Wie man sich selbst und andere behandeln sollte

 

Wir leben in einer Zeit, in der sich viele Menschen auf der digitalen Bühne präsentieren und Likes sammeln. Manche zeigen nur das, was sie geschäftlich tun. Sie achten den “professionellen“ Kodex. Andere lassen den meist unbekannten Rezipienten auch an ihrem Bewusstwerdungsprozess teilhaben.

Ereignisse, die den nötigen inneren Drang, zu verstehen, angestoßen haben, werden betrachtet. Warum sich Phänomene auf der Leinwand des Lebens zeigen, die das Unverständnis und die Verwirrung so laut werden lassen, dass das Forschen nach Ursachen zur absoluten Priorität erklärt wird, ist die Frage, die nach Antworten ruft. Es ist auch eine kollektive Sinnsuche, denn das Verhalten des Einzelnen ist stets in einem sozialen Komplex zu betrachten. Das Internet hat unseren Wirkraum erheblich erweitert und nimmt Einfluss auf jedermanns Interpretation von Wirklichkeit und der daraus folgenden Begabung, sozial zu interagieren. Die echte Begegnung passt in keine Kommentarspalte hinein.

Das System, in dem wir alle leben und unseren eigenen Weg finden müssen, erodiert langsam und wird zugleich in ein neues überführt. Manchen ist dieser Prozess intuitiv ein Dorn im Auge, weil sie selbst zu den Zielen der transhumanistischen Technokraten gar nicht befragt wurden. Indirekt glauben wir, dass wir über das Kreuzchen bei der Wahl einen Einfluss nehmen können, und dann erscheinen uns jene Leute, die es – unserer Meinung nach – ins falsche Kästchen setzen, als Bedrohung. Persönlich kennen wir die meisten von ihnen aber überhaupt nicht. So entstehen Vorurteile, und die Spaltung der Gesellschaft schreitet im Eiltempo voran.

Unser Verstand wird mit vermeintlichen Gefahren bombardiert, sobald wir die flimmernden Geräte einschalten. Nicht einmal im Supermarkt entkommt man dem Gebrabbel, das uns entweder verängstigen oder in unserem Konsumverhalten beeinflussen soll.

Der moderne Mensch, der sich auch beruflich im Netz präsentiert und soziale Medien füttert, um den eigenen Beitrag dem großen digitalen Informationsangebot hinzuzufügen, muss sich entscheiden, wieviel Privates er preisgeben möchte. Nahbarkeit erzeugt Sympathie und nimmt Einfluss auf das Ego Involvement der Konsumenten. Wer sich nicht mit Dir identifizieren kann, wischt Dich weg. In maximal drei Sekunden musst Du liefern oder Dich mit der digitalen Bedeutungslosigkeit anfreunden.

Die entscheidende Frage ist: Könntest Du von einem Moment auf den anderen damit leben, viral zu gehen? Wie privat könntest Du noch bleiben, wenn Du plötzlich berühmt wärest? Spazierengehen ohne Autogrammstunde oder neugierige Blicke und Getuschel? Ständig lächeln und professionell reagieren zu müssen, obwohl Du vielleicht gerade eine Gehmeditation zum Verarbeiten Deiner ganz intimen Lebensinhalte nötig hättest? Das wäre dann vielleicht nicht mehr möglich.

Sobald die Bekanntheit Dir Applaus einbringt, musst Du in der Öffentlichkeit Deinem Image gerecht werden, auch wenn Du hinter dem Glitzervorhang menschliche Fehler machst und dazulernen darfst.

Und irgendwie ist man ja auch ohne dass halb Deutschland das eigene Gesicht schon kennt, bekannt im eigenen Umfeld. Auch der Freundeskreis bekommt mit, wer mit wem zusammen ist oder vielleicht ein nicht mehr zu ignorierendes Problem mit seinem Konsumverhalten hat, das die Vermeidung innerer Konflikte ermöglicht.

Man sollte sich – so schreibt es die gesellschaftliche Moral vor – sozial immer so verhalten, dass man von niemandem verurteilt werden könnte, wenn man sich privat vergnügt und anvertraut. Insider dürfen mehr erfahren als Außenstehende, weil die Lästerei ganz üble Frequenzen erzeugt. Das böse Auge will niemand auf sich fixiert wissen. Und wer sich nicht nach dem moralischen Skript verhält, ist ganz schnell weg vom Fenster.

Mit Ehrlichkeit und Offenheit könnten viele unangenehme Überraschungen mit dem Sehen und Gesehenwerden vermieden werden. Allerdings ließen sich dann wahrscheinlich weniger Menschen ein, denn die Etikette verlangt nach einer oberflächlichen Zuordnung in einem möglichst kurzweiligen Scannermoment.

