Das Glühwürmchen: Veränderung kommt von Veränderung

 

Das theoretische Befassen mit Fragmenten, die gemeinsam ein Bild ergeben, das uns nicht gefällt, ist nur der erste Schritt. Von der Analyse in die Vision von etwas Zuträglichem hineinzukommen, ist mit dem lösungsorientierten Denken allein nicht umsetzbar. Es braucht die praktische Verwirklichung von Phantasie… eine entschlossene Bewegung, die die Ritualisierung sprengt und die Komfortzone erweitert… das Pfeifen auf die Meinung und Erwartungen anderer… das Überwinden von Angst und das Weiten dessen, was wir für möglich halten. Es braucht Mut und die nötige Neugierde auf die andere, abweichende Erfahrung. Es braucht Vertrauen ins Leben und das Durchbrechen überholter Kommunikationsmuster, die aus der anerzogenen Anpassung heraus das Unbewusste zelebrieren und fälschlicherweise für normal halten.

Das “Normal“ entspricht der Norm, und die ist nicht mehr gesund. Das “Normale“ hat den Zugang zu seinem natürlichen Ursprung verloren, es lebt abgespalten von der Natur. Es weicht von seinem eigentlichen Naturell ab und ist mehr unbewusst als bewusst, der Vermeidung anheim gefallen und süchtig nach Ablenkung von sich selbst. Es leugnet den eigenen Schatten und hinterlässt ihn den folgenden Generationen.

Der “Norm“ zu entsprechen, ist nicht uneingeschränkt positiv. Das “Normal“ ist infrage zu stellen und zu verbessern – allein schon im Sinne unseres Mutterplaneten und des Lebens, das außer dem menschlichen auf ihm existiert.

Wir können keine Wunder erwarten, wenn wir uns den Wundern verweigern und nicht in die Tat hineinkommen. Veränderung ist ohne intrinsische Motivation nicht freiwillig. Ohne Antrieb aus freien Stücken heraus gibt es keine Bewegung in die Freude hinein. Dann unterliegen wir äußeren Zwängen.

Was also führt in eine gewollte Wandlung hinein? Der bewusste Entschluss und die direkte Umsetzung. Jede Gelegenheit könnte die letzte sein. Wenn es um das eigene Glück geht, sollte man also ungeduldig bleiben.

Das Glühwürmchen ist ein Krafttier, das nur den wachen Gemütern und offenen Herzen begegnet, die potentiell kühn genug sind, um das kostbar-kurze Zeitfenster zu nutzen, das sich in der Begegnung mit dem winzig kleinen Lichtbringer bietet.

Glühwürmchen leben nicht lang, doch ihr Leuchten beherbergt die Kraft aller Sonnen in multiplen Universen. 

Ein Moment kann den Verlauf eines Lebens verändern, wenn wir in ihm die richtige Entscheidung treffen und der Stimme unseres Herzens vertrauen. Ein kleines Leben kann wiederum die Entscheidungen anderer positiv beeinflussen, Hoffnung spenden und ein Leuchtfeuer entfachen.

Wenn zwei Glühwürmchen sich füreinander entscheiden, strahlen sie noch heller als allein. Sie dürfen sich heldenhaft über die Furcht vor dem Unbekannten hinwegsetzen und sich der Transformation hingeben, nach vorne gehen und sich über die Apathie der Gewohnheit erheben, sich zu einander bekennen, sich selbst und einander ermächtigen, ihre Bestimmung zu erfüllen und zu strahlen – aus Liebe und aus Zuversicht.

Begegnest Du jemandem, der dazu wirklich noch den Mut aufbringt, locke das Glühwürmchen nicht in eine Falle hinein, die Dir erlaubt, es zu täuschen, sein Vertrauen auf Dich allein zu lenken und dann zu missbrauchen, es nur für Dich zu beanspruchen, obwohl es für das große Ganze erschaffen wurde und Du Dich seiner Mission zwar anschließen könntest aber nicht möchtest. 

Kannst und willst Du sie nicht lieben, fange die Feuerfliege nicht ein… raube ihr nicht ihr Licht, sondern lasse ihr ihre Hoffnung…

Das Glühwürmchen ist vielleicht klein, doch seine Mission ist größer, als ein menschliches Gehirn es erfassen könnte. Es sucht seinesgleichen, denn es gehört zu jenen, die die kurze Spanne ihres Lebens dazu nutzen wollen, die Dunkelheit zu überwinden.

In jedem von uns wohnt ein Glühwürmchen. Aber es kann nur fliegen, wenn wir auf seine Flügel achten und ihm erlauben, sich der Welt zu zeigen.