Was uns am allermeisten davon abhält, uns selbst zu lieben, ist die Sehnsucht danach, von anderen geliebt zu werden.
Das Angepasstsein… das Hineinwachsen in die Person, die man von uns erwartet, zu sein…
Das beginnt im Elternhaus, wird in Schule und Ausbildung oder Studium vertieft und in zwischenmenschlichen Beziehungen generalisiert, bis wir komplett auf dem Holzweg sind.
Niemand, der es zuallererst immer anderen recht macht, kann je herausfinden, was er selber will, wen oder was er wirklich liebt und will, wer er eigentlich wirklich sein möchte. Niemand.
Je mehr wir uns darauf trimmen lassen, anderen und den systemischen Wirkmechanismen zu genügen, desto weniger können wir unsere Flügel ausbreiten und in unsere authentische Kraft hineinkommen.
Ja, jeder Mensch braucht Liebe, will gesehen werden und sich geborgen fühlen. Aber dieses System richtet uns darauf ab, diese Geborgenheit mit finanzieller Sicherheit zu verwechseln. Und dann verknüpfen wir unseren Selbstwert mit unseren äußeren – mit Materie gehaltenen – Merkmalen. Wir können nur aufrecht dastehen und auf asphaltierten Straßen vorankommen, weil wir uns das Korsett schön eng geschnürt haben. Fleißig ackern wir für die Bewunderung oder dafür, zu einer gewissen elitären Gruppe gehören zu dürfen.
Bis man uns die Seifenblase zerpiekst: „Wie, Du liebst mich nicht mehr, wenn ich meinen Job verliere?“ „Wie, ich soll das Kind in meinem Bauch wegmachen lassen, weil Du es Dir mit Deiner Liebe auf einmal anders überlegst, wo der Beweis dafür, das Du liebst, für alle offenbar würde?“ Und wenn sie es nicht wegmachen lässt: „Wie, Du bleibst nur bei mir, weil Du sonst Dein Gesicht verlierst?“ Und wenn sie dann verheiratet sind: „Wie, Du erwartest von mir, immer derselbe zu bleiben, damit Du die Veränderung vermeiden kannst?“ Und wenn der Nachwuchs dann da ist: „Wie, Du verlässt mich jetzt doch, weil unser Kind mit einer Beeinträchtigung zur Welt kam oder durch einen Schicksalsschlag gezeichnet wurde?“ „Wie, ich werde in meiner Therapie gar nicht von meiner Familie unterstützt, weil auf einmal die eigentlichen Themen auf den Tisch kommen, mit denen nicht nur ich, sondern ALLE zu tun haben?“ „Wie, ich darf die Wahrheit nicht sagen und auf bewiesene Fakten hinweisen, weil ich Dein Weltbild widerlege?“ „Wie, ich muss mich einem vereinfachten Narrativ fügen, obwohl ich das komplexe Muster längst erkennen kann und seine Destruktivität nicht beklatschen möchte?“ „Wie, Du sagst, Du liebst mich, aber Du hilfst mir nicht, mich von dem zu befreien, was ich gar nicht bin?“ „Wie, Du lässt mich nie mehr los, obwohl Du mich noch nie gehalten hast, weil Du das eigentlich nie wolltest, denn es ging Dir nie um mich, sondern nur um Dich selbst und Deine Bedürfnisse?“ „Wie, ich bin umgeben von Leuten, die sich gar nicht für mich einsetzen, wenn ich ausgegrenzt werde?“ „Wie, man erwartet von mir, meine Ängste zu verdrängen, dafür aber die generalisierte Angst anderer mit ungesundem Vermeidungsverhalten zu meiner eigenen zu machen, selbst wenn ich den Angstinhalt widerlegen kann?“ „Wie, wir legen einfach eine Decke des Schweigens darüber, dass wir anderen das Herz brechen, andere kontrollieren und beherrschen wollten und sie deshalb seelischen und körperlichen Schaden nehmen?“ „Wie, jeder hilft sich selbst, und dann ist allen geholfen?“
Bis sie dann mit einem Impfschaden, den man ihnen als Unmöglichkeit verkaufte, dasitzen und die Krankenkasse nicht für die Behandlung aufkommen will. Irgendein Typ mit Krawatte hat das da oben so festgelegt: Antrag abgelehnt – und die Beiträge des solidarischen Kollektivs stehen nicht mehr zur Verfügung, wenn einer das Attribut verkörpert, an das niemand glauben darf.
Nichts ist gut, wenn wir uns an Muster gewöhnen, die unser Potenzial einkerkern und uns in einer Sucht nach Anerkennung gefangen halten, die Attribute in uns feiert, mit denen wir uns – tief in unserem Herzen – gar nicht identifizieren können.
Die auferlegte bzw. vorgeschriebene “Solidarität“ kann Dich Deine Gesundheit kosten, wenn Du, um Dich mit diesem Attribut schmücken zu können, die leise Stimme in Dir unsolidarisch zum Schweigen bringen musst, die lieber auf die Langzeitstudie warten will und sich unwohl dabei fühlt, sich als Proband zur Verfügung zu stellen.
