrlichkeit von ganzem Herzen vertraute. Er könnte der angeblich “nicht-urteilenden“ Seite sogar Sicherheit und Liebe versprochen, also manipuliert haben, um auch sie dazu zu bringen, sich ihm ebenfalls zu öffnen und ihre Seele beim Akt nicht vom Körper zu trennen. So ist die ein oder andere ausgelebte “Phantasie“ vielleicht sogar noch aufregender. Aber nur solange sie geheim bleiben kann und seine Scham nicht offenbart. Oder er bezahlt sie dafür, fremdgehen zu können, denn seine Freundin oder Frau würde ihn ja verurteilen. Wer bezahlt, kauft sich auch das Schweigen. So läuft das.

Das ganze Konstrukt lebt von Lüge und Verrat und dient dem Verdrängen des eigentlichen Problems: das Gefühl nicht haben zu wollen und dem Verhindern von authentischer Nähe. Ohne die wiederum kann man weder gesehen noch gänzlich angenommen und geliebt werden. Das wird nur da möglich, wo beide ganz aufmachen und sich fallenlassen können, wo Mann und Frau Vertrauen haben können und aufgefangen werden: nicht nur körperlich, sondern auch mit Geist und Seele.

Wir müssen urteilen, um Recht von Unrecht zu unterscheiden und einander so zu behandeln, dass unsere Seelen nicht verletzt werden.

Noch ein Gedanke zum natürlichen Zustand des Gehirns: Transgenerative Traumata (zum Beispiel die Erinnerungen an die Gräueltaten auf dem Schlachtfeld oder der Schock der Vergewaltigung, die sehr viele Ahnen und Ahninnen nie verarbeitet haben, werden auf zellulärer Ebene weitergegeben. Aber auch die Bewältigungsmechanismen – aus dem Drang nach Vermeidung von Schmerz heraus – werden weitergegeben, wenn sie nicht im Laufe des Lebens gelöst werden.

Das männliche Gehirn ist möglicherweise seit Generationen darauf programmiert, den weiblichen Körper als Regulationsinstrument zu nutzen, um Stress und innere Konflikte in den weiblichen Körper hinein abzulassen. Eine gesunde Frau trennt ihren Körper nicht von ihrer Seele (was wiederum eine Traumareaktion wäre).

Frauen der Vergangenheit mussten lernen, nachzugeben, um zu überleben, und gaben dieses Muster auch an nachfolgende Generationen weiter. Frauen der Gegenwart, die weiterhin unbewusst und auch ihren Teil dazu beitragen, dass der Mann die Frau als Droge objektivieren kann, nähren ebenfalls den destruktiven Bewältigungsmechanismus unserer Vorfahren an und erweitern ihn in die Automation hinein.

Die Abspaltung entsteht durch die Unfähigkeit des Mannes, seine innere Weiblichkeit zu regulieren: seine eigenen Gefühle. Sie werden ihm früh schon systemisch ausgetrieben, sodass er lernt, sie zu unterdrücken. Eine Frau, die ihre Emotionen frei zeigt und für ihre seelischen Bedürfnisse einsteht, Treue einfordert und auf Augenhöhe behandelt werden möchte, ist für einen verdrängenden Mann, der sein eigenes Gefühl nicht haben will, ein Trigger.  Anstatt dies als Herausforderung zu Wachsen anzunehmen und von ihr zu lernen, sich dem Sehnen der eigenen Seele genauso zu widmen wie dem körperlichen Drang, verfällt er in Phantasien, die er vor ihr geheimhält. Und so erzeugt er Distanz, wo Nähe Heilung generieren könnte.

Er sollte lernen, mit seiner Frau darüber zu sprechen, diese Gespräche privat zu halten, um ihre  Intimsphäre zu wahren, und vor allem ihr Bedürfnis nach emotionaler Sicherheit achten, damit er auch selbst diese Sicherheit erfahren und seinen inneren Konflikten mit sanfter Konfrontation begegnen kann, anstatt sie mit Vermeidung zu verdrängen. Wird die biochemische Reaktion auf den inneren Druck nicht reguliert, kann Schmerz zu Gewalt werden, der immer die Wurzel allen Traumas ist.

Wir sollten versuchen, uns von der männlichen Unterdrückung und dem weiblichem Gehorsam zu verabschieden. Wir können üben, auf den Schmerz und seinen Ausdruck – unsere inneren Konflikte zu lauschen und Lösungen zu suchen, bevor die gesunde Wut und Verzweiflung in ein toxisches Verhalten und in Scham umschlagen.

Wir müssen diese Spirale anhalten und heilen. Wir können zu einem natürlich regulierten Gehirn und Nervensystem zurückkehren, mit LIEBE und Ehrlichkeit, Verständnis und Neugierde, aber vor allem mit einer gesunden Intimität, die nicht nur auf körperliche Triebe sondernnauch auf die Bedürfnisse des Herzens eingeht und auf Vertrauen und Respekt basiert.

Als Gesellschaft wird es Zeit, über das Gift sprechen, das guten Männern missbräuchliche Visualisationen eingibt und aus ihnen Räuber des weiblichen CHIs generiert, Soldaten für ein abgespaltenes Heer aus triebgesteuerten Zombies rekrutiert. Wir müssen Menschenhandel und Pornoindustrie beenden, um den Schmerz zwischen den Geschlechtern endlich zu heilen. Ich glaube, dass dann auch kein Mann mehr eine Waffe in die Hand nähme, um Menschen zu erschließen, die im echten Leben seine Brüder sein könnten.

Macht die Männer wieder sanft und ehrenhaft, damit die Frauen wieder gütig und vertrauensvoll werden und das Leben unter dem Schutze des Männlichen gebären, nähren und bewahren können.

Ist der Mann nicht bereit dazu, seine destruktive Vermeidung zu überwinden, bleibt die Macht für ihn etwas Erstrebenswertes, und die Kriege werden niemals enden.

Make men kind again!

Men‘s ick in women