Die Liebe ist die Antwort (des Phönix‘ Flügel streicheln)

 

Heute beginne ich mit einem Text von einem großen Geist, der den Wert des Herzens noch ehrfürchtig schätzte:

Über die Geduld

Man muss den Dingen  die eigene, stille ungestörte Entwicklung lassen, die tief von innen kommt und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann, alles ist austragen – und dann gebären… 

Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht, ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte. Er kommt doch! 

Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos, still und weit… 

Man muss Geduld haben. Mit dem Ungelösten im Herzen, und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben, und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben. 

Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antworten hinein.

– Rainer Maria Rilke –

 

 

Ein dunkler Schatten wurde – ganz langsam und das falsche Ich bestätigend – in die Menschheit hineingeschlichen. Lange breitete er sich im Verborgenen aus, doch jetzt zeigt sich sein Ausmaß.

Das Männliche auf unserem Planeten ist gehijackt worden, und das Bewusstsein wartet darauf, wachgeküsst zu werden. Allerdings stehen die Bequemlichkeit und die Vermeidung im Weg, denn die ausbeutende Energie wird in diesem System belohnt. Sie ist nur das Gegenteil von Liebe.

Eigentlich sind Männer und Frauen einmal vom lieben Gott erschaffen worden, um gemeinsam für das Leben einzustehen und neues zu kreieren. Und jetzt stehen sie sich gegenüber, und die Frau ist das erste Mal in der Geschichte wütend, weil sie durch das System selbst nicht mehr in dem Sinne bedroht wird, dass sie um ihr Leben fürchten müsste, wenn sie die Wahrheit sagt – und zwar nicht die Wahrheit, die mit dem männlichen Verstand abgenickt wird, sondern die Wahrheit in ihrem Herzen. Und diese Wahrheit ist eine ganz, ganz alte Wahrheit, weil sie vererbt wurde. Sie hängt leider mit einem Schmerz zusammen, den Männer verursacht haben. Die Wut ist berechtigt, denn sie gehört zum Heilungsprozess. Aber sie darf uns nicht so gefangen nehmen, dass wir den Blick auf die Liebe aus den Augen verlieren. Wir brauchen eine Lösung für das kollektive Problem, denn es ist sehr, sehr dringlich.

Alle, die nicht wegsehen, wissen das. Es ist so dringlich, dass man gar nicht weiß, wo man eigentlich anfangen soll, um es zu verändern. Und viele konzentrieren sich auf die Problemanalyse, und das ist auch wichtig, damit wir alle gemeinsam die Wirklichkeit einmal ein bisschen anders einschätzen und den blinden Fleck überwinden. Denn wenn wir die Probleme nicht erkennen, können wir sie nicht lösen.

Aber in dem Prozess, in dem wir nach Antworten suchen, in dem wir viele offene Fragen haben und auch die Erschütterung spüren über die Art und Weise, wie Menschen mit anderen umgehen können – für die Vermeidung und um ihren eigenen Schmerz nicht spüren zu müssen, um ihre eigenen Unsicherheiten nicht spüren zu müssen, um ihr falsches Ego weiter aufrechtzuerhalten und ungesunde Beziehungen fortzuführen, ungesunde Verhaltensweisen fortzuführen, die ihre Vermeidung ermöglichen – für diesen Prozess müssen wir unseren Blick weiten und auf den Horizont schauen.

Die Analyse dessen, was in Schieflage geriet, bedient den männlichen Teil in uns, das männliche Element: den Verstand, den Geist, der sich befreien will. Aber das Instrument für den sich befreienden Geist kann nicht der enge Verstand sein.

Der Verstand denkt in Grenzen. Und wenn wir die Grenzen, mit denen wir jetzt konfrontiert sind – die Grenzen der Menschlichkeit, jene Grenzen, die die Liebe aus der Analyse ausklammern wollen – scheitern wir, denn so öffnet sich der Käfig nicht. Wenn wir den Schlüssel finden und die Tür öffnen wollen, dann müssen wir außerhalb dieses Verstandes denken – wir müssen ihn sprengen. Wir sind herausgefordert, das Bedürfnis aufzugeben, mithilfe des Verstandes Kontrolle auszuüben. Wir sind nun dazu bestimmt, der Angst vor Überforderung entgegenzutreten und sie in den Arm zu nehmen. Wir sind auch dann noch liebenswert, wenn uns das Geforderte nicht sofort gelingen möge.

Wir sind die Ersten unserer Zeit, die dieser Ungewissheit gegenüberstehen, und fragen uns: „Wie lösen wir das, ohne dass uns je jemand gezeigt hätte, wie das geht?“

Indem wir uns an die Liebe erinnern. Indem wir uns an das Weibliche in uns erinnern und keine Angst mehr vor dem Schmerz haben.

Was tut denn die Liebe? Die Liebe heilt. Sie nimmt uns den Schmerz und all das Verdrängte, die Angst und die Unsicherheiten nicht ab… sie trägt uns durch sie hindurch und beweist uns, dass wir schon viel früher viel mutiger hätten sein dürfen.

