Die falsche Akzeptanz und die Liebe

 

Wir alle haben jetzt eine Möglichkeit, die wir immer schon hatten aber die meisten für unmöglich hielten: die Liebe tatsächlich zu leben, anstatt nur von ihr zu reden.

In Anpassung an ein künstliches Konstrukt haben wir uns Menschen versprochen und Tätigkeiten verschrieben, die uns als Teil äusserer Umstände erschienen, die wir als gegeben hingenommen hatten.

Die Sogkraft der kollektiven Annahme hat uns in einem Vakuum gehalten, das so eng war, dass niemand darin tatsächlich seine Flügel ausbreiten konnte. Jede Vision musste der eingrenzenden Letterbox standhalten, ehe sie überhaupt nur einen tiefen Atemzug nehmen durfte.

Nun aber ist alles anders. Plötzlich dürfen wir erkennen, dass nicht nur alle Menschengeschwister, die ihren Schmerz vermeiden, eine Maske tragen, sondern die ganze Struktur eine getragen hat. Wie Truman in dem Fernsehfilm die Wand am Ende des Horizonts und eine Tür entdeckte, die in eine andere Realität hineinführte, erkennen wir alle auf einmal den Fehler in der Matrix: die Hierarchie ist kein Konstrukt, das unser aller Leben bewahrt und die Schutzbefohlenen behütet, Recht und Ordnung durchsetzt und ethische Werte in die Praxis übersetzt. Diese Regeln gelten nicht für alle. Es gibt Leute, die bevorzugt behandelt werden – Reiche und Mächtige, die das Gesetz brechen und Menschenverachtung praktizieren dürfen, weil sie an der Spitze der Pyramide sitzen und die Parameter der Struktur bestimmen.

Diese Blueprint ist wie ein Dogma, eine Religion, denn sie hat Gott durch das Geld ersetzt und alle von uns existenziell abhängig gemacht und von den Naturgesetzen entfremdet. Die Ehrfurcht vor dem Leben wurde von einer genusssüchtigen Lethargie überschwemmt. Sie definierte bislang, wie wir uns selbst wahrnehmen und präsentieren wollen. Sie beeinflusste den unbewussten Aspekt in uns, der dazugehören will und in der Gruppe Schutz sucht.

Die Messlatte aber, mithilfe derer wir bestimmen konnten, ob unsere Bemühungen respektiert wurden und unsere Person gewertschätzt werden durfte, beginnt zu zerbröseln – von oben nach unten.

Wenn niemand von uns noch wissen kann, wer von denen da oben tatsächlich Bewunderung verdient oder tiefste Verachtung, verlieren jene ihr Geländer, die ihr ganzes Leben lang das vorgegebene Wertemodell adaptiert haben, anstatt selbstbestimmt zu sein.

Auf einmal gerät ins Wanken, was einst als selbstverständlich galt. Wer sich brav nach oben kämpfte, um sich über andere zu bestätigen, hat keinen Ankerpunkt mehr, wenn er die Zusammenhänge erkennt und begreift, was die Offenlegung der Epsteinfiles eigentlich für jeden einzelnen von uns bedeutet.

Die Nackenstarre macht keinen Sinn mehr. Wahre Bewunderung verdienen nur noch jene, die für die Zukunft unserer Kinder und die seelische Gesundheit unserer Spezies einstehen.

Die Liebe ist es, die sich nun ungefiltert und in ihrer ganzen Kraft zeigen muss. Nicht mit Wattebausch und Verharmlosung, nicht mit Schönrederei und dem Glauben an ein menschliches Potential allein, das nur in seine Entfaltung kommen könnte, wenn es auch in die Tat gebracht würde.

Wer bislang nur eitle Bekenntnisse des Verstandes von einem zum nächsten trug, aber selbst nicht dazu bereit war, die Fremdbestimmung zu überwinden und das Herz wirken zu lassen, hat bewiesen, dass er sich nicht zutraut, die Gunst der Stunde zu nutzen und jene mahnende Welle zu reiten, die sämtliche Masken herunterreißt und uns so auch von ungesunden Illusionen befreien kann.

Nur jene, die nun so mutig sind, zu verändern, was das Wahre in ihrem eigenen Dasein verschleierte und sie dazu verführte, den leichteren Weg zu gehen, ihre Beziehungen wie auch das Schwert der Sprache nur zum Schein zu führen, ohne es aus der Tiefe ihres Zentrums heraus wirklich zu meinen, können den Wandel zulassen.

Nur wer den eigenen Schatten erlösen will, kann sich auch im Außen von Lug und Trug befreien… denn da, wo wir uns mit einem Weltbild identifizieren mussten, das auf einer Täuschung basiert, konnten wir nicht herausfinden, wer wir eigentlich sein könnten. In so einem Feld kann die Liebe nicht wirken, weil sie immer wieder an den Käseglocken der Verdrängung abprallt und nicht ins Innere vordringen kann. Die Verbindung zwischen Herz und Hirn kann erst in einem Kollektiv entstehen, das die künstliche Trennung ablegt und sich verletzlich zeigt. Wo der freie Wille der Seele dem kontrollsüchtigen Denken des Ego unterlegen ist, bleiben wir in einem Spiegelkabinett gefangen und gehen in Äußer- und Oberflächlichkeiten verloren.

