Es ist so spannend, wenn Leute so tun, als würden sie Dir zuhören. Selbst wenn Du transparent bist und Dich mit all Deinen bewussten Entscheidungen und Grenzen mitteilst, weil Du gelernt hast, was Dir nicht gut tat und wie Du Dich nun ausrichtest, spiegeln sie Dir Verständnis und Fürsorge vor, während sie aber eigentlich planen, genau die Wiederholungstaste drücken, auf die Du Gaffa geklebt hast, weil Du etwas Schönes erleben und Dich weder objektifizieren, noch energetisch berauben lassen möchtest. Als hätte man sie Dir geschickt, um Deine Selbstliebe zu prüfen.
Kennst Du das? Wenn Du aus dem natürlichen Bedürfnis nach gesunder Spiegelung heraus einen Vertrauensvorschuss gibst, hast Du eigentlich schon Lebenszeit, Energie und etwas mehr von dem verloren, was an Urvertrauen noch übrig war, weil dieser Mensch vorgibt, ein anderer zu sein, als er eigentlich ist.
Viele, die über Narzissmus aufklären, raten Frauen dazu, keinerlei Informationen über negative Beziehungserfahrungen mit anderen zu teilen, schon gar nichts über intime Erfahrungen. Doch wie soll jemand, der es wirklich ernst meint und Dich kennenlernen will, Dich jemals verstehen, wenn Du Dich nicht öffnest?
Diese ganze Manipulationsnormalisierung ist wirklich wie ein Fluch. Eigentlich wären Offenheit und Authentizität gesund. Doch im Umgang mit unbewussten und egomanen Leuten werden genau diese Qualitäten ausgenutzt.
Ich glaube, dass die Gehirnwäsche im Verborgenen schon derart weit voranschritt, dass die Profiteure dieser Indoktrination so viel Macht und Einfluss haben, dass nur die wenigsten überhaupt interessieren würde, wie viel zerbrochenes Porzellan sie hinter sich liegen ließen.
Leistung und Glanz, Reichtum und Profil zählen für den Systemmenschen viel mehr als das Herz hinter der Fassade. Kaum jemand schaut genauer hin.
Ich finde das alles wirklich sehr interessant.
Das Geheimnis ist die Beobachterperspektive – die souveräne Instanz, die auch jenseits des Sozialen einen Sinn im Leben findet. Wenn sie stabil genug steht, lohnt sich jedes neutrale Erleben, auch ohne Vertrauen. So entsteht ein Sicherheitsabstand zum Unberechenbaren in Menschen, die sich niemals offenbaren. Sie schauen auf jene herab, die es noch tun. Aber eigentlich schieben sie es nur auf. Sobald die Wirklichkeit und die Liebe auf den Schmodder aufmerksam machen, helfen weder Meditation, noch Disziplin… entweder sie sprechen endlich aus, was sie bislang nur im Stillen dachten, oder sie gehen in die totale Verleugnung und schweigen das Problem einfach weg. Jeder, der die Statistenrolle nicht mehr weiterspielt, wird einfach ausgetauscht.
Ein Mensch kann beten, sporteln, lesen und zitieren, bis er alt und grau wird. Aber wirklich heilen können wir nur über die Gefühle, die wir mit Strategien, Karriere, Vorhersehbarkeit und Plänen umgehen.
Die logische Konsequenz KANN nur sein, wieder zu vertrauen und auf das Glück zu bauen. Das Leben wird nicht einfacher. Wir werden nur bewusster. Das hat drei Dinge zur Folge:
1. Die Dunkelheit mit all ihrer schädlichen Kälte wird einem gewahr. Überall erkennt man die Fälschungen.
2. Das Licht mit seiner phänomenalen Purheit und seinem Sanftmut scheint durch die Schatten hindurch.
3. Der Beobachter kann nun jedes Gegenüber prüfen: Gut, Du willst das Licht. Aber bist Du auch mutig genug, auf die Vorteile der Dunkelheit zu verzichten, um die Liebe zu leben?
Bist Du entschlossen genug, das Morgen der Liebe zu schenken und darin dem Licht seinen Platz freizuhalten? Denn bist Du es nicht und tust trotzdem so als ob, scheint das Licht, das Du mir raubst, nicht nur auf die meinen, sondern auch auf Deine Schatten. Wenn Du davor Schiss hast, lass besser die Finger von mir. Bist Du aber offen für die Menschen, die die Liebe aus uns macht, bist Du in meinem Leben herzlich willkommen.
Jeder verdrängende Charakter wird sich zwei Mal überlegen, sich an jemandem zu vergehen, der mit dem Hinterhalt rechnet, aber sich niemals von ihm aufhalten ließe.