mein kleines Herz

 

Sein Kopf wird meinen Körper mir

von meinem Herzen trennen

in seiner Welt, in seiner Wirklichkeit

geht nun der Vorhang auf

wenn ich in Worten, die er spricht

die Lüge nicht erkenn’

dann nimmt die Täuschung ihren Lauf

in der der Narr sich nie verliert…

nie verliert… nie verliert…

 

Er kennt nur das Jetzt

egal wie sehr es andere verletzt

Wenn er von einem Morgen spricht

dann meint er keins mit mir

erst recht auch keins mit Dir

 

Was er auch verspricht, er meint Dich nicht

Das musst Du wissen

manche lügen lächelnd, kleines Herz

Weil sie nur im Außen ihn ertragen und erzeugen

tiefen Schmerz

Wo Körper ohne Seelen lieben

da ist er garantiert… garantiert… garantiert…

 

Er schaut Dir in die Augen

als wäre es ihm ernst mit Dir

Doch das ist nur in DEINEM Kopf

und das, mein kleines Herz, erlaube mir

zu sagen: Er weiß, dass Du das glaubst

Er weiß es ganz genau

Du bist nur eine auf der Liste…

seiner Liste… seiner Liste…

nur eine in der Kiste

Eine austauschbare Frau

 

Sein Kästchen ist aus Aluminium

das Schloss daran aus Chrom

Was gülden glänzen soll in der Schatulle

das ist Dein Leuchten, deine Fülle

Und danach trachtet er, mein Herz

das wär’ sein Lohn

In seiner Brust, da ist kein frei gewähltes Leben

Es schlägt in einer Hülle…

einer Hülle… einer Hülle…

 

Mit Dir, mein kleines Herz

mit Dir will er nur Spaß

Sein leeres Glas befüllen sich mit Tränen

mit Deinem süßen Wein

Es scheint ihm wichtig

doch in Wirklichkeit ist alles eine Farce

die Worte wie die Gesten, alles ist nur Schein…

nur Schein… nur Schein…

 

Er hat die Macht der männlichen Präsenz studiert

und flüstert, so dass Du’s auch spürst

dass er Dich beschützen und begleiten

dass er Dich selbstlos beschenken will

und so lenkt er mir mein Denken ins Verrenken

kriecht hinein in mein Sein

sodass Du Dich behütet fühlst

und ihn zum Helden kürst

Du glaubst, mein kleines Herz

er hätte Dich erkannt

Doch ich hab mich verrannt…

verrannt… verrannt…

 

Ich war so dumm, zu glauben

wir wär’n ihm wirklich wichtig

Und so riskier’ ich Dich

obwohl Du alles für mich bist

mein Licht… mein Licht… mein Licht…

 

Wird nur mein Glauben uns am Ende retten

was ich mutig fortgegeben?

Mein kleines Herz, was soll ich tun?

Kannst Du mir vergeben?

 

Er hat mich ganz genau studiert

und sehr geschickt manipuliert

es läge ihm an einem Leben

in dem er hätt’ mir was zu geben

in dem ich eine Rolle spiel’

Doch Du, mein kleines Herz

Du bist es, was er will…

was er will… was er will…

Zu besitzen, was er selbst nicht hat

die Tiefe im Gefühl

Was er – in sich drin – so meidend fürchtet

ist ihm  – außerhalb von sich

nur Spiel…

nur Spiel… nur Spiel…

 

Für ihn vielleicht, doch nicht für uns

Mit Liebe spielt man nicht

mein kleines Herz

Denn Liebe ist kein Spiel

Sie ist das Leben

Doch ohne Wahrheit kann sie niemals geben

uns nicht lenken… uns nichts schenken…

was wirklich von Bedeutung wär

Was man nicht kaufen kann…

nicht kaufen kann… nicht kaufen kann…

 

Mein beseelter Körper ist sein Ziel…

sein Ziel… sein Ziel…

Und zu beobachten

wie wir darin ertrinken

im Schmerz, den er nicht fühlen will…

fühlen will… fühlen will…

 

Doch glaube mir, mein kleines Herz

im Meer sind wir daheim

Wir könn’ auch unter Wasser atmen

wir werden eins mit ihm

Erbeutet hat er nur

was fremd ihm bleiben wird

und ohne Reim

Was er uns abgerungen

gleitet durch die Finger ihm

 

