„Wenn es doch nur…

eine Pimpfe gegen Boshaftigkeit und Napoleonkomplex gäbe…“, schrieb mir eine weit entfernte Freundin.

Ich ergänze:

… Unehrlichkeit, Überanpassung, Bequemlichkeit, traumainduzierte Abspaltung, Kontrollsucht und andere Abhängigkeiten, Projektion und Unkenntnis…

Es fielen mir sicher noch einige andere ein, wenn mir meine Lebenszeit nicht zu kostbar dafür wäre, mir mein Herz und meinen Kopf für all jene zu zerbrechen, denen es einerlei ist.

Ich habe ihr geantwortet:

“Das Problem ist, dass man da mit Substanzen nichts erreichen könnte, denn gegen diese Plagen kann nur das Bewusstsein etwas ausrichten.

Um sich eine ausreichende Dosis davon anzueignen, bräuchte es mehr Mut und Bescheidenheit, denn den Schmerz vermeiden die oben genannten bereits. Mit dem allein kann das also nichts werden. Sie halten ihn aus und sind stolz darauf. Sie haben genügend Möglichkeiten, ihn zu verbergen. Meistens zumindest. Sie schauen nur auf das, was sie nicht verlieren wollen, anstatt auf das, was sie gewinnen könnten. Es mangelt ihnen an Phantasie. Leider lernt nur eine schwindend kleine Minderheit aus der Seelenqual, nämlich nur dann, wenn das Säuseln des Teufels leiser ist als die Stimme ihrer Seele schreien kann.“

Das Nichts breitet sich aus. Und die meisten starren nur lethargisch ins Vakuum hinein.

Selig ist der, der durch die Tränen nach innen sehen und Phantasien neu erschaffen kann.