Der USP vereinfacht das rasant abfertigende Miteinander, kann uns aber auch zum Verhängnis werden, nämlich dann, wenn das projizierte Etikett nicht zum tatsächlich existierenden, fühlenden Wesen passt. Je größer die Schere, desto massiver der innere Konflikt.

Nehmen wir uns selbst zu wichtig, vergessen wir, dass wir alle nur Menschen mit Bedürfnissen und letztlich auch mit den gleichen Stolpersteinen konfrontiert sind. Nur familiär-systemisch-geprägt wurden wir unterschiedlich. Die Geister unserer Ahnen nehmen solange Einfluss auf unser soziales Verhalten, wie wir versäumen, ihren genetischen Abdruck in unseren Zellen zu bemerken und an uns zu arbeiten.

Die Begegnung mit anderen als Zeitvertreib misszuverstehen, statt achtsam, bewusst und ehrlich zu sein und die eigene Motivation wirklich transparent zu kommunizieren, ist die Wurzel von Konflikten, die nur allzu gerne weggeghostet werden, wenn dem Unbewussten keine Inkubationszeit eingeräumt wird, nach Lösungen zu suchen.

Wo man sich nicht mit dem eigenen Schatten befasst, beginnt man, andere zu manipulieren, und nimmt in Kauf, sie zu verletzen. Die Leute haben sich jedoch so sehr daran gewöhnt, nur ihre Schokoladenseite zu zeigen, dass sie beginnen, sich zu überschätzen, wenn jemand ihr retuschiertes Ego bestätigt und sich persönlich einbringen möchte. Sie nehmen gern entgegen, aber haben kein Bedürfnis, etwas Gemeinsames aufzubauen, wenn sie nicht mehr dauerhaft angehimmelt werden. Wer nahbar wird, zeigt auch, woran er noch wachsen darf. Echte Freunde reißen Dich aus Deiner Komfortzone. Sie geben nicht auf, Dich zu fördern aber auch zu fordern.

Was tust Du, wenn der ganze Glanz in einer sich vertiefenden Freundschaft verblasst und Deine verborgenen Anteile sich zeigen wollen? Verheimlichst Du das, was nun offenbar wird, vor dem Rest der Menschheit? Bedürfnisse… Erkentnisse… Rückschlüsse… Wünsche nach Veränderung…? Passt das Image noch zu dem Wesen, das sich all der Zwiebelschalen entledigen möchte, um frei zu werden und Leichtigkeit zu spüren? Oder ruderst Du dann zurück, wenn ernsthafte Nähe entsteht und Deine Maske fällt – der vielschichtige Mensch durchscheint und auf einmal klar wird, dass er nicht uneingeschränkt zufrieden ist mit dem, was auf ein Plakat passt oder in den Rahmen eines Reels hinein? Allein schon deshalb, weil die Seele eines jeden von uns reifen, uns also stets verändern möchte. In konstruktiven Freundschaften wird der Wandel genährt und genau dann sanft nach vorne gedrückt, wenn der Zweifel und die Angst den Stillstand als Sicherheit fehldeuten.

Was bedeuten all die Likes von Fremden oder flüchtigen Bekanntschaften und Internetfreunden noch, wenn der Mensch, der Dir wirklich etwas bedeutet, nicht in das Branding hineinpasst und von niemandem akzeptiert würde, der Dich schon in eine Box gepackt hat, die sich in sein persönliches Tetris einfügt?

Wieviel Ruhm erträgt Deine Seele?

Unsere Kinder wachsen mit Social Media auf und sind mehr oder weniger der Dopaminsucht ausgeliefert, die ihre neuronale Entwicklung und ihr Ich-Bewusstsein schädigt. Das Selbstbild der Heranwachsenden sollte sich frei und unter sanften Zeugen authentisch festigen. Stattdessen steht die Individuation unter einem enormen Dauerfeuer, das sich visuell und auch über andere Sinnesebenen einschleicht, unnatürliche Projektionsflächen präsentiert und sich schwelend ausbreitet. Wo soll das nur hinführen, wenn Spiegelneuronen sich nicht mehr entwickeln können, weil das Artifizielle das Natürliche ersetzt, noch ehe es ausgewachsen ist?

Ich habe mich dazu entschieden, meine privaten Prozesse geistig transparent zu machen, denn ich versuche, alles, was mir individuell geschieht, auf eine höhere Ebene zu heben und in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext zu stellen. Genau das ist die Aufgabe von Künstlern. Als sensibel wahrnehmende Seismografen sollten sie der Gesellschaft spiegeln, was in die falsche Richtung läuft und das Menschliche untergräbt.

