Wie sollen wir heilen, was unseren wahren Kern verschleiert, wenn wir uns damit identifizieren und nicht loslassen wollen, wer wir waren?
Wie sollen wir unseren eigenen Weg finden, wenn wir uns von jenen beeinflussen lassen, die in Autobahnen denken?
Vielleicht sind wir ausschließlich von Bequemen umgeben, die glauben, man käme auf der asphaltierten Überholspur nur voran, wenn man ein schnelleres und komfortableres Vehikel steuert als andere. Solch ein Gefährt kann mit Verstand, Attraktivität oder Charme getankt werden… Nur strömt das Benzin aus der natürlichen Quelle des Herzens oder aus dem manipulierten/-enden Verstand?
Für die vorgegebene Sicht braucht es immer die anderen, die sich zum Überflieger in Bezug setzen, denn um sich nach oben zu arbeiten und zu erreichen, dass andere zu einem aufsehen, braucht es eben viele, die sich weiter unten wahrnehmen.
Es ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits erhebt sich der Erfolgreiche über seine Aufblicker. Andererseits muss er sich aber ihrer Wohlgesonnenheit versichern und sich den – für die angesprochene Zielgruppe gültigen – Standards anpassen. Konservativ oder Links. Mehr gibt es ja heutzutage nicht mehr. Und wehe, die Seele will woandershin oder nicht jeden Kasten auf der Liste abhaken, weil sie einen ganz anderen Auftrag hat und sich nach Lebenserfahrungen und Bezugsrahmen sehnt, die dem Ego und seiner Projektionsfläche widersprechen. Um ihr zu folgen, müsste man sich von dem verabschieden, was man sich bislang “erarbeitet“ hat: die Matrix-Schablone… die Matrix-Krone. Und all jene, die behaupten, dieses Wesen zu lieben, wären dann ganz schön enttäuscht und vielleicht sogar sauer. Ganz schnell löste sich das Gold in Staub auf.
Hinterfragst Du dieses ganze Spielchen nicht, weil alle um Dich herum dem gleichen Würstchen an der Leine hinterherrennen, bist Du – schwups – zu einer weiteren belanglosen Nummer im wild blinkenden Zahlensalat der Matrix geworden. Vielleicht glaubst Du, Du hättest den Durchblick und stündest ganz oben an der Spitze des Bewusstseins über das Theaterstück. Aber gäbe es die blinkenden Zahlen derjenigen, die weniger checken als Du, nicht, könnte Dein Konterfei auf nichts mehr thronen.
Nichts ist im quantenphysikalischen Schaffensprozess so eklatant wichtig wie der Bezugsrahmen – einschließlich der Wahrnehmung derer, auf die man sich bezieht. Du erschaffst mit Deiner Ausrichtung immer das, was Du gefühlt schon bist. Das durch die Richtlinien der von außen bestimmten Realität begrenzte Denken kreiert nichts Neues. Das erlebte Gefühl und die Identifikation sind es, die Dein kreatives Bewusstsein klären oder verblassen lassen. Ohne Seele geht das natürlich auch, aber dann eben nur aus der Retorte. Ohne die Seele können wir nur mit der KI konkurrieren und wiederholen, was es schon einmal gab.
Deine Seele will vielleicht einmal alles ganz anders machen, aber das macht dem Ego Angst.
Je mehr Menschen Du in Deinem Leben um Dich herum geschart hast, die lieber in einer Daily Soap mit möglichst viel Drama leben möchten als in einer selbstbestimmten neuen Dimension, desto unwahrscheinlicher wird Dein spirituelles Wachstum werden. Dann stellt sich halt nur noch die Frage, ob der blockierte Archetyp des Herzchakras eine Hauptrolle abbekommt oder als Komparse in der Masse untertaucht. Viele fühlen sich in der Anonymität sicher, andere erst im Spotlight lobenswert. Nur das Spiel auf der Bühne bestimmen dann jene, die die Macht über die Schaltkreise haben. Je mehr Du Dich in Deiner Analyse der Realität auf diese Schaltkreise beziehst, desto tiefer wirst Du in sie hineingesogen.
Mit dem wahren Selbst hat die Wahrnehmung der eigenen Existenz anderer nicht unbedingt etwas zu tun. Denn siehst Du selbst Deine Seele nicht, lässt Du sie auch nie zu Wort kommen. Wie soll Dein soziales Umfeld sie dann sehen können?
