Laura Dahlhaus warnt vor dem gläsernen Versicherten

“Kennt ihr das GeDIG? Das Gesetz für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen?

Klingt fürchterlich modern, ist in Laura Dalhaus‘ Augen aber ein Fortschritt mit Nebenwirkungen.

Das Gesetz ist aus dem Jahr 2024 und wird vom Bundesgesundheitsministerium als logischen Schritt der Digitalisierung versprochen. Denn so sollen wir anschlussfähig an den europäischen Gesundheitsdatenraum werden.

Das Problem?

Je länger man liest, desto mehr wird aus der Erfolgsgeschichte eine Geschichte über Kontrollverlust.

Krankenkassen dürften künftig Patienten-Daten anonymisieren und weiternutzen, mit Einwilligung zusätzliche Daten erheben, z.B. zu Ernährungsgewohnheiten, Raucherstatus und Körpergewicht. Mit diesen Daten dürften sie experimentieren.

Laura ist ein großer Fan der elektronischen Patientenakte (ePA) und der Digitalisierung, genauso wie von Prävention. Doch Krankenkassen sollten sich nicht zu den Behandlern ihrer Versicherten aufspielen.

Auch der Berufsverband deutscher Psycholog:innen schlägt Alarm: Künftig sollen auch Betriebsärzt:innen ohne explizite Zustimmung Zugriff auf sämtliche ePA-Akten erhalten, inklusive psychiatrischer Befunde, Persönlichkeitsdiagnostik und Entlassbriefen. 

Laura sieht das Arztgeheimnis durch das GeDIG auf der Kippe. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern Konsens in der Ärzteschaft.

Kassen sollen auch aufgrund der ePA-Auswertungen eigenständig Leistungsempfehlungen an Versicherte aussprechen dürfen ohne Rückkopplung mit der behandelnden Praxis. Zudem sollen sie mitreden dürfen, was medizinisch notwendig ist.

Für Laura ist das ein Skandal!“

Das Arztgeheimnis auf der Kippe