Die Liebe schafft alles beiseite, was dem Leben, wie es eigentlich gemeint ist, im Wege stand, denn das ist ihre Aufgabe. Und ein Existieren innerhalb der Grenzen des programmierten Verstandes ist kein Leben. Es ist ein Substitut – ein Raum, in dem man freiwillig bleibt, um die Furcht vor dem Tod und die Angst vor der herausfordernden Veränderung nicht spüren zu müssen. Wir aber müssen in einen selbstgewählten Raum eintreten. In diesem hat der Mann im Ohr nichts zu sagen. Hier wird dem Zensor die Gewalt abgenommen, und die feine Stimme im Herzen bestimmt den freien Willen. Und dieser Raum liegt in unserer Brust.

Der Preis für die Kontrolle, die wir dadurch gewannen, dass wir auf den Despoten im Oberstübchen gehört haben, ist die Lieblosigkeit gegen uns selbst und andere – die Gnadenlosigkeit des Urteils über die Leistungsfähigkeit und die Bereitschaft, sich Vorteile zu verschaffen. Aber diese Kontrolle ist eine Illusion. Sie trennt uns vom Leben… sie trennt uns von der Liebe.

Wenn wir freiwillig so leben, gibt es immer irgendwo auf der Welt mindestens einen Menschen, der dafür den Preis zahlen muss. Und momentan kommen vor allem die Kinder dafür auf, dass die Ausgewachsenen die Hacken zusammenschlagen und ihrem Verstand die Sehnsucht geopfert haben…

In einer Welt, in der die Sehnsucht als Schwäche fehlgedeutet wird und die Hoffnung an eisenharten Regelwänden zerschellt, waren es stets die Frauen, die alles abgepuffert haben. An ihnen hat Mann Frustration und Gewalt entladen. Ihre Bereitschaft, dem Leben zu dienen, wurde ausgebeutet und als selbstverständlich hingenommen.

Doch die Frauen stehen jetzt auf und sagen: „Wir sind nicht mehr bereit, den Preis für die kognitive Kontrolle der Männer zu bezahlen. Wir sind nicht mehr bereit, die Zeche für die Vermeidung der Männer auszugleichen. Wir sind nicht mehr bereit dazu, die Zukunft unserer Kinder für deren Komfortzone und Egos zu opfern. Und wir lassen uns weder psychisch, noch körperlich weiterhin schänden. Wir steigen aus der Dynamik aus und investieren unsere kostbare Energie in uns selbst.“

Das ist schon einmal gut. Dass wir an diesem Punkt angelangt sind, ist ein Anfang. Wir betrachten die Schäden, die angerichtet wurden, und stehen fassungslos vor der kriminellen Energie, die sich im Verborgenen hineingefressen und unser aller Fundament ausgehöhlt hat. Es ist gut, dass wir sie nicht mehr leugnen und tatsächlich erkennen, dass es eine boshafte Bereitschaft dazu gibt, Schutzbefohlene und Frauen zu missbrauchen und Seelen in die Irre zu führen und in die Falle zu locken, um den Druck der Maschine loszuwerden und die Anerkennung von Dämonen zu erhalten.

Jeder Mensch, dessen Herz noch nicht zerfressen ist, ist davon betroffen, und wir Frauen spüren den heiligen Zorn der ganzen Ahnenreihe, der uns dabei helfen soll, aus dem Gefängnis der Fremdbestimmung und kognitiven Unterwerfung auszubrechen.

Unsere Intuition und unsere Bedürfnisse haben eine lebenserhaltende Berechtigung, und diese muss nicht erst kognitiven Grenzen genügen, um eingefordert zu werden!!!!!

Und es ist auch gut, dass sich einige Männer auf unsere Seite stellen und sagen: „Jetzt reicht’s.“

Doch wie kommen wir jetzt weiter? Wie entwachsen wir der Empörung und in die Kreation dessen hinein, was eigentlich möglich wäre?

Es gibt nur eine Antwort auf diese Frage, und das ist die Liebe.

Wir müssen zurückkehren in unsere urfrequente Bereitschaft, zu leben. Wir dürfen uns jetzt und hier auf das Unbekannte einlassen und auf unsere Herzen vertrauen – all unsere Entscheidungen von dort aus treffen… Der Ort, an dem wir uns das gestatten, muss ein sicherer sein – einer, in dem die männlich kontrollierende Kognition unsere Sehnsucht nach einem geborgenen Dasein nicht mehr zum Schweigen bringt. Eine Weite, die uns erlaubt, uns unserer wahren Bestimmung anzuvertrauen und den Nutzniessern unserer Kraft den Mittelfinger zu zeigen. Es ist UNSERE Kraft! Und sie ist kostbar.