Manche Menschen sind so begabt, und sehen Deinen Kern schon vor sich. Sie werden sich aber erst auf Dich beziehen und etwas Gemeinsames mit Dir erschaffen können, wenn Du selbst Deiner Seele mehr Berechtigung gibst als Deiner einstudierten Rolle und all jenen, die von Dir erwarten, dass Du sie bis zum Ende spielst.
Nun… Jeder wie er mag. Mir sind die Trampelpfade zu langweilig. Ich möchte dieses Leben dazu nutzen, den beseelten Menschen, in den ich hineinwachsen darf, näher kennenzulernen, mich aus ihm heraus auf meine Kunst und auf meine mir nahen Weggefährten zu beziehen und immer wieder etwas Neues zu kreieren.
Ich möchte nur noch echte Seelen um mich haben, von denen ich mich in meinem Kern gesehen und geachtet fühle, die nicht vor mir davonlaufen, wennnsie sich in meinen Augen selbst erkennen… Menschen, die loyal zu mir stehen und ihre eigenen Ziele formulieren… mit denen ich einen gemeinsamen Traum leben kann… Seelen, die der Schablone widersprechen und damit leben können, von anderen als Fehler in der Matrix wahrgenommen zu werden.
Wer zu rigide, zu ängstlich, zu bequem und zu verliebt in das fertig ausformulierte Ego ist, um Fehler zu machen, kann nichts dazulernen. Der kann vielleicht recht und Applaus bekommen, aber nie den einzigartigen Weg der Seele finden.
Wie sollen wir gemeinsam eine bessere Welt erschaffen, in der wir alle unser menschliches Potenzial heben können, wenn wir an der alten festhalten? Und wie sollen wir das gemeinsam meistern, wenn alle nur nach oben schauen und den Meister in sich selbst nicht freilegen möchten?
Und wie können wir behaupten, andere zu lieben, wenn wir ihnen verbieten, sich zu verändern und von ihnen erwarten, unserer Sicherheit zuliebe die Wahrheit ihrer eigenen Seele zu verleugnen?
Es ist eine einzige Lüge. All das basiert nur auf der Angst vor dem Unbekannten und nicht auf Liebe.
Nur die wirklichen Helden gehen den Weg der Seele. Sie schenken ihr Leben dem Ziel, freizulegen, was verschüttet war, und zu heilen, was sie in der Anpassung an die Matrix von ihrem eigentlichen Naturell entfremdete.
Die Menschen bilden sich nur ein, Angst vor dem Fremden im Außen zu haben. Eigentlich fürchten sie sich davor, zu erkennen, dass sie selbst Aliens sind: Gefangene ihres Reptiliengehirns, das die eingekerkerte Neugierde auf das Leben bewacht. Die Matrix füttert das Krokodil, weil sie uns in der Angst besser steuern kann.
Wer sich die revolutionäre Freiheit herausnimmt, sich selbst und andere tatsächlich so zu lieben, wie es nicht in die erlaubte Schablone passt, wird vielleicht nur wenige bei sich behalten können, die im Herzen die selbe Sprache sprechen. Aber man kann sowieso nur an der Oberfläche vorbei in die Tiefe hinein lieben, wenn man sich auch den dafür nötigen Bezugsrahmen frei hält. Zeit, die kostbarer ist als alles andere.
Wer sich auf der linearen Achse diesen Raum nimmt, um sich der Liebe auf Seelenebene zu widmen, braucht das ganze Bling Bling nicht mehr. Der braucht nur die Stille, die dafür notwendig ist. Der jagt nicht mehr nach Anerkennung im Außen. Der verpasst keine Chance mehr auf echte Verbindung. Letztere ist nämlich die Nahrung der Seele – das Ziel, nachdem der Matrixmensch nicht suchen soll, denn er müsste dafür zuallererst lernen, mit nichts als sich selbst zu sein und sich in der eigenen Präsenz wohl zu fühlen. Der müsste seinem Schatten begegnen, um das authentische Licht in sich freizulegen. Der müsste nach innen sehen und von dort aus nach draußen blicken. Der müsste den Mut aufbringen, verletzlich zu sein und alle vermeidenden Spielchen sein zu lassen. Der müsste dem Leben vertrauen und seinem Herzen folgen.