Zu den Ursprüngen unserer Kultur und dem Heraushalten und Dämonisieren des Weiblichen:
Es gab die Inquisition und die Unterdrückung der Frau in Ehe und Gesellschaft. Die Emanzipation gliederte die Frau in den Arbeitsmarkt ein und verschob den Raum der Erziehung im großen Maße auf staatliche Institutionen.
In der Medizin wird – seitdem man die Heilerinnen verbrannte – mehr und mehr der Mensch als abgespalten von der Natur betrachtet und oft chemisch behandelt.
Die spirituelle Entfremdung von der natürlichen Materie und die kognitiv gesteuerten Kontrollzwänge über energetische Phänomene im feinstofflichen Körper sind in der Regel Begleiterscheinungen unseres Systems und zeigen sich in der Selbst- und Fremdwahrnehmung der Menschen.
Die Inhalte der Bibel (66 Bücher + zusätzliche Texte der äthiopischen Tradition) entstanden vor über ca. 1500 Jahren. Über 40 Autoren schrieben an den Texten. Es ergab sich eine einheitliche Erzählung:
Sünde → Opfer → Messias → Erlösung
Trotz unterschiedlicher Autoren, Sprachen und Zeiträume bleibt die Botschaft einheitlich und baut sich fortschreitend auf.
Das Marienevangelium erscheint viel später (im 2. Jahrhundert) und steht isoliert von den apostolischen Schriften. Es spiegelt die gnostische Philosophie wider (populär zwischen 100 und 200 n. Chr.) und definiert Schlüsselbegriffe wie Sünde, Erlösung und die materielle Welt neu.
Anstatt die biblische Erzählung fortzusetzen, verschiebt das Marienevangelium den Rahmen vollständig: Von der Sünde und Erlösung → zu Unwissenheit über verborgenes Wissen, von öffentlicher Offenbarung → zu geheimen Lehren für wenige
Eine ganzheitliche und offene Betrachtung zeigt: Die Bibel beschreibt – in sich schlüssig – Ereignisse vergangener Zeiten und dies über die Jahrhunderte hinweg.
Das Marienevangelium ist eher philosophisch und theologisch unzusammenhängend. Es fügt der Botschaft nicht nur etwas hinzu – es widerspricht dem Fundament der biblischen Erzählung.
Das eine beschreibt Wirklichkeit aus männlicher Sicht, das andere aus weiblicher. Die Menschen tendieren dazu, eher zu glauben, was VIELE sagen und wiederholen. Dass Letzteres aber eine Sogkraft entwickeln und Machtmissbrauch in Institutionen begünstigen kann, blenden jene aus, die sich einen sicheren und bereits ausformulierten Rahmen für ihre Gedanken und Identifikationen wünschen.
Das stimmt. Das ist so. Die Bibel ist eine Ansammlung von Texten, die die Wirklichkeit mit der selben Grundhaltung deuten. Aber es ist kein Garant für eine allgemeingültige und definitive Wahrheit. Jene, die mit ihren Erzählungen widersprachen, haben es ja auch nicht in die Bibel geschafft…
Die ultimative Wahrheit kann man nur selbstbestimmt und mit dem eigenen souveränen Herzen erspüren.
Die Philosophie ebnet den Weg, auch wenn sie dem kollektiven Zensor in die Parade fährt und Machtstrukturen offenlegt, die sich zwischen das Göttliche und die menschliche Seele stellen, indem sie bewerten, dämonisieren und Aufkleber verteilen, anstatt Trauma zu heilen und das Weibliche im Menschen ernst zu nehmen und zu stabilisieren.
Das Friedensevangelium enthält ebenfalls Inhalte, die einigen Eckpfeilern der christlichen Lehre widersprechen. Was Christus darin sagt, deutet darauf hin, dass er schamanisches Urwissen lehrte.
Christlich? Was soll das sein? Das darf und sollte jeder für sich selbst bestimmen. Aber ohne das Christusbewusstsein (die Herz-Hirn-Kohärenz) ist die Wahrheit nicht aus der individuellen Seele und dem Urwissen der Weltenseele zu entnehmen. Ohne das Herz, dass das Denken geistig öffnet und das Handeln und Sprechen mit Liebe anreichert, ist der Narzissmus nicht zu überwinden. Und dieser gedeiht ganz besonders in hierarchischen Strukturen. Er ist das Virus, dass den beseelten Menschen abschaffen soll.
Der Widerstand gegen das Entfremdete ist nicht die Lösung. Er erzeugt eine energetische Blockade. Die Heilung der Entfremdung ist das Wunder der Transformation. Und die wird erlangt durch das ehrliche Betrachten dessen, was der Sprache des Herzens den Mund verboten hat.
Wir dürfen uns nun emanzipieren und die leise Stimme in der Brust dazu ermächtigen, laut zu werden und feine Bedürfnisse zu benennen.
Der Schmerz heilt auf zwei Ebenen: durch die geistige Konfrontation mit dem Leid und das somatische Zulassen der Reaktion – mit der radikalen Erlaubnis zu fühlen und dem ganz bewusst initiierten bewegten Herauslösen der Starre aus unseren Zellen.
Ohnmacht und Scham bleiben, solange man sie nicht haben will und sich ihnen zugleich ergibt.
Wenn wir ihnen Ausdruck verleihen, verlieren sie die Macht über uns und zeigen uns den Weg in die authentische Kraft.
Das, was wir vergeistigen und verkörpern, kann sich nur wandeln, wenn unser Geist und unser Körper sich bewegen darf, um den Wandel anzustoßen.
Die Angst vor der Veränderung ist die Angst vor dem unbekannten Selbst. Man sollte sein Leben nicht damit verschwenden, sie zu leugnen, sondern sie vielmehr als Aufruf verstehen.
Das Bequeme ist nicht dasselbe wie das Recht auf Glück. Ganz im Gegenteil. Das Bequeme gibt dem Glück ein euphorisches Etikett und verhindert es durch Erwartungen an das Ich.
Die Identifikation des Ego mit fremdbestimmten Idealisierungen und Rastern boykottiert die Wahrhaftigkeit. Das Herz nimmt ihm seinen aufgeplusterten Schutzpanzer ab.
Ich bin mir aus tiefster Seele sicher, das Yeshua lebte, um uns zu lehren, wie wir aus unserer Mitte heraus leben, wahrnehmen und wirken sollen. Das Greifen des Verstandes steht uns da häufig eher im Weg, als uns dienlich zu sein.