Unnützes Klimbim im Interim

Wenn ein Mensch sich selbst nicht liebt, könnte es sein, dass er Dich dafür hasst, wenn Du es versuchst. Denn das, was zwischen ihm und dem steht, was Du erkennen kannst, dem Du Mut machen möchtest, ist die Konfrontation mit und die Abwendung von allem, was bequemer ist und zur Passivität verleitet.

Es ist immer leichter, nicht an sich selbst und an die Liebe zu glauben, denn für beide muss man einstehen und mutig sein. An beide muss man glauben. Für beide muss man Erwartungen enttäuschen. Und in der Einheit mit beiden kann man sich selbst und anderen nichts mehr vormachen. Radikal authentisch zu sein, ist eine Nummer zu groß für Leute, die es sich eingerichtet haben in einem Interimsdasein. Zu viel Klimbim ist dann auf einmal wichtiger als das Glück. Denn das verflüchtigt sich, wenn man sich nicht darum kümmert.

Alle reden immer von der Freiheit. Aber sie leben sie nicht. Sie sind zufrieden mit sich, wenn sie erfolgreich versuchen, ihren Traum an den Nagel zu hängen, gesetzt den Fall, sie hatten je einen. Und dann lächeln sie von oben herab, wenn doch noch einer naiv genug ist, dem Dahinexistieren zu entkommen und Herzensziele auszuformulieren.