Wo er zu ängstlich war, in Tiefen einzutauchen

und dem Leben zu vertrauen

wird er nie Perlen finden und auch nie

den wahren Schatz bestaunen

 

Solange Du noch öfter strahltest

als Du in seiner fehlend Gegenwart

schon traurig warst

hat er noch etwas Zeit sich nehmen wollen

war da noch etwas übrig

was zum Greifen nah ihm war

Solange etwas Licht in Dir noch schien

und Du Dir Mühe gabst, zu investieren

War’s ihm noch wert, die Energie

die Du ihm gabst, nicht zu verlieren

 

Seine Seele wohnt an einem Ort

an dem die Sünden Hüllen tragen

Dort wird ihm immer neu vergeben

dort ist berechenbar das Leben

Doch reicht ihm nicht, was abgesteckt

und sicher er ertragen kann

Die Lust am Wegesrand ist reizend

die Träume fehlen ihm

Das Sehnen hat er sich verboten

ein unsichtbarer Panzer ist sein Bann

Und wir, mein kleines Herz

wir können träumen

Und das ist, was er von uns will

Nicht mehr. Deshalb will er uns küssen

Mein kleines Herz

er will nur das Geheimnis wissen

 

Es gibt ihm Selbstvertrauen

Es treibt ihn an

Er glaubt, so wäre er ein echter Mann

Und wenn er eine mit Magie dazu verführt

ihm zu vertrauen

So wäre er für diese Zeit mit ihr

mal mehr als nur ein Clown

 

Mein kleines Herz, schau neu zurück

entzaubere den Schein

Du musst nun diese Augen neu bewerten

und mit mir alleine sein

dir eingestehen, wie er auf leisen Sohlen

sich davongestohlen…

Für eine sehr, sehr lange Zeit

sah er Dir beim Weinen zu, ganz unverhohlen

 

Und trotzdem wolltest Du das Schöne

weiterhin behüten

mit all der zarten Macht in Deiner Brust

mit all der Tiefe Deiner Lust

 

In tausenden Momenten

hat nie die Liebe ihm befohlen

Dich in den Arm zu nehmen

und mit Dir einzuschlafen

Eisenhart hat er Dich leiden lassen

Ich weiß

Du kannst es immer noch nicht fassen

 

Stille… nichts als Stille…

oder Krumen an dem einsam Wegesrand

die er zurückließ

um der Hoffnung

noch ein letztes Glimmen abzuringen

mit luftgefüllten Worten

ohne umgesetzten Tatendrang

stand

nur ein Koffer ohne Inhalt

mit nem schnell beschriebenen Zettel

dran:

„Vielleicht ja irgendwann…“

 

Und manchmal frag ich mich, mein Herz

wieso warst Du ihm insgeheim nur so verhasst?

Er konnte seelenruhig schlafen

als Du nachts wachgelegen hast?

 

Ich weiß es nicht, mein Herz.

Bis heute nicht.

Ich kann nur ahnen

was sein täuschend helles Licht verbirgt

Doch diese Frage müssen wir begraben

Er darf sich nicht mehr weiter

an der Kraft uns’rer Gedanken laben

 

Die Antwort liegt

im Raum der freien Wirkmacht seines Willens

Wir haben unsre eigne Macht

Wir werden unser Sehnen stillen

in einem andern Raum

so weit es geht entfernt von ihm

und klar

An diesem Ort, da bist Du sicher

kleines Herz, da bist Du richtig

Ich führ’ Dich hin, mein kleines großes Herz

Du bist mir wichtig

Egal wieviel von dem, was er gesagt hat

eigentlich gelogen war…

Du bist wahr…

Du bist wahr… Du bist wahr…

 

Wir haben überlebt und sind daran gewachsen

Du bist noch hier…

Du bist noch hier bei mir

Wir werden in der Tiefe noch viele Perlen finden

in jeder Träne eine

und uns daran erfreuen

An jedem Tag erneut, wahrhaft lebendig sein

und immer uns auch treu.