Niemand kann den Glaskasten um die Aura eines anderen überwinden, der ohne den durchsichtigen Käfig nicht weiterleben will. Wie Seifenblasen verschmolzen die selbstgewählten Begrenzungsräume der Angepassten zu einer großen Bubble, die jederzeit zu platzen droht, jedoch so faszinierend schimmert, das niemand sie infrage stellen wollte. Bis jetzt. Denn nun blitzen die Fratzen hinter dem Quecksilber auf und zerschneiden den Gutgläubigen ihre Projektionsfläche. Erst zeigt sich das Verzerrte nur in Millisekunden… dann bricht es sich Bahn, bis man die eigene Betroffenheit nicht mehr abspalten kann.

Jetzt kommen jene, die bezeugen mussten, dass die Könige der Scheinwelt in Wirklichkeit gar nicht so bewundernswert sind, in den sozialen Medien zu Wort, wo die Leitmedien sie jahrzehntelang ignoriert und als verrückt bezeichnet haben.

All die Fans und Anhänger, die sich weiterhin vom öligen Glanz hypnotisieren lassen wollten, um in Schwarz und Weiß denken zu können, hörten den Opfern der Macht bislang nie zu, doch auf einmal gibt es Beweise für das, was sie aussagten. Jetzt ist das Grauen nicht mehr zu leugnen, und die Theorie wird mit Fakten bestätigt.

Millionen von Dokumenten und Dateien haben sich angesammelt. Der Damm ist gebrochen.

Die Kinder und die Frauen, welche die Jünger des Patriarchats bislang nicht zu schützen bereit waren, beginnen, sich aus dem Raum der Zensur zu befreien – sich mutig an die Öffentlichkeit zu wenden, und finden plötzlich Gehör. Die Aufmerksamkeit der kritischen Masse ist ihnen gewiss, und Tausende von unscheinbaren Zahnstochern formieren sich zu einer unübersehbaren Pfeilspitze, die der kollektiven Seifenblase den großen Knall beschert.

Wer nun noch immer die Augen verschließt, fühlt sich fortan der stummen Gewissheit ausgeliefert, die Wirklichkeit weder erkennen, noch aktiv beeinflussen zu wollen. Der wartet auf andere und hofft, dass sie eine neue Theaterbühne definieren mögen, in der die Anpassung weniger kognitive Dissonanzen erzeugt. In diesem Zustand ist das Erfahren wahrer Lebendigkeit und die authentische Verkörperung tatsächlicher Individualität nicht mehr möglich. So bleibt die Freiheit nichts als eine theoretische Fiktion.

Jetzt ist der Moment gekommen, in dem wir etwas ausprobieren dürfen, dass wir uns noch nie erlaubt haben: das Träumen sprengt jene Grenzen, die man uns aufzwang, weil die Mehrheit sie als gegeben hinnahmen.

Wir dürfen uns jetzt dazu entscheiden, nichts mehr anzunehmen, was simuliert, statt zu verkörpern… nichts mehr als wahr zu empfinden, was wir selbst nicht fühlen und bejahen können… nicht mehr so zu tun, als ob, damit uns jene bestätigen, die nicht einmal bereit dazu wären, uns so zu lieben, wie wir wirklich sind. Wir dürfen ihnen nicht mehr nachlaufen, nicht mehr versuchen, ihnen gerecht zu werden… Sie meinen nicht uns. Sie spüren uns nicht… weil sie sich selbst nicht spüren möchten… weil das wehtun könnte.

Es tut weh, das Unechte loszulassen. Doch man wird dafür belohnt – man weiß nur vorher noch nicht wie und womit… Dieser Preis ist nicht strategisch zu gewinnen. Nur wer dem Leben vertraut, kann es herausfinden, kann sich um jene bemühen, die er liebt, kann nach den Sternen greifen und sein eigenes Licht anzünden, um es mit anderen zu teilen.

Nur wenn wir jetzt so mutig sind, zu unserer inneren Wahrheit zu stehen, werden wir unsere Frequenz so anheben können, dass Gott uns mit all den Gleichgesinnten zusammenführen kann, die wir bislang übersehen oder missverstanden haben. Und dann erschaffen wir parallel zu der Lüge im Raum eine gemeinsame Wahrhaftigkeit, die größer ist als Fiktion. Dann erschaffen wir das Echte, das man uns abtrainiert hat.

Die Seifenblase hat uns schon viel zu lange von der Luft getrennt, die wir seit unserer Geburt hätten atmen und in unser Herz hineinlassen sollen. Denn nur durch sie erhalten wir die Macht, mit unseren Träumen zu gestalten, was möglich wäre. Mit ihrer Wirkmacht gestatten wir uns die heroische Unverfrorenheit, jene zu lieben, die unser Herz erwählt, und uns lieben zu lassen, von jenen, bei denen es sich geborgen fühlt. Ohne Begründung oder Rechtfertigung. Ohne Legitimation von Außenstehenden.

Nur, wenn wir die Flamme in unserer Brust lodern lassen, haben wir die Kraft, für die Liebe einzustehen und nichts mehr auf die Meinung derer zu geben, die sowieso niemals zu uns stehen würden.

 

Der Seifenblasenknall, er wartet überall.

Halt mich! Ich will nichts mehr….

Zündschnur zum Sternenmeer!

Wo ich aufhör, fang ich an 

so wie ich’s noch nie getan 

So lebendig wie noch nie…

Erwacht aus der Narkose, spür ich meine Knie

Jetzt oder nie! 

(aus “Glockenblumen“)