Sie hatten nicht einmal ein Wort für Vergewaltigung.

Lasst uns die Übriggebliebenen aus Kulturen zu Wort kommen lassen, die das Urwissen nicht aussterben ließen und ganz besonders unter der besetzten Männlichkeit zu leiden hatten. Sexuelle Gewalt ist eine Waffe. Die Koloniale Logik nimmt die Weiblichkeit und die Unschuld der Kinder ins Visier. Patriarchale Strukturen greifen das Weibliche strategisch an.

In gesunden Gemeinschaften werden die Regeln um das Wohlergehen von Frauen und Kindern herumgebaut. Wer die Seele angreift und die weibliche und kindliche Würde verletzt, verhindert auch den Zusammenhalt der Völker.

Columbus war kein Held

Videobeschreibung: Der 5. Mai – Nationaler Gedenktag für vermisste und ermordete indigene Frauen (MMIP) Vor der Kolonisierung kannten die meisten indigenen Völker kein Wort für Vergewaltigung – denn sexuelle Gewalt war in unseren Verwandtschaftssystemen nahezu inexistent.

Frauen, Kinder und „Two-Spirit“-Personen wurden geehrt, beschützt und als heilig erachtet. Dieses Video zieht die Verbindungslinien zwischen jener historischen Realität und der 500 Jahre alten Wunde, die die Krise der vermissten und ermordeten indigenen Frauen und Mädchen darstellt. Die Krise der vermissten und ermordeten indigenen Frauen (MMIW) ist kein neues Problem.

Die Zahlen sind erschütternd: • Im Jahr 2024 gingen beim FBI 10.248 Meldungen über vermisste indigene Personen ein – 5.614 davon betrafen Frauen und Mädchen.

• 56,1 % der indigenen Frauen haben sexuelle Gewalt erlebt.

• Die Mordraten in einigen Reservaten liegen mehr als zehnmal so hoch wie der nationale Durchschnitt.

• Tötungsdelikte sind bei indigenen Frauen im Alter von 10 bis 24 Jahren die – grob geschätzt – dritthäufigste Todesursache.

• 95 % der vom Urban Indian Health Institute erfassten MMIW-Fälle erhielten keinerlei Berichterstattung in den etablierten Medien.

• Die 10 Bundesstaaten mit den höchsten Raten an vermissten indigenen Personen (AI/AN) im Jahr 2025 sind: Alaska, Arizona, Oklahoma, Washington, New Mexico, Kalifornien, Montana, North Carolina, South Dakota und Texas.

• In Arizona betrug die durchschnittliche Dauer des Vermisstseins bei indigenen Frauen (Stand 2020) 21 Jahre.

Im Bundesstaat Washington verschwanden Frauen der indigenen und Alaska-Ureinwohner-Bevölkerung (AI/AN) mit einer Rate von 78,6 pro 100.000 Einwohnerinnen.

• Die bundesstaatliche Datenbank für vermisste Personen des US-Justizministeriums (DOJ) verzeichnete lediglich 116 Fälle, obwohl das NCIC 5.712 Fälle meldete. Dies ist keine bloße Statistik. Dies ist ein 500 Jahre altes koloniales Muster – von den ersten Schiffen über die von Kirche und Staat betriebenen Internate, in denen sexuelle Gewalt an der Tagesordnung war, bis hin zu globalen Netzwerken des Menschenhandels der Elite, wie etwa dem „Epstein-Netzwerk“. Dieselbe westliche, patriarchalische Ideologie. Nur eine andere Epoche.[4] Jede historische Behauptung in diesem Video wird durch dokumentierte Berichte gestützt, die von frühen europäischen Entdeckern und Siedlern selbst verfasst wurden – in ihren eigenen Worten. Quellen der historischen schriftlichen Berichte, auf die ich mich bezogen habe:

1. Christoph Kolumbus — *Journals of Christopher Columbus* (1492–1493) — Kolumbus’ eigene Logbücher sowie die seiner Besatzung dokumentieren den sexuellen Menschenhandel mit indigenen Mädchen im Alter von nur 9 bis 10 Jahren!

Michele de Cuneos persönlicher Brief aus dem Jahr 1495 zählt zu den am häufigsten zitierten Augenzeugenberichten über Vergewaltigungen während der kolonialen Invasion.

2. Pedro de Castañeda de Nájera — *Narrative of the Coronado Expedition* (1540) — Berichte einer spanischen Expedition, die indigene soziale Strukturen im heutigen amerikanischen Südwesten dokumentieren und dabei die herausgehobene Rolle sowie den Schutz der Frauen in den indigenen Gemeinschaften hervorheben.

3. John Heckewelder — *History, Manners, and Customs of the Indian Nations* (1818) — Ein Missionar der Herrnhuter Brüdergemeine, der dokumentierte, dass sexuelle Gewalt in den von ihm beobachteten indigenen Gemeinschaften selten war und scharf verurteilt wurde; zudem merkte er an, dass Frauen dort über hohe Autorität verfügten.

4. Lewis und Clark — *Journals of the Lewis and Clark Expedition* (1804–1806) — Die Tagebücher enthalten Beschreibungen indigener Geschlechterrollen sowie der relativen Autonomie und der hohen Achtung, die Frauen in verschiedenen indigenen Nationen genossen – im deutlichen Gegensatz zu den europäischen Normen jener Zeit.

5. David Thompson — *Narrative of His Explorations in Western America* (1784–1812) — Ein kanadischer Entdecker, dessen Tagebücher ausdrücklich das Fehlen sexueller Gewalt als fest etablierte Norm in den indigenen Gemeinschaften vermerkten, die er auf seinen Reisen durchquerte.