 

Auch wenn die Leichtigkeit

verloren gegangen scheint

so ist die Liebe in uns nur noch mehr gereift

und wir in ihr jetzt angekommen

Sie redet nicht

sie IST ganz einfach wirklich ernst gemeint

Sie ist der Ausdruck unsres Lebens

Wir haben sie geschenkt bekommen

Sie bleibt bei uns

und hat uns nur noch tiefer mit dem Sein vereint

 

Ich achte nun auf Deinen Schutz, mein Herz

und lass da niemanden mehr rein

der spricht und anders tut

dem fehlt das Herz zur sinnerfüllten Glut

der strebt, nicht nur zu nehmen

sondern auch zu geben

 

Was Liebe wandeln will

das nimmt ein wahrer Mann

mit tief verneigter Würde an

 

Wer Dich nur beschmutzen will

mit seiner List

und seinem Trieb

Dich lockt in eine Wertefalle

wird Dich in sein Verzeichnis schreiben

so wie alle

die

die längst da stehen

Jede eine andre Schönheit

in der gut poliert Vitrine

mit all den weinenden Trophäen

macht er dann, weil er’s kann

mir an meinen Namen einen Haken dran

 

Er stellt nur sicher, dass wir schweigen

das hat er schon sehr früh getan

Mein kleines Herz

wen interessiert schon fremdes Leiden?

Die Leute lieben diesen Mann

weil er die Illusion perfekt verkaufen kann

 

Er wird bei andern

wenn Du überhaupt noch Thema bist

kein gutes Haar mehr an Dir lassen

Niemand, der mit ihm verbunden

kennt Dich wirklich, kleines Herz

Gehorchst Du nicht, sorgt er dafür

dass andere Dich hassen

Dieses Spiel, es lohnt sich nicht

wir werden es verlassen

 

Manchmal, da denkt er noch an uns

mein Herz, und glaubt

dass alles, was wir ihm gegeben

ihm ewig zur Verfügung stünde

In seinem Feld der abgespeicherten Momente

hält er das Zepter in der Hand

Der Herrscher der Vergangenheit

muss sich der Unergründlichkeit

der unermüdlich rasend Zeit

nicht unterwerfen

 

Ohne mich zu fragen

drückt er auf Play und spielt mich ab

Die Fantasie kann er beliebig sich erweitern

und steuern mich in seinem Feld

lässt tun, was er befiehlt

genießt die Macht, die mich berührt

 

Jedes Mal, wenn er sich frei bedient

mein Feuer und mein Leuchten stiehlt

mit seinem Pfeil und Bogen

sich dabei auf seine eigne Seele zielt

Denn meine Seele ist auch seine

Selbst wenn er uns veleugnet

uns verrät…

uns verrät… uns verrät…

 

Doch gibt es eine unsichtbare Sphäre

Da wird vom Hüter allen Lebens Buch geführt

Es wird geschaut

wer fair wie unfair andere verführt

Was man Dir schenkt im Urvertrauen

vermehre doch missbrauche nicht

für Deine Triebe

Ein Herz benutzt man nicht

man hält es fest und passt drauf auf

in Liebe

 

Sinnliche Erinnerung

klingt nun schal und bitter nach

Hauchende intime Schätze

rinnen durch des Käfigs Gitterdach

in den Himmel, in die Weite

dorthin, wo das Leuchten meiner Seele tanzt

kann er nicht gelangen

nur bezeugen meinen einzigartig Glanz

 

Mein kleines Herz, bei ihm

da wäre es nicht angebracht

Dein freies Lachen nochmal aufzumachen

Er trüge eine unsichtbare rote Nase

und sät‘ Dir Zweifel ein

Da wär‘ nichts, was er täte

um die Schwere und die Leichtigkeit zu teilen

Er würde niemals zu Dir steh’n

und doch markierte er Dein Heim

Mein Kind, das kennt ihn

und es mag ihn nicht

und seine Kinder

kennen nicht mal mein Gesicht

 

Wer off’ne Fragen schwelen lassen kann

wie glühend heiße Narben

wie einen dumpfen Klang

und zuschaut, wie ein Herz darin gelähmt wird

und sich windet

der liebt nicht und hat keinen Drang zu lindern

was nicht von selbst verschwindet

 

In der Alubüchse huscht nur noch ein Schatten

’ne schal-vergängliche Nuance

Eine Frau, für die er eingestanden

stünd’ dagegen gänzlich vor ihm

in Balance

 

Ja, ein ewig Rätsel, werd’ ich immer sein für ihn

unser ungeteiltes Leben lang

denn das Eine kennt er nicht von mir

die Frau mit Herz in seinem Arm

die an jedem Morgen, der noch kommt

Beweis ihm wär’ für seinen Mut

Nein, diese Frau, die ist noch frei

und Du, mein Herz

bist viel zu gut

für ihn