Die Dopaminsucht, die damit einhergeht, dass eine Sorte Süße nicht ausreicht, führt dazu, dass Pornosüchtige sich mit einer gesunden Frau schnell langweilen und ihren Wert nicht erkennen.
Die Suche nach dem nächsten High kann erst aufhören, wenn der Schatz im Inneren entdeckt und wahrhaftige Intimität möglich wurde.
Wer konsumiert, um sich selbst aus dem Weg zu gehen, liebt sich nicht und wird niemals bleiben können, wo seine Seele erkannt und geliebt wird.
Wo die Frequenz der Selbstliebe nicht erklingen darf, erzeugt die Motivation, zu verdrängen, die Disharmonie mit der Liebe. So jemand belügt sich selbst, um ein Bild von Dir zu erobern. Er braucht den Kick, den es für ihn bedeutet, die Rolle des Voyeurs in die des Hauptdarstellers einzutauschen. Ab und zu und solange es sich noch neu anfühlt.
Es geschieht alles nur in der Vorstellung induzierter Abfolgen. Diese sollen möglichst detailliert nachgespielt und wenn möglich noch ergänzt werden, damit das Repertoire der kognitiven Reize für künftige Umsetzungen abgespeichert werden kann. Der Truthahn-Effekt! Noch ein Name auf der Liste.
Das Dopamin knallt am meisten, wenn Du daran glaubst, gemeint zu sein.
Sobald aber die ersten Zweifel daran aufkommen, dass es ihm um Dein Herz gehen würde, wird er einen Grund dafür finden, Dich so sehr zu verletzen, dass DU ihn verlässt. Warum?
Die einstudierte Maske müsste fallen, wenn er ehrlich wäre, und dann könntest Du andere vor ihm warnen.
Sein Ruf ist der Garant für Nachschub. Seine Maske muss unbefleckt bleiben. Ist er berühmter, mächtiger, reicher oder einflussreicher als Du, ist das Risiko, dass Du ihn verrätst, gering.
Die Hierarchie unseres Systems wird gefährlich für die Gutmütigen, denn dürfen wir jenen mit Status nicht mehr glauben, wenn sie unseren Charakter bestätigen und vorgeben, eine dauerhafte Bindung eingehen zu wollen, können wir uns nicht mehr anvertrauen. Dann bleiben wir freiwillig auf den niederen Stufen und himmeln die da oben an, die unerreichbar scheinen. Die Imitation der Nahrungskette in einer Welt der Scheincharaktere…
Die normalisierte Pornografie hat das Urvertrauen zwischen den Menschen sukzessive abgetragen. Was am meisten leidet, ist die Annahme, dass das Gute und Vertrauenswürdige in Menschen noch berechtigt wäre. Es braucht nur eine weitere tiefe Wunde und Jahre, um sie wieder zu schließen, damit es verloren geht. Dieser eine Riss im Herzen wird die Frau künftig davon ausgehen lassen, dass sie als Konsumgut betrachtet und niemals für ihre Seele gemeint wird, wenn einer schöne Dinge sagt. Jeder von ihnen könnte lügen, um zu betrügen. Und dies auf eine bislang noch unbekannte gerissene Art und Weise.
Das Bedürfnis nach Nähe und Liebe wird zu einer Schwäche, wenn man den Blendern Glauben schenkt. Und obwohl dieser Drang des Menschen höchste Gabe ist und ihn eigentlich im Leben leiten sollte, wird er in einer Welt wie dieser für jede Frau zu einer existenziellen Gefahr.
Nähe und Verletzlichkeit befähigen die Menschen erst dazu, zu lieben. Und ohne sie ist das Leben sinnbefreit und leer. Außer wir nähren uns an unseren Freundschaften und an der Kunst, verzichten auf das High, das unsere Seele in Gefahr bringt, und bleiben allein und in Sicherheit. Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, ihren Wert auch jenseits einer Bindung zu erkennen und aus dem giftigen Theater auszusteigen.
Die Manosphere-Prediger hingegen hetzen gegen die Selbstbestimmung der Frau und dichten ihr an, nur wohlhabende Männer in ihren Leib hineinlassen zu wollen. Diese Pseudohelden bekommen Zulauf und bereichern sich mit ihrem toxischen Content an dem Geldbeutel ihrer Jünger.
Hauptsache, das eingebildete Machtgefälle im Geiste, das für die pornodynamische Erregung unabdingbar ist, bleibt bestehen, und das künstliche Ego kann sich weiterhin aufplustern.
Für die Dopaminsucht war die Liebe nie das Ziel. Pornografie existiert nur, weil man mit ihr die Wahrheit vermeiden und die Furcht vor der Ohnmacht im Leistungssystem nach unten drücken kann. Mit tatsächlicher Nähe müsste man sich nämlich dem Schmerz stellen und die Maske verbrennen – und so auch alle Scheinbeziehungen und erschlichenen Vorteile im System.

Was Dir so immer bleiben wird, ist Dein klares Bewusstsein und die Liebe, die Dir selbst gilt und Dein Leben mit Werten anreichert, die Dir niemand nehmen kann.
Die Würde des Menschen wird antastbar, wo man Menschen vertraut, die sie missachten. In einer Welt, die das Leugnen unsichtbarer Wunden normalisiert, wird das Rezipieren von Menschenrechten zu einem Lippenbekenntnis. In ihr dienen hierarchische Strukturen nur noch den Tätern.
Drum müssen wir außerhalb der Pyramide eine parallele Realität erschaffen, in der Sexualität nur noch in gesunden Mustern stattfindet und Männer Frauen als menschliche Wesen behandeln.