Wenn der Schmerz meiner Seele mich antreibt, transgenerative Muster zu erkennen und zu heilen, versuche ich auch immer, die Vogelperspektive einzunehmen. Mit dem Auge des Habichts beobachte ich mich selbst als nur eine von vielen. Mit meiner Bereitschaft, das Ungemütliche anzuschauen und über das Fühlen zu erlösen, kann ich vielleicht nur einen kleinen aber klaren morphogenetischen Impuls in das Feld hineingeben.

Die soziale Manipulation ist eines der ganz großen Themen der Täuschung, in der wir alle solange versuchen, uns selbst zu verlieren, wie wir noch nicht bereit dazu sind, zu lernen, uns selbst zu lieben und jeden um uns mit einem Herzen zu betrachten, das nach innen lächeln kann. Spätestens dann reichen die Präsentierflächen hinter Glas nicht mehr aus, um unsere Neugierde auf das Leben und einen echten Energie-Austausch zu stillen.

Ich habe überhaupt kein Problem damit, Menschen mit meiner Komplexität zu überfordern und abgelehnt zu werden. Auch jene, die mich belügen wollten, um sich Zuwendung und Intimität zu ergaunern, ohne zu dem, was sich dann ergeben würde, öffentlich stehen zu wollen, können mir gestohlen bleiben. Jeder, der meinen Content liest, sollte sich bewusst darüber sein, dass es meine Seelenaufgabe ist, Klarheit in das Kuddelmuddel zu bringen.

Ich bin nur dann als Freundin bereit dazu, mich Menschen zu widmen und meine Lebensenergie in das geistige Sortieren ihres Chaos‘ zu investieren, wenn diese auch umsetzen wollen, was sie behaupten. Bin ich mit Herausforderungen konfrontiert, und besagte Leute stehen dann nicht auch an meiner Seite, sind solche Verbindungen einseitig und zehrend. Ich habe – wie wir alle – mit meinem eigenen Leben schon genug zu tun und möchte mich nur da einbringen, wo meine Seele eine langfristige Bindung aufbauen darf und meine Energie nicht verpufft. Noch mehr gilt dieses Prinzip für mich in der partnerschaftlichen Liebe. Ich trenne meinen Körper nicht von meiner Seele, um jemandes Ego zu pimpern.

Wer eine Freundschaft oder Beziehung mit mir beginnen möchte, muss damit rechnen, aufgedeckt zu werden, wenn er mit meinem Herzen spielt und mir die Kommunikation in einem geschützten Raum verweigert, die sein Einfluss auf mein Feld nötig macht.

Ich bin gebürtige Künstlerin. Das Ausdrücken meiner inneren Prozesse ist für mich so lebensnotwendig wie das Atmen. Ich bejahe diese Gabe. Sie hat eine gesellschaftliche Funktion. Ich fühle mich lebendig, wenn ich mir meine kreativen Impulse erlaube. Der künstlerische Ausdruck ist ein Teil von mir und nicht von meinem inneren Erleben zu trennen. Meiner Überzeugung nach hat jeder Mensch das Recht dazu, glücklich zu sein, doch ohne bewusste Entscheidung werden wir nicht mit einer tiefgreifenden Freude belohnt. Wir sollten nicht danach streben, sondern das Glück in Empfang nehmen. Dafür müssen wir auf seiner Frequenz schwingen und jene, die sich an ihrem Unbewusstsein festkrallen und uns unglücklich machen, meiden.

Ich habe mich dazu entschieden, dass zum Beispiel meine Inspiration zu texten und zu singen von nun an aus der Erfüllung und nicht aus dem Benutzt- und Weggeworfen-Werden kommen soll. Ich bin kein Konsumgut, sondern ein wertvoller Mensch. Und genau diese Haltung werde ich jungen Frauen vorleben, denn meine Tochter ist eine von ihnen.

