So erschreckend und besorgniserregend die aktuelle politische Weltlage auch erscheinen mag…
so bedrohlich der Fels einer demokratischen Grundidee auch sukzessive ausgehöhlt werden möge…
so bezeichnend das große Schweigen sich auch wie eine schwere dunkle Decke über die angeborene Veranlagung zur offenen Kommunikation in der Gemeinschaft zu legen scheint…
so schwer das System es den Wahrheitssuchern auch macht und der Einzelne sich auch um seine Zukunft sorgt…
Mindestens im selben Maße wie der begrenzte Verstand am Rad dreht, beginnt die Frequenz des intuitiven Herzens ganz fein und sanft zu kreisen und das Bewusstsein unter dem Scannerblick anzuheben. Es flüstert ins Chaos hinein, dass alles, woran wir gerade festhalten, vielleicht endlich ist, unsere unsterbliche Seele aber der angebeteten Materie strotzt und an jedem Ende immer einen Neuanfang einleiten wird.
Es gibt Menschen unter uns, die nie richtig in die Schablone hineingepasst haben. Sie durften ihr ganzes Leben lang schon üben, Vertrauen in den Klang ihrer Herzen zu haben. Sie sehen ihren Mitmenschen direkt durch ihre Masken hindurch in die Seele hinein. Und sie wissen, dass das, was sie spüren, wahr ist, egal wie andere es auch leugnen und sie in das Verrückten-Körbchen hineinsortieren. Sie haben gelernt, sich resilient abzugrenzen, denn sie können die geistige aber auch körperliche Nähe zu den Seelenleugnern nicht ertragen. Sobald ihnen bewusst wird, dass ihr Gegenüber sich selbst und/oder auch sie belügt, ist ein weiterer Kontakt jenseits der Oberflächlichkeit ausgeschlossen.
Ein hellfühliger Mensch bleibt entweder allein – denn in der eigenen Gesellschaft ist er zufrieden – oder er findet einen Partner und Freunde, die radikal ehrlich sind.
Leider merken unbewusste Menschen oft nicht, dass ihre fehlende Bereitschaft, sich mit ihren Schattenthemen zu befassen, blinde Flecken verursacht und Unehrlichkeiten heraufbeschwört. Im Extremfall reden sie sich ihr vermeidendes Kommunikationsverhalten auch noch schön, indem sie sich selbst überhöhen und Informationen zurückhalten oder gar verdrehen, um andere nicht zu “verletzen“.
Wir leben in einer chaotischen Zeit, die uns dazu auffordert, Farbe zu bekennen und reinen Tisch zu machen, uns selbst dabei aber immer treu zu bleiben. Doch wer sich selbst aus dem Weg geht, weiß nicht, was Treue ist.
Im Hamsterrad der systemischen Anpassungsfähigkeit ist der Verrat am eigenen Sein ein ewig gestriger Beifahrer und lässt sich nicht mit einer kognitiven Entscheidung abwimmeln, denn er fliegt im toten Winkel neben dem Gefährt des Lebens mit – so lange, bis man die flotte Karre mal anhält, aussteigt und sich mit den verleugneten Wunden der unsichtbaren Realität konfrontiert.
Die Komfortzone erodiert nun zusammen mit dem alten System, und das Ego bekommt eine Panikattacke. Die Seele aber würde sowieso niemals in ihr zur Ruhe kommen.
Man kann sich eine ganze Weile lang mit vermeidenden Angewohnheiten und co-abhängigen Beziehungen davon ablenken, dass das Herz hungrig nach authentischen Erfahrungen, kultureller Berührung und wahrhaftiger Verbindung ist. Aber irgendwann muss sich jeder von uns entscheiden:
Will ich meine Seele verstummen lassen und zu einem Schattenmenschen degredieren, der eine Maske tragen muss, um anderen zu begegnen, oder möchte ich den Rest meiner Tage dazu nutzen, konsequent ehrlich zu sein und herauszufinden, wer dann noch bei mir sein mag?
Bist Du bereit zu wahrhaftiger Liebe?
Ohne den Mut aufzubringen, Klarheit zu schaffen, kann niemand der Stimme seiner Seele lauschen und seine eigene Wahrheit erkennen und weiser werden. Wie soll man die eigene Sicht auf die gemeinsame Wirklichkeit dann anderen gegenüber vertreten oder ihnen gar abverlangen dürfen, ehrlich zu sein?
Ja, es ist zu erwarten, dass anderen Deine Wahrheit nicht gefällt, wenn diese ihnen verdrängte Aspekte ihrer eigenen spiegelt oder ihr Mindset infrage stellt.
Viele glauben ja daran, dass man automatisch im Recht ist, wenn man der Mehrheit zustimmt. Doch möchtest Du Dein Leben jenen widmen, die gar kein echtes Interesse an Dir haben und von Dir erwarten, Dich zu verstellen? Natürlich ist das der Weg mit dem geringsten Widerstand, doch die Frage ist, wie sinnvoll diese Herangehensweise ist. Denn wenn sich alle verbiegen, um allen gerecht zu werden, wer steht dann noch für das ein, was aus ethischer Sicht richtig wäre und die Wirklichkeit der Seele anerkennt? Wo jene Akteure, die nun die Bretter der Weltenbühne mit bewegungsmeldenden Platinenquadraten ersetzen wollen, die Seele des Menschen leugnen, gibt es kein Zuhause mehr – weder für Dich, noch für mich.
Nur ein beseeltes Wesen ist tatsächlich auch ein lebendiges. Und eine Existenz in einem kollektiven Wachkoma einer dystopisch-transhumanistischen Vision ist für mich keine Option. Sollte das wirklich so kommen, suche ich mir für meine nächste Inkarnation lieber einen anderen Planeten aus – einen, auf dem die Menschen andere an ihrem Rückgrat messen und aufrichtig miteinander sind.