Das ganze Leben ist ein Versuch.
Die Quantenphysik hat bewiesen, dass die Ausrichtung des Versuchsleiters das Ergebnis beeinflussen kann. Will sagen: Deine Absicht und Deine Ziele bestimmen Dein Leben. Adaptierst Du den Fokus anderer, bestimmt halt DEREN AUSRICHTUNG über das Ergebnis des Experiments. Manchmal wissen jene, die meinen, zu wissen, was gut für Dich ist, nicht genug, um einschätzen zu können, was passiert, wenn MAN an diesem oder jenen Rädchen dreht. Aber wenn der Chef das sagt, vertrauen sie blind auf die systemische Autorität und geben die Anweisung nach unten hin weiter.
Wer ist in welchem Bereich der Chef in Deinem Leben?
Die vorgegebenen Attribute des gesellschaftlich akzeptierten Menschen gehören zu der Person, zu dem Image, auf das die anderen projizieren können. Wir funktionieren darin. Wir operieren aus dem beweglichen Fleischanzug heraus genauso berechnend, wie man es von uns erwartet, weil wir dann mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch berechnen können, wie andere sich uns gegenüber verhalten.
Wir hören zu, obwohl es uns langweilt oder uns nicht gut tut. Wir küssen auf die selbe Art und Weise, wie der Partner uns schon fünfzehntausend Mal geküsst hat. Wir stehen immer zur selben Zeit auf und bringen das Zahnrad im vorprogrammierten Turnus zum Drehen. Und dann erlauben wir uns eine kleine Pause.
Der Takt wird uns vorgegeben und entspricht nicht mehr dem Mondzyklus, sondern einem Kalender, der gegen unseren natürlichen Biorhythmus angeht. Alles ist subtil zwanghaft. Aber WIR machen mit. Weil MAN das eben so macht.
Wer bist DU?
Warum bist Du hier?
Was ist der Ausdruck und die wahre Bestimmung Deiner Seele?
Für wessen Ziele engagierst Du Dich?
Was bedeutet Dir die Freiheit? Bist Du bereit, zu opfern, wen oder was Du liebst, um bestätigt und integriert zu werden – um das ganze materielle Zeug behalten zu können, das Du am Ende dieses Lebens eh nicht mitnehmen kannst? Was davon brauchst Du wirklich, um Deinem Herzen zu folgen und ihm Ausdruck verleihen und mit anderen teilen zu können, was Dich wirklich glücklich macht?
Mit „glücklich“ meine ich nicht die Kaugummiblase – Friede, Freude, Eierkuchen mit Dauergrinsen. Ich meine damit die unvorhersehbare Lebendigkeit. Ich meine damit den Springbrunnen, der in ihr sprudeln könnte, wenn Du etwas findest, das Dich in den Flow bringt und ganz unabhängig von der zu erwartenden Reaktion anderer erfüllt. Ich meine damit, einen oder mehrere Menschen in Deinem Leben zu haben, die Dir nur zuhören, wenn sie wirklich Interesse an Deinen Gefühlen haben und nicht nur mit Dir gesehen werden wollen, weil Du hübsch, bekannt, sehr gebildet oder reich bist und Einfluss hast oder eines Tages haben könntest – Menschen, die Deine menschlichen Fähigkeiten nicht für ihr eigenes Vorankommen im Privaten benutzen, sondern das Private nicht vom Öffentlichen trennen können – die immer und überall sind, wer sie wirklich sind. Die ihre Bindung zu Dir nicht geheimhalten, weil es irgendwem nicht in den Kram passen würde, weil ihr Herz diesen Verrat an ihrer eigenen Loyalität zu Dir gar nicht aushalten könnte – Menschen, die Dich lieben, weil sie auf der selben Frequenz schwingen wie Du, ganz unabhängig von der Oberfläche und all den Attributen:
Alter, Körperform, Beruf, Bekanntheitsgrad, systemischer Einfluss, Bildungsgrad… was auch immer…
Ich meine die Frequenz des Herzens. Zwei Aurafarben überschneiden sich und erschaffen eine neue Farbe, die so hell und kraftvoll strahlt, dass sich beide an ihr aufladen können und sich einfach nur gut tun, wenn sie zusammen sind. Solche Menschen möchten einen Teil dazu betragen, dass Deine Seele frei wird von allem, was sie daran hinderte, sich zu zeigen und sich unbegrenzt mitzuteilen. Menschen, die kein festes Bild von Dir haben wollen, sondern neugierig auf das sind, was sich noch in Dir entwickeln kann.
DAS und noch vieles, was ich noch nicht benennen kann, ist Liebe. Niemand, der sich nie auf sie einlässt, könnte je damit anfangen, für sich zu definieren, was Liebe überhaupt ist. Aber wir alle sind hierher gekommen, um genau das zu lernen: wie man liebt und zulassen kann, geliebt zu werden – wie man den Raum, den die Liebe zum Atmen braucht, schafft, hält und notfalls auch mit seinem Leben verteidigt. Das klingt pathetisch, aber es ist wahr. Genau darum geht es, denn am Ende zählt nur das.
