Ich bin schon seit langem ein Fan von Prof. Mausfeld und Dr. Maaz.
Bei Facebook stieß ich auf ein Interview mit einer Journalistin, die Maaz öffentlich rechtlich befragt hatte.
Dr. Hans-Joachim Maaz wurde vom MDR eingeladen, nachdem sein neues Buch „Gefühlsstau“, welches die Fluchtursachen zum Thema hat, erschienen war.
Die Journalistin Katrin Huß ließ ihn ausreden und wurde daraufhin nach der Sendung zum Chef vom Chef beordert.
Der Chef vom Chef vom MDR sagte zu der Journalistin: „Der Maaz ist ja nun schon über 70 Jahre alt… da wissen wir doch: das ist alles nicht mehr so ganz ernst zu nehmen, was dieser Mann so sagt… (…)“ Als sie gegenhielt, wies er sie zurecht: „Du bist verantwortlich für das, was die Gäste auf Sendung sagen, und du hast politisch einzugreifen im Sinne des MDR!“.
Diese Journalistin stand zu ihrer Berufsethik, gab erst ihren Job beim MDR auf und dann ein Interview zu dem Druck, den der Sender nach der Sendung auf sie ausübte.
Zuerst einmal das Interview, das sie im MDR mit Dr. Maaz führte:
Und nun das Interview, das sie später gab. Diese Frau ist mutig:
Hier das Gegenprogramm mit staatskonformem Moderator:
Warum also noch Will und Maischberger und wie sie sonst noch alle heißen, ansehen? Der Chef vom Chef vom Chef des öffentlich-rechtlichen Senders will Meinungsmacher auf den Gastgeberstühlen sitzen haben. Alle anderen neutralen Journalisten dürfen nur noch in unabhängigen Redaktionen ihre Meinung sagen. Wer hätte gedacht, dass ich mit Nuoviso einmal einen informativen Abend verbringen würde.
Das ist nicht das, was ich über Demokratie gelernt habe. Oder wie Frau Huß so richtig sang: „die Partei, die Partei, die hat immer Recht…“ Dafür ist meine Mama mit mir aus dem Osten abgehauen, bevor ich eingeschult wurde?
Die DDR beschnitt wenigstens noch offen die Redefreiheit. Aber das, was wir heute an Spitzelei, Framing und Meinungsmanagement am Laufen haben, ist auf einem ganz anderen Level angekommen. Es gibt kein Niemandsland mehr, dass man überwinden könnte, um diesem ganzen Brainwash zu entkommen. Man muss in innere Welten abtauchen und jene Leute um sich scharen, die auch mutig genug sind, staatskritische Journalisten zu sichten und sich ihre Meinung nicht aberziehen zu lassen. Dann fühlt man sich nicht so allein mit dem ganzen Wissen. Wenn das keiner mehr macht, haben die Profiteure dieses kranken, menschenverachtenden Wirtschaftssystems gewonnen und wir die Freiheit mit dem Kopf im Sand verpennt.