Jetzt nehmen wir uns mehr und mehr von unserer Aufmerksamkeit für uns selbst – weg von all den destruktiven Raffgierigen. Wir entreißen sie der linearen Zeit und nehmen uns den Raum dafür, das Andere, das Neue zu erschaffen. In diese Schöpfungen legen wir unsere ganze Sehnsucht hinein und beweisen uns selbst, dass wir immer im Recht waren mit dem, was wir brauchen, um uns dem Sein hinzugeben und den Reichtum zu nähren, statt uns gegen das Falsche zu wehren – uns mit dem Göttlichen zu verbinden, das das Leben erschaffen und erhalten will – und das Richtige zu tun.

Unseren Kindern das Richtige vorzuleben und sie aus den Fängen der Ablenkung zu retten, ist die Mission. Denn ihre Seelen sind in Gefahr. Die digitale Krake greift nach ihrer Unschuld, und darum müssen wir ein Feld der Schuldlosigkeit um sie herum errichten, das so hell strahlt, dass alle Geister der Finsternis erschrecken und das Weite suchen.

Wir alle sind nun dazu aufgerufen, die authentische Frequenz unserer Herzen in den Raum hineinzugeben, die wir alle so dringlich brauchen. Nun ist der Moment gekommen, in dem wir ein Gleichgewicht schaffen und dem Weiblichen seine berechtigte Wirkmacht zugestehen. Wer sie beherrschen, besitzen oder über Manipulation und Scham brechen will, wird sich am Feuer des kosmischen Wandels seine dreckigen Finger verbrennen.

Nun darf jeder gute Mann sich trauen, ins Licht zu treten und dem Leben zu dienen. Alle anderen werden dazu gezwungen sein, in ihren noblen Gefängnissen zu erstarren, denn es fehlt ihnen der Mut dazu, das offene Gatter zu durchschreiten.

Wenn wir das, was hinter engen Gitterstäben die Enge verwaltet hat, weiterhin anbeten, können wir kein anderes System kreieren. Eine Welt, die das Leben ehrt und liebevoll umsorgt, ist eine andere als die, in der wir uns jenen systemischen Zwängen unterwarfen, die missbräuchliche Männer erschaffen und weitergereicht haben.

Die Frau sollte sich nicht nur das Recht herausnehmen, die gesunde Wut auf den Tisch zu legen, die ihr dabei hilft, zu heilen. Sie darf sich außerdem nicht mehr verstecken – vor niemandem! Sie sollte jeden, der sie für dieses Gefühl verurteilt und ihr den Mund verbieten will, links liegen lassen.

Für uns Frauen entscheidet sich jetzt, wer auf unserer Seite steht und wer nicht.

Wer zeigt mit dem Finger auf uns und versucht, uns in die Programmierung zurückzudrücken?

Und wer erkennt die transformierende Macht des Feuers und streichelt den Phönix, der seine Flügel ausbreitet?

Wer steht neben uns und sagt: „Ihr habt ein Recht auf Eure Kraft! Ihr habt ein Recht auf Eure Wahrheit! Ihr habt ein Recht auf Eure Wahrnehmung! Ihr habt ein Recht, darauf zu bestehen, dass es Euren Seelen gut geht. Nur dann, wenn die Mütter weich und sanft sein können, haben auch unsere Kinder und Kindeskinder eine Chance auf Leichtigkeit und Lebensfreude.“

Aber das ist nur die Energie, die uns befreien soll von dem, was uns eingekerkert hatte. Das ist nicht die grundsätzliche Lebensenergie, in der wir weit und frei werden. Wir erblühen, indem wir uns Räume schaffen, in denen wir verletzlich und vulnerabel sein können und die Liebe zulassen dürfen. Und diese heiligen Hallen dürfen wir jetzt für uns beanspruchen.

In diesen Ateliers der Menschlichkeit dürfen wir das kreieren, was tiefe Begeisterung ermöglicht und neues Leben schenkt. Zu diesem Dasein gehört die Freiheit, selbst zu entscheiden, die Souveränität, aber vor allem die Liebe. Wer die nicht leben kann, wer dafür zu feige ist, wer lieber in alten Strukturen bleibt und akzeptiert und hinnimmt, dass Menschen leiden müssen für anderer Leute Komfortzone, der hat in diesen Säälen nichts zu suchen. Der darf erst eintreten, wenn er mutig genug dazu ist, sich der Liebe hinzugeben, sich schützend vor sie zu stellen, sie zu halten, den Prozess ihrer Befreiung zu ermöglichen und dem Schrei, der in unendlich vielen weiblichen Kehlen steckengeblieben war, endlich die Legitimation zu schenken, aufzubrechen. Möge er in die lineare Zeit zurückhallen, sodass das Leid unserer Ahninnen ein Ventil bekommt. Nur durch sie haben wir alle überhaupt die Chance bekommen, den nächsten Atemzug zu nehmen.

Wo Männer diese Macht und Liebe nicht wertschätzen und achten, müssen Frauen diese Aufgabe übernehmen. Sie dürfen sie übernehmen. Es ist eine Ehre, für die Liebe einzustehen. Es ist eine Freude, ihr ein Gesicht zu verleihen und ihre transformierende Schwingung in den Körper hineinzubringen.

Ihre Frequenz muss durch uns hindurch da draußen wieder wirken, und alles andere ist sekundär.