Wenn Du nie gelernt hast, unabhängig von anderen herauszufinden, was Du selbst mit Deinem Leben anfangen möchtest, kannst Du niemals lernen, Dich selbst zu lieben. Dann verstehst Du nicht, was Liebe ist. Wie willst Du jemand anderem ein stärkender Freund oder befreiender Liebhaber und behütender Gefährte sein, wenn Du Deinen inneren Leuchtturm nicht bewohnst und Dich vor den Wellen Deines Ozeans fürchtest?
Der Wind, der uns dabei hilft, jene loszulassen, die nie uns gemeint haben, selbst wenn unsere Seelen füreinander gemeint sind, erreicht uns nur, wenn wir uns auch dem Sturm hingeben, den der Schmerz der Ablehnung in uns auslöst. Wer sich in diesem Orkan selbst gehalten hat, verliert die Angst vor dem Missverstandenwerden, vor der Ablehnung und der Ausgrenzung.
So viele Menschen kennen die Sprache ihrer Seele nicht und gehorchen den plappernden Eingebungen ihres begrenzten Denkens. Sie fühlen sich selbst nicht – wie sollen sie Dich spüren? Sie können es nicht. Du irritierst sie, wenn Du sie daran erinnerst, was wirklich wichtig wäre, weil es Mut braucht, sich dem zu stellen, was dem Echten und Beseelten im Wege steht. Denn das macht ja das Korsett aus – das hält die künstliche und abhängige Persönlichkeit zusammen.
Erst wer sich selbst gefunden hat, kann sich an jene anlehnen, die wirklich zu ihm passen, mit ihm gemeinsam eine höhere, beseelte Aufgabe mit ihrer Lebenskraft annähern und auf ein gemeinsam erspürtes Ziel zusteuern – Verantwortung übernehmen – wollen. Nicht, weil sie tun, was man in sie eingab – das, was ihnen falsche Sicherheit suggeriert und automatisiert abläuft, nein, weil sie tun, was ihr Herz ihnen sagt, und Vertrauen ins Leben haben. Sie müssen nicht darüber nachdenken, ob Du der oder die Richtige für sie bist, sie wissen es einfach und freuen sich darüber, mit Dir zusammen Erfahrungen zu sammeln und menschlich wachsen zu können. Das bedeutet es für mich, mein Herz zu öffnen. Es muss in beide Richtungen fließen, sonst können die Ozeane nicht zusammenströmen.
Wer auf seine innere Stimme lauscht, die ihm oder ihr sagt, dass ihr zusammengehört und einen gemeinsamen Weg beschreiten sollt, geht auch damit, bekennt sich zu Dir und übernimmt Verantwortung dafür, dass ihr eine gemeinsame Farbe kreiert. Als Seelengeschwister und/oder sogar als Liebende.
Ich teile meine Präsenz nur mit jenen, die sich wirklich auf den Weg machen möchten, etwas Schönes zu erschaffen, die lähmenden Angewohnheiten mit einem sprudelnden Drang nach Ausdruck ersetzen wollen und ihr inneres Kind lieben und behüten. Sein Weg ist der, den sie gehen sollen – seine Bestimmung ist ihr Ruf – seine Gaben und die Stimme seines Herzens sind ihre Verpflichtung.
Wir sind nicht unser Trauma. Aber das Trauma und die Vermeidungsmuster sind unsere Wegweiser. Anstatt den Irrwegen blind zu folgen, sollten wir unsere innere Lampe anmachen und uns das Unvorhersehbare erlauben. Und so sollten wir auch träumen. Es ist pure Dummheit, den Zollstock des begrenzenden Systems und unseres einprogrammierten Denkens an unsere Visionen anzulegen. Unser Herz ist viel, viel klüger als unser Verstand. Unser Herz weiß intuitiv, was möglich wäre.
Solange nicht jedes Kind bereits in der Schule lernt, wie man das weibliche und das männliche Nervensystem selbstbestimmt reguliert und ein umfassendes und praktisches Verständnis der Herz-Hirn-Kohärenz erlangt, glaube ich nie wieder blind, was mir irgendeine Autorität erzählt. Gerade jene, die sich besonders weit nach oben arbeiten, sind oft die Angepasstesten und haben keinen blassen Schimmer davon, was ihr Herz eigentlich möchte. Sie sind Geiseln ihrer eigenen Angst und nicht selten kontrollsüchtig.
Das Urvertrauen ist die Basis. Der Mut aber ist die Kraft, die es braucht, um Liebe in die Welt zu tragen. Dabei müssen wir uns zuallererst Zeit für uns selbst nehmen, uns für unsere eigene Seele einbringen und darauf achten, mit wem und was wir uns umgeben, damit wir uns dem Leben schenken können.