Zum Thema „genehme Vergebung“

 

Sehr wichtig: Vergebung als Vermeidungsstrategie ist nicht authentisch und heilsam, sondern ein Pflaster auf der klaffenden Wunde.

Eine Phase der Verarbeitung von Seelenleid im Angesicht der Ausgrenzung ist der natürliche Ausdruck von Frustration, Wut und Ohnmacht. Und dieses Stadium dauert so lange, wie es die schmerzlichen Gefühle benötigen – SIE bestimmen den Raum, der ihnen zusteht. Wird diese Phase abgekürzt, manipulativ gegängelt oder gar durch Kommunikationsverbote und Ausgrenzung unterbunden, steht der Betroffene vor der Wahl, sich entweder gegen sich selbst zu entscheiden und sich anzupassen oder sich zu wehren.

Wird Vergebung befohlen und durch das Bedürfnis, nicht abgelehnt zu werden, erzwungen, frisst sich das Ungemütliche nach innen und erzeugt Destruktivität, Blockaden und psychische wie körperliche Alarmsignale: Symptome, die Ausrufungszeichen setzen: „Hallo! Hier ist noch etwas unerledigt geblieben! Wann kümmern wir uns denn endlich darum?!“ Wer dann noch einen Zusammenhang herstellt aber nicht darüber reden darf, kann die Ursache nicht auf kollektiver Ebene lösen, wenn die Allgemeinheit seine Wahrheit nicht wissen will.

Das Verzeihen auf Abruf wird ja neuerdings wieder vermehrt propagiert. Leider fehlt es jenen, denen auf einmal auffällt, dass es einen gewissen Unmut in der Bevölkerung gibt, an der Bereitschaft, sich mit dem Schmerz derer zu befassen, denen sie das Verzeihen oktroyieren möchten.

Die Hinzunahme des Ausdrucks unerfreulicher Gefühle im Zusammenhang mit erzwungenen Maßnahmen an allen, die sich nicht wehren durften – z.B. ihre Kinder den abnormen Verhaltensregeln unterwerfen lassen mussten, wäre enorm wichtig für die gesellschaftliche und institutionelle Überprüfung dessen, was im Kollektiv praktiziert wurde.

Wer Vergebung verlangt, sollte zumindest einmal genauer nachsehen, was denn eigentlich angerichtet wurde – vor allem in der Psyche der Bevölkerung.

Ein Untersuchungsausschuss auf Bundesebene wurde fast einstimmig von den Verantwortlichen abgelehnt. Nun gibt es eine Enquete-Trompete. So nenne ich es, denn die, die dort befragt werden, sind keinem Eid unterworfen. Mögliche Falschaussagen können und sollen also nicht zu ahnden sein.

Das höhere Gut, mit dem man den Einzelnen in die Compliance zwingen und freiwillig auf seine Grundrechte verzichten lassen wollte, war die Solidarität mit der Gesundheit der Risikogruppe. Doch genau diese wurde dann extrem angegangen und teils existenziell bedroht, wenn sie zum Beispiel wegen einer Vorerkrankung die Maske nicht tragen konnte. Kindern zum Beispiel hat man ohne Angabe von Gründen ihre Maskenatteste für die Schule und den öffentlichen Raum aberkannt, sobald die Präsenzpflicht wieder eingeführt wurde.

Ärzte, die der Risikogruppe Atteste ausstellten, werden noch heute mit Gesetzen von 1940! angegangen und verurteilt, obwohl es an wissenschaftlicher Evidenz fehlt und es den Nürnberger Kodex und das Genfer Gelöbnis gibt. Eine medizinische Intervention darf niemals mehr Schaden anrichten als sie möglicherweise nützt… Möglicherweise deshalb, weil es ja damals noch gar nicht klar war, ob es vielleicht sogar Langzeitfolgen haben kann, wenn der Körper mRNA-programmiert und in eine Fabrik von Spikeproteinen verwandelt wird. Heutzutage bestätigen Experten aus der Chartite‘ die Toxizität des Proteins. Vor ein paar Jahren wurden Experten zensiert und medial verrissen, wenn sie genau davor warnten: Charité Expertin bestätigt: Spike Proteine sind giftig

Die RKI-Papiere haben Haarsträubendes zutage gebracht. Aber kaum jemand will genauer hinsehen, den Geschädigten zuhören, geschweige denn ihrer Verzweiflung eine Berechtigung zusprechen.

Vergebung ist für mich ein positiver Nebeneffekt, der sich am Ende eines Verarbeitungsprozesses von Schmerz oft von selbst einstellt. In kollektiven Angelegenheiten sollte diese Verarbeitung von allen gemeinsam angestrebt werden, damit ein Lerneffekt eintreten kann und derlei Ungerechtigkeiten sich nicht wiederholen.

