Seit der Coronazeit und nun auch durch die KI-Automation von Plattformen, die sich an dem Urheberrecht und am individuellen Ausdruck bedienen, droht den Künstlern der Verlust ihrer Existenzgrundlage.
Julia Neigel, Songwriterin und Sängerin, engagiert sich mutig dafür, dass die Gemeinschaft an der Nahrung für die Seele festhalten darf und niemals wieder ein kunstschaffender Mensch als “nicht systemrelevant“ an den Rand gedrängt wird.
Ich habe in meinen Zwanzigern viel mit Jule Neigels Platten Singen geübt, um mir das mir anerzogene Bravsein abzugewöhnen und Dynamik zuzulassen.
Die Hymne „Schatten an der Wand“ ist nur eine von vielen Perlen, die uns diese Ausnahmekünstlerin geschenkt hat. Noch heute muss ich immer lachen, wenn ich staubsauge und der Motor mir meine Haare nach oben weht. Sofort sehe ich Julia in meiner Erinnerung wieder in der großen Freiheit vor mir auf der Bühne stehen. Die Windmaschine zerzauste ihre Löwenmähne, und der Kunstnebel setzte diesem Erlebnis noch das I-Tüpfelchen obendrauf. Diese Frau ist eine kraftvolle Erscheinung mit Rückgrat und eine der ganz wenigen Seismografen, die ihrer Funktion als Künstlerin in der Gesellschaft gerecht wurde und ihren Mund aufgemacht hat.
Danke, Julia!