Wenn wir andere Menschen für unsere körperliche, geistige und/oder seelische Bedürfnisbefriedigung brauchen und uns dessen auch bewusst sind, sollten wir dazu bereit sein, auch deren Bedürfnisse ernst zu nehmen und uns ehrlich fragen: „Kann ich auch langfristig geben, was ich nehmen will? Kann ich loyal und treu sein, weil mir das gegenseitige Vertrauen heilig ist? Kann und möchte ich zu dem, was nun aus dem Kontakt mit meinem Gegenüber erwachsen möchte, auch öffentlich stehen? Vor meiner Familie… vor meinen Freunden… vor meinem Bekanntenkreis… und – falls vorhanden – auch vor meiner digitalen Gemeinde… Denn der, den ich liebe, ist ein Teil von mir, den ich nicht leugnen, sondern feiern möchte… Die Freude ist zum Teilen da.“

Ich persönlich trenne mich von Menschen, die mich und andere verurteilen würden, weil die von Ihnen hergeleitete und auf andere projizierte Kontaktschuld ihnen nicht in den Kram passt, warum auch immer da mit der Moralkeule oder dem Kastensystem hantiert wird. ICH entscheide, wem ich mein Herz schenke. Aber ich verlange auch, dass man den Wert meiner Zuwendung achtet und mich dann nicht vor der Öffentlichkeit verbirgt. Ich möchte mich klar einlassen können und brauche deshalb ein zutreffendes Bild der Lebensumstände, in die ich mich hineinlieben soll und möchte.

In meiner Wirklichkeit verbindet uns die Liebe. Man wird bei jedem Versuch, sie nur selektiv zuzulassen, an ihrer Größe scheitern. Sie ist dazu da, uns zu weiten, nicht uns zu verengen… uns in das Authentische zu geleiten, nicht uns zu verbiegen, um anderen gerecht zu werden…

Liebe lebt nur auf, wenn sie leben darf. Und ich glaube daran, dass das nicht nur für mich, sondern für uns alle gilt. Es ist ein universelles Gesetz.

Wenn ich mich in der Menschenwelt so umschaue, bemerke ich, wie sehr die Liebe zu kurz kommt. Sie ist der Gefallsucht, der Objektivierung, den Notlügenketten und den verschwiegenen Wahrheiten im Netz des Scheins zum Opfer gefallen.

Die Authentizität ist die höchste Schwingung. Ihre Frequenz ist sogar heller als die der Liebe. Deshalb können wir die Heilung des menschlichen Bewusstseins nur mit Wahrheit vorantreiben. Jede Beziehung sollte von ihr getragen werden und eine schöne Energie in das große Ganze einbringen.

Wenn Du also irgendetwas an mir magst und meine Zuwendung in Anspruch nehmen möchtest, komme nicht mit der Absicht, mich zu täuschen, auf mich zu. Ich werde es früher oder später herausfinden, denn die Wahrheit kommt immer irgendwann ans Licht. Und auch wenn es wehtut, mein Herz wird Dir dann nicht mehr vertrauen können. Also sei Dir klar darüber, dass auch wenn Du mich mit der Lüge eroberst, die Wahrheit mich von Dir trennen wird. Und wer die Frequenz meiner Liebe einmal gespürt hat, vergisst sie nicht mehr, denn mein inneres Kind liebt mit und ist unschuldig. Ich werde es genauso verteidigen wie die Seele meines leiblichen Kindes – mit jeder Faser meines Seins. Und die Ehrlichkeit, die Du verschwiegen hast, wird Dir durch mich ins Gesicht springen.

Alle Menschen sollten sich erlauben, jenen, die mit anderen spielen, das aufzuzeigen, was sie vor der Welt verbergen.

Ich habe gelernt, gern allein zu sein. Ich brauche keine Gesellschaft, die mich in die Irre führt und missbraucht. Ich kann auf jene warten, die mir ehrlich begegnen, denn an einer Scheinverbindung bin ich nicht interessiert, und schon gar nicht an einer Liebe, für die ich mich im sozialen Umfeld eines anderen schämen müsste. Für die ehrlich empfundene Liebe beschämt zu werden, ist ein potenziell zerstörerischer Vorgang. Jemand, der uns in so eine Lage bringt, geht verantwortungslos mit unserer psychischen Gesundheit um. Scham ist eine der niedrigsten Frequenzen, die es im menschlichen Empfindungsspektrum gibt. Sie zerstört die kreative Kraft und nimmt uns den Mut, uns so zu zeigen, wie wir wirklich sind. In manchen Familien wird sie von einer Generation in die nächste weitergereicht, bis irgendwann ein betroffener Erbe die Kette sprengt und den Turm zum Einsturz bringt.

Mein Herz ist das Kostbarste, was ich besitze. Wenn Du darin einen Platz haben möchtest, sähe darin keine Scham, keine Schuld und auch keine Lügen. Es gibt nichts auf der Welt, das man kaufen könnte, um diesen Schaden wieder gut zu machen. Nichts außer der Wahrheit und einer Wertschätzung, die die ganze Welt erfahren darf. Und dafür ist es nie zu spät.

Jeder Mensch verdient es, auf diese Art geliebt zu werden. Aber man kann andere nur auf die transparente Art und Weise lieben, die man sich selbst zu geben vermag. Wer also sein Leben damit verbringt, seine Aussenwirkung zu optimieren, ohne dabei wirklich authentisch zu sein, versäumt ein Leben, das ihn tief berühren und erfüllen könnte.

Wenn Du also das nächste Mal etwas auf TikTok postest oder anschaust, fühle mal in Dein Herz hinein: ist das da wirklich ehrlich? Wird die Darstellung dem komplexen Menschen hinter dem perfekt ausgeleuchteten Gesicht gerecht? Würde ich mit diesem Menschen Zeit verbringen und lebenslang befreundet sein wollen? Wäre dieser Mensch für mich da, wenn ich eine Schulter zum Anlehnen bräuchte? Kommt er zu meinem Geburtstagsfest oder auch an Weihnachten mal vorbei? Interessiert er sich für die Menschen, die bereits in meinem Herzen sind, und möchte er, dass ich auch seine Freunde kennenlerne?“

Wie würde sich dieser Mensch verhalten, wenn ihr euch anfreunden und vielleicht sogar ineinander verlieben würdet? Solltest Du Dich mit jemandem befassen, der keinen Platz für Dich in seinem Leben freiräumen würde? Was, wenn dieser Mensch sagt, dass er Dich liebt, aber Dich nicht einmal in Anwesenheit seiner Familie an Sylvester küssen würde? Würde dieser Mensch wirklich ein Teil Deines Lebens sein wollen, oder wärst Du nur ein Zeitvertreib für ihn? Interessiert er sich nur für Deinen Körper oder vielleicht noch für Deine geistigen Ideen, um diese dann als Inspiration für den eigenen Output zu nutzen, oder wollte er sich mit Dir gemeinsam für eine bessere Welt einbringen und eine positive Veränderung im Kollektiv bewirken?

Allein können wir stark sein. Gemeinsam wären wir stärker. Manche Menschen aber geben nicht. Sie denken nur an ihren Mehrwert und sind dabei so unehrlich wie nötig, um Dich in die Einlassung hineinzutricksen. Lerne, die echten Empathen von den falschen zu unterscheiden… Und halte Dich an jene, die zu Dir stehen und stolz auf das Gemeinsame sind, das mit berechtigtem Vertrauen entstand und gegen jede Missgunst und Intrige verteidigt wird.

Die Basis für Freundschaft ist die Ehrlichkeit. Wer nicht authentisch ist, ist unehrlich und nicht vertrauenswürdig. Jede Form von Liebe kann nur auf dem Fundament der Wahrheit aufbauen und wachsen. In sandigen Boden investiere ich persönlich nicht mehr. Früher habe ich immer auch das Potential eines Menschen in meine Betrachtung hineingenommen. Heute gehe ich davon aus, das Menschen sind, wie sie sich heute präsentieren. Ich lasse mich gern überraschen, aber ich erwarte nichts mehr.

Meine Freunde suche ich nicht nach einem festen Raster aus. Bildungs- und Bekanntheitsgrad, Alter, Kontostand oder Geschmack, Körpergewicht oder Styling sind mir genauso einerlei wie die Herkunft, solange ich mich mit einem sozial intelligenten, bewussten Herzmenschen verbinden kann und für den Menschen geliebt werde, der ich wirklich bin.

Intimität kann sich für mich erst da ergeben, wo bereits ein freundschaftliches Vertrauen entstanden ist und mein Herz sich binden möchte. Ich kann meinen Körper und meinen Geist nicht von meinem Herzen trennen. Für mich kommt zuerst das Innen und dann ergibt sich das Außen von selbst. Wer dazu dann nicht stehen könnte, soll mich bitte in Frieden lassen.

Frieden ist das, was wir uns in der Welt wünschen, und er kann erst da verteidigt und bewahrt werden, wo die Basis von Vertrauen geprägt ist und der Austausch wahrhaftig bleibt, die eine Partei im Sinne der anderen mitdenken kann und einen für beide annehmbaren Kompromiss erwirken möchte. Wenn an der Spitze der Hierarchie Mächtige zu derartigen Gesprächen nicht in der Lage sind, sollten wir sofort herausfinden, was die Ursache ist und diese beseitigen.

Konflikte sind zum Lösen da und das Leben zum Lernen und zum Lieben. Wir dürfen uns aussuchen, wen wir lieben, sollten aber auf unser Herz achten und uns nur jenen anvertrauen, die den Schatz auch behüten wollen.