Die Vergebung ist eine göttliche Gnade – eine Art Loslass-Moment, in dem unsere Seele die Ursache des Schmerzes gehen lässt, da er in Gänze integriert wurde und der Lerneffekt eingetreten ist:

Der Selbstliebe wurde eine zusätzliche Facette, eine tiefgreifende Nuance, hinzugefügt: die bedingungslose Bereitschaft der Anerkennung der eigenen Wahrnehmung und das Bejahen jener Bedürfnisse, die durch die Verletzung übergangen wurden. So lernt der Mensch Selbstfürsorge und auch, sich die Möglichkeiten in seiner Zukunft nicht wegen der Erfahrungen in der Vergangenheit nehmen zu lassen. Die Verarbeitung dessen, was unserem Glück im Wege steht, gibt uns das Werkzeug in die Hand, selbstverantwortlich nach dem zu streben, was wir brauchen, und somit erlangen wir durch das vollkommene Akzeptieren, Annehmen, Ernstnehmen und Verstehen unserer inneren Regungen eine tatsächliche Souveränität. Nur ein souveräner Mensch besitzt die Freiheit, sich selbstbestimmte Ziele zu setzen und sein Leben konstruktiv und gesund zu gestalten.

In Resonanz auf Zwang und Nötigung können und sollten nachvollziehbare Reaktionen nicht in die Schublade der Extremität oder gar Verrücktheit gesteckt werden, doch genau das hat man mit den Zuschreibungen und teils sogar strafrechtlichen Verfolgungen getan. Nicht jeder, der sich Luft macht, um in seiner Isolation zuhause nicht vollkommen durchzudrehen, will andere verhetzen und zu Gewalt aufrufen. Aber all jene, die die Welt lieber mit dem reduzierenden Schwarz-Weiß-Denken einordnen wollten und einen Sündenbock brauchten, nahmen diese Anleitung zum Mobben der Minderheit dankbar an – bis heute. Das würde sich erst ändern, wenn wir alle die Wirklichkeit einmal anhand der Fakten einordneten und zumindest im Nachhinein schauten, was möglicherweise übergriffig und überhaupt nicht konstruktiv war – vor allem nicht aus psychoneuroimmunologischer Perspektive.

Aber wenn das Kollektiv dem Einzelnen seine  souveräne Entscheidung abspricht, weil es mit der Angst vor dem Erstickungstod medial und politisch traumatisiert wurde, haben wir ein dickes Problem. Ob das vielleicht absichtlich geschah, um politische Macht auszubauen und einigen Unempathen sogar dicke Profite einzubringen, sollte öffentlich geklärt werden, und zwar möglichst schnell.

Vergebung gibt es nicht in einem Wochenendseminar zu erwerben, und sie ist auch nicht die Belohnung für ein fleißiges Rezitieren gewisser Verse aus der Bibel. Wenn die Hinzunahme höherer Mächte in den Heilungsprozess auch sehr hilfreich sein kann, sollte dieser nicht mit Ayahuasca oder induzierten Affirmationen abgekürzt werden. Das Fühlen selbst ist die Katharsis. Die Tränen enthalten das Glückshormon. Die Rage schenkt uns neue Energie und die Kraft, die Ketten der Projektionen und Illusionen zu sprengen und uns selbst zuzugestehen, jemandem böse zu sein, weil er uns oder unsere Kinder, Eltern, Freunde verletzt, genötigt, erpresst, gezwungen, sanktioniert, gemobbt oder ihnen sonst irgendetwas anderes Schädliches angetan hat.

Manche Menschen haben die Macht, auf Knopfdruck Gesetze zu ändern. Aber sie haben nicht die ethische Erlaubnis vor dem Schöpfer, anderen ihren freien Willen zu nehmen. Auf uns alle wartet ein höheres Gericht, wenn wir nach dem Tod in den Raum der Bilder eintreten und uns mit dem konfrontieren müssen, was wir aus diesem Leben gemacht haben – und da rede ich nicht von der Karriere oder dem Bankkonto, sondern von dem Ausdruck der eigenen Fähigkeit, zu lieben.

Der Fachmann im verlinkten Film erklärt, was bei der ungesunden Vergebung im Gehirn geschieht, begründet also – auch für die Kopfmenschen unter uns – warum es keinen Knopf am Dötz gibt, den man drücken könnte, um Trauma und Leid der kontrollsüchtigen Entscheidung zu unterwerfen, die sie nicht haben will. Man muss überhaupt nicht vergeben können, egal wie oft jene, die ihren eigenen Schmerz verdrängen, von anderen durchlebte Aspekte unserer gemeinsamen Realität negieren und deshalb kein Mitgefühl haben, das auch predigen mögen. Manche von ihnen sitzen auf dem Thron der Erhabenheit und tragen nichts dazu bei, dass das transgenerative Trauma endlich in die Erlösung kommt. Das wird es nämlich erst dann, wenn wir alle das Fühlen nicht als Feind abwehren, sondern als Freund annehmen.

Das Gift des Verzeihens (Warum erzwungene Vergebung krank macht)

In den folgenden Beiträgen habe ich mich des Themas intuitiver angenommen und die Sache mit der göttlichen Gnade noch etwas ausgeführt:

Vergebung ist keine kognitive Entscheidung

Nachschlag zum